Fiori sieht OFC für Risiko-Spiel gewappnet

Appelle an die Vernunft: Waldhof-Spieler schreiben an Fans

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Eskorte für Mannheimer Fans: Der Großteil des Waldhof-Anhangs kommt in zwei Sonderzügen nach Offenbach-Ost. Von dort wird er von der Polizei zum Stadion begleitet. 11.000 Zuschauer werden insgesamt erwartet.

Geht es nach Daniel Steuernagel, schließt sich am Samstag (14 Uhr) ein Kreis für die Offenbacher Kickers. „Wir waren die letzten, die Waldhof Mannheim geschlagen haben, und wir werden alles daran setzen, die ersten zu sein, denen das wieder gelingt“, sagt der Trainer des Tabellenvierten der Fußball-Regionalliga Südwest vor dem Klassiker gegen Waldhof Mannheim.

Offenbach – Der designierte Meister und Aufsteiger hatte am 6. Oktober zu Hause gegen Offenbach 1:3 verloren, seither aber in 16 ungeschlagenen Spielen 14 Siege eingefahren. Für Steuernagel ist die Aussicht, dem ewigen Rivalen auf dessen Weg zum Titel die dritte Saisonpleite beizubringen, eine große Motivation. „Wenn alle Spieler von der Nummer eins bis zur Nummer 14 ihre Leistung abrufen, bin ich optimistisch, dass wir sie schlagen können.“ Seine Mannschaft hat gezeigt, wie es geht. „Wir müssen mutig sein, Mannheim immer wieder beschäftigen.“ So wie im Hinspiel, „als so mancher Ball des SV Waldhof auf der Tribüne landete, weil sie nicht wussten, wo sie ihn hinspielen sollen“, erinnert sich Steuernagel gerne.

Ein bestens gefülltes Stadion dürfte ein weiterer Ansporn sein. OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori geht mittlerweile davon aus, dass 11.000 Zuschauer das Spiel am Bieberer Berg verfolgen. Eine Traumkulisse, die die Kickers im kommenden Jahr nicht mehr einplanen können. „Das sind ja mehr als zwei Heimspiele“, sagt Fiori mit kaufmännisch-wehmütigem Blick auf den höchstwahrscheinlichen Wegfall des Prestigeduells. Der Offenbacher Geschäftsführer, dessen Vertrag im Juni ausläuft, deutete eine baldige Entscheidung über seine Zukunft an. „Wir sind in Gesprächen“, sagte er.

Fiori sieht die Kickers für das Risiko-Spiel gut gewappnet. Der Ordnungsdienst wurde auf 250 Personen „verdreifacht“. Dazu kommt ein nicht näher beziffertes Polizeiaufgebot, das die rivalisierenden Fanlager trennen soll. Zudem bemühen sich alle Beteiligten vor dem Duell um Appelle an die Vernunft. Nachvollziehbar, denn Ausschreitungen und Krawalle könnten beide Klubs teuer zu stehen kommen. Das Urteil wegen diverser Fanvergehen gegenüber Kickers Offenbach steht weiter aus. Deutlich kritischer beäugt wird Mannheim. Gestern kündigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Berufung gegen das Urteil des Frankfurter Landgerichts an. Das hatte den Drei-Punkte-Abzug für den SV Waldhof nach dem Spielaabruch im Aufstiegsrückspiel gegen den KFC Uerdingen als nicht rechtens erklärt. Mannheimer Fans hatten mit Pyro-Attacken den Abbruch verursacht. Der Punktabzug ist in der offiziellen Tabelle weiterhin berücksichtigt. „Eine Änderung kann erst erfolgen, sobald ein rechtskräftiges Urteil eines Zivilgerichts vorliegt oder die Vollstreckung des Urteils des Frankfurter Landgerichts angeordnet wird“, erklärte Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest.

Bilder: Kickers Offenbach verspielen Führung gegen Steinbach Haiger

Die Mannheimer Spieler richteten in den sozialen Netzwerken einen Appell an ihre Fans. „Wir wünschen uns einen Tag, an dem es auf dem Rasen sportlich intensiv, aber fair zugeht“, hieß es in der Mitteilung auf Facebook. „Wir bitten euch, auf jegliche Art von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik zu verzichten. Auch ein Platzsturm wäre unangebracht. (...) Durch die Vergangenheit stehen wir unter besonderer Beobachtung.“ Die Gäste-Fans kommen mit zwei Sonderzügen, der erste wird Samstag gegen 11.15 Uhr an der Station Offenbach Ost erwartet. Von dort werden sie von der Polizei zum Stadion begleitet, dessen Tore bereits um 12 Uhr geöffnet sind. Die insgesamt 3782 Tickets für Waldhof-Fans auf der West-Tribüne im Sparda-Bank-Hessen-Stadion sind verkauft. „Ich bin sicher, dass wir trotzdem eine Heimspielatmosphäre haben“, setzt Steuernagel auf die Stimmgewalt des OFC-Anhangs. Und er setzt auf die Motivation seiner Spieler, Mannheim erneut in die Suppe zu spucken. „Wir sind bereit“, sagt der OFC-Coach, der auf Innenverteidiger Lucas Albrecht zurückgreifen kann.

Von Jörg Moll

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