Kutz gibt Geschäftsführung ab

Fioris Premiere bei Fischers Rückkehr

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Knapp sieben Wochen nach seiner Vertragsunterzeichnung mit OFC-Aufsichtsratsboss Helmut Spahn wird Christopher Fiori (rechts) die Profi GmbH der Kickers alleine führen. Remo Kutz hat die Geschäftsführung mit sofortiger Wirkung abgegeben.

Offenbach - Die Zeit von Remo Kutz als kommissarischer Geschäftsführer der Profi GmbH der Offenbacher Kickers ist offiziell beendet. Der Aufsichtsrat beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend formal die Abberufung. Von Jörg Moll

Ab sofort ist Christopher Fiori alleine für die Geschäfte des Fußball-Regionalligisten verantwortlich. Bewegung kommt auch in die Klage gegen den Neun-Punkte-Abzug. Die Partie gegen den 1. FC Saarbrücken am Sonntag (14 Uhr) wird für Christopher Fiori eine doppelte Premiere. Zum einen wird der 36-Jährige erstmals als alleiniger Geschäftsführer auf der Tribüne im Sparda-Bank-Hessen-Stadion sitzen, zum anderen wird es das erstes „Risikospiel“, das er organisieren muss. Als solches wird das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenzweiten aus dem Saarland von Polizei und Liga-Geschäftsführung deklariert, was die üblichen Sicherheitsvorkehrungen nach sich zieht. 700 Gästefans werden erwartet. Fiori rechnet mit „bis zu 6000 Zuschauern“ gegen den Klub, dessen Geschäfte sein Vor-Vorgänger David Fischer führt.

Remo Kutz bestätigte gegenüber unserer Zeitung die offizielle Übergabe der Geschäfte. Formal musste der Aufsichtsrat den alten Geschäftsführer abberufen und den neuen bestellen. Das ist in der Aufsichtsratssitzung am Dienstagabend geschehen. „Ich hatte mich bereiterklärt, die Geschäftsführung befristet zu übernehmen, den Zeitraum hatten wir uns kürzer vorgestellt“, räumte Kutz ein. Er hatte das Amt am 15. Januar nach der Trennung von David Fischer ehrenamtlich übernommen. „Ich wollte das vorgefundene Chaos auf der Geschäftsstelle aufräumen. Da sind wir vorangekommen, aber noch nicht am Ende“, sagte Kutz. Dramaturgische Höhepunkte seiner Amtszeit waren die Insolvenzanmeldung im Mai und deren Abwendung drei Monate später. „Es war wichtig, dass uns das gelungen ist“, meinte Kutz: „Dafür gilt mein Dank allen, die dazu beigetragen haben.“

Sein Nachfolger kündigte gestern an, dass er zunächst die Strukturen auf der Geschäftsstelle neu aufstellen wird. Spätestens im Januar will er sein Team zusammenhaben. Priorität genießt die Verpflichtung eines Mitarbeiters, der sich um Marketing und Verkauf kümmern soll. „In der Vermarktung ist zu wenig passiert“, konstatierte Fiori: „Da müssen wir präsenter sein.“ Im Januar soll die erste Sponsorenveranstaltung folgen. Der OFC könne eine Netzwerkplattform für Geschäftsleute sein. „Diese Möglichkeit wollen wir nutzen“, so Fiori: „Wir müssen die Leute begeistern und Vertrauen zurückgewinnen.“

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Noch vor Weihnachten soll auch Bewegung in die Klage gegen den Neun-Punkte-Abzug als Folge der Insolvenzanmeldung im Mai kommen. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Vorsitzende des ständigen Schiedsgerichts der Regionalliga Südwest, Dietmar Arzinger-Bolten (früher Präsident des Bundesligisten 1. FC Köln), je einen Vertreter des Verbandes und des Vereins als Beisitzer offiziell berufen. Noch vor Weihnachten will sich das Gremium mit der zehnseitigen Klageschrift der Kickers befassen. Mit einem sofortigen Urteil ist nicht zu rechnen. Stattdessen dürfte ein Termin für eine mündliche Verhandlung fixiert werden, der ebenfalls noch vor Weihnachten liegen könnte. Bis dahin muss der OFC noch einige formale Voraussetzungen erfüllen. Die wichtigste ist nach unseren Informationen: Die veranschlagten Verfahrenskosten müssen entrichtet werden.

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