60 Fans begleiten OFC ins Trainingslager

„Jeder Daheimgebliebene darf da neidisch werden“

+
Gruppenbild in Spanien. Insgesamt 50 Fans begleiten die Regionalliga-Fußballer der Kickers im Trainingslager und sind zuversichtlich für die restlichen Spiele in der Regionalliga.

Chiclana -  Sage einer, OFC-Fans wären nicht spontan. Der Einladung am Frühstücksbuffet, an einer Umfrage unseres Redakteurs Jörg Moll im Pool-Restaurant des Hotels Barrosa Palace teilzunehmen, folgten 25 mitgereiste Anhänger des Fußball-Regionalligisten, also fast die Hälfte aller Spanien-Fahrer mit rot-weißem Herz.

Der einhellige Tenor aller ist: Hotel, Wetter, Trainingsplatz und Atmosphäre sind „gigantisch“. Dafür wird gerne in Kauf genommen, dass die Woche im Trainingslager in Chiclana de la Frontera etwas teurer war. „Jeder Daheimgebliebene darf da neidisch werden“, meinte Fritz Weißbarth aus Mainflingen, der den OFC auch schon nach Belek in die Türkei begleitet hat. Dr. Zuzana Maurer aus Bensheim ist erstmals Gast im Trainingslager ihres Herzensvereins. Vor allem der Umgang der Spieler mit den Fans hat sie beeindruckt. „Da habe ich Gänsehaut“, sagt sie. Es gebe keinerlei Berührungsängste, was nicht nur für die Spieler gelte, sondern auch für Trainer und das Management. Dazu beigetragen hatte auch der Mannschaftsabend am Dienstag in der Hotelbar. Dort hatten sich Trainerteam, Betreuer, Funktionäre und Spieler angeregt mit OFC-Fans ausgetauscht. „Das ist das, was den OFC auszeichnet: Er ist eine große Familie“, meint Edmund Wolf aus Langen.

Ticker zum OFC-Trainingslager in Spanien

Mit dem bisher Erreichten in dieser Spielzeit sind die Fans durchaus zufrieden. Auch wenn der eine oder andere dem verspielten Zehn-Punkte-Vorsprung nachtrauert. „Aber wer vor der Saison damit gerechnet hätte, dass wir aufsteigen könnten, hat doch nur geträumt“, meint Weißbarth. Einigkeit besteht auch über die Bedeutung der ersten Spiele der Rückrundenfortsetzung. „Die Partien in Kassel und gegen Elversberg werden ganz entscheidend“, vermutet Edmund Wolf. So manch einer ist dagegen überhaupt nicht mit den vielen Live-Übertragungen einverstanden. Gleich sechsmal werden Spiele des OFC auf Sport1 gezeigt, drei davon montags. „Das finde ich unglücklich, es gibt auch Leute, die länger arbeiten müssen“, meint Wolf, der mit seiner Frau Brigitte den OFC im Trainingslager begleitet.

Das Trauma eines Scheiterns in der Relegation wie 2015 gegen Magdeburg wird sich dagegen nach Meinung der OFC-Anhänger nicht wiederholen. „Dafür sorgt alleine schon der Termin“, ist Stefan Pölzl überzeugt. Der Fanbeauftragte aus Karlstein spricht damit das Aufstiegsrückspiel am 27. Mai an: „Am Geburtstag der Kickers kann doch nichts schiefgehen, oder?“ Zudem hätten die Kickers keinen großen Vorsprung wie damals unter Rico Schmitt. Die Schlussfolgerung: Die Konzentration bleibe bis zum Schluss groß.

Respekt genießt auch die Arbeit von Oliver Reck. „Er hat aus wenig in der vergangenen Saison viel gemacht, uns trotz neun Punkten Abzug zum Klassenerhalt geführt und nun auf Platz zwei“, lobt Weißbarth. Auch deshalb sprechen sich viele für eine Verlängerung des im Juni endenden Vertrags mit dem Trainer aus. „Aber es hängt auch an ihm, ob er überhaupt will“, meint Weißbarth: „Er will bestimmt das Optimum, und dafür müsste der Verein dann auch investieren.“ Eine Einschränkung gibt es aber in dieser Personalie. „Er sollte zeigen, dass er uns aus der kleinen Krise führen kann“, fordert Pölzl.

OFC im Winter-Trainingslager in Spanien: Bilder

Und was, wenn die Träume am Ende doch platzen und ein sechstes Jahr Regionalliga die Folge ist? „Es geht immer weiter beim OFC“, lautet der allgemeine Tenor. Ein wahrer Kickers-Fan ist eben nach einer Insolvenz, einem Zwangsabstieg in die Regionalliga, einer zweiten abgewendeten Insolvenz und Viertklassigkeit bis heute so leicht nicht mehr aus der Fassung zu bringen. (jm)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare