Antrag weg, Strafe auch?

Fragen und Antworten zur Rücknahme des Insolvenzantrages

Wollen künftig nur noch nach vorne schauen: OFC-Präsident Helmut Spahn (rechts) und Vizepräsident sowie Geschäftsführer Remo Kutz (links). (c)Foto: Pressehaus
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Wollen künftig nur noch nach vorne schauen: OFC-Präsident Helmut Spahn (rechts) und Vizepräsident sowie Geschäftsführer Remo Kutz (links).

Offenbach - Remo Kutz, der Geschäftsführer der Profi GmbH der Offenbacher Kickers, hat den vor drei Monaten gestellten Insolvenzantrag am Samstag zurückgenommen. Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen. Von Christian Düncher

Welche Auswirkungen hat die Rücknahme des Insolvenzantrages auf das vorläufige Insolvenzverfahren?

Es verliert mit der Rücknahme seine Grundlage. Das Insolvenzgericht wird daher die Akte schließen und bereits erlassene Anordnungen per Beschluss aufheben. Das ist aber eine reine Formalie. Der OFC hatte das Gericht und den vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt vorab informiert und geht davon aus, dass bis 1. September alles abgeschlossen ist.

Wie stellt sich das Thema Verbindlichkeiten nun dar?

Die Profi GmbH hatte laut Schatzmeister Markus Weidner zum 30. Juni Verbindlichkeiten in Höhe von rund einer Million Euro. 600.000 werde man sofort begleichen, 120.000 werden erst 2017 fällig und bei 240.000 habe man eine Stundung beziehungsweise Teilzahlung vereinbart und nun bis zu drei Jahre Zeit, um sie zu begleichen.

Mit welchen finanziellen Mitteln hat der OFC die Situation in den Griff bekommen?

Das Geld kommt aus drei Quellen. Eine sind die Fans, die unter anderem durch den Kauf der Unterstützerpakete ihren Teil zu Rettung beigetragen haben. Zudem haben Sponsoren sowie OFC-Gremien mit Darlehen und zusätzlichen Leistungen geholfen. Und dann kommen da noch Einnahmen durch das Spiel gegen den einstigen Champions-League-Sieger.

Welche Auswirkungen hat das alles auf den Neun-Punkte-Abzug, mit dem der OFC bestraft worden war, weil er Insolvenz beantragt hatte?

Erstmal keine. Der Wortlaut der Satzung ist eindeutig. Der OFC will aber dagegen vorgehen. Laut Präsident Helmut Spahn hat man sich bereits juristisch beraten lassen und argumentiert unter anderem damit, dass ein zurückgenommener Antrag im Insolvenzrecht so behandelt wird, als wäre er nie gestellt worden. Das müsse folglich auch für den Punktabzug gelten.

Ist die Mission von Remo Kutz mit Rücknahme des Antrages erfüllt oder bleibt er Geschäftsführer?

Laut Spahn wurde in Abstimmung mit den Gremien entschieden, dass Kutz zunächst (ehrenamtlicher) Geschäftsführer bleibt. Es soll künftig sogar zwei geben. Der Neue wird sich unter anderem um das Marketing kümmern. „Wir wollen ein Vier-Augen-Prinzip“, sagte Spahn, der mit mehreren Bewerbern gesprochen hat. Drei seien in der engeren Wahl. Nun entscheidet der Aufsichtsrat.

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Welche Möglichkeiten ergeben sich nun für den OFC?

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„Wir können jetzt umsetzen, was wir schon die ganze Zeit machen wollten“, sagt Kutz. Neben dem zweiten Geschäftsführer für Marketing (Kutz: „Da müssen wir wachsen“) wird die Geschäftsstelle um anderthalb Stellen erweitert und erhält eine neue Software für Ticketing und Mitgliederverwaltung sowie feste Öffnungszeiten. „Der Service muss professioneller werden“, sagte Kutz. Zudem richtet man mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft eine Veranstaltung aus, an der 200 Unternehmen teilnehmen, die noch kein Sponsor sind.

Wie stellt sich der Ist-Zustand im Marketing dar?

Bei den Dauerkarten (aktuell: 2334) hofft man, die Marke aus dem Vorjahr (2970) zu erreichen. Im Bereich der Business-Plätze sei das Ergebnis bereits besser als im Vorjahr. Auch bei den Logen generiere man höhere Erträge, obwohl erst sechs von zehn vermietet sind. Eine soll künftig als Tagesloge (Preis: 1500 Euro) dienen. Die Einnahmen durch Banden seien zwar noch geringer, man werde aber nur noch präsentieren, was auch bezahlt werde, so Kutz.

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