Kommentar: Frust auf allen Ebenen

Das Bild, das die Kickers zum Auftakt 2012 abgegeben haben, war auf ganzer Linie enttäuschend. Den Profis, über die Trainer Arie van Lent gesagt hatte, sie würden nach guter Vorbereitung brennen, fehlte die Begeisterung. Sie wirkten emotionslos. Von Holger Appel

Der Trainer, früher selbst erfolgreicher Bundesligastürmer, stellte trotz harmloser Bemühungen erst spät auf ein offensiveres System mit zwei festen Stürmern um. Das muss man hinterfragen.

Und einigen wenigen Fans ist es wieder gelungen, ein ganzes Tribünenpublikum in Verruf zu bringen. Sie haben mit dem Werfen von Gegenständen auf den Assistenten - auch wenn es „nur“ Feuerzeuge waren - dem OFC einen schlechten Dienst erwiesen. Der DFB kann und wird so etwas nicht durchgehen lassen, fährt spätestens seit dem Bierbecherwurf gegen den Assistenten auf St. Pauli einen rigorosen Kurs. Der OFC, der schon nach den Spielen in Wehen und Darmstadt Geldstrafen wegen Fanverfehlungen zahlen musste, steht noch mehr unter Beobachtung.

Die Kickers, finanziell stets knapp bei Kasse, müssen jetzt wohl tief in die Tasche greifen. Fraglich, ob sie die Täter rasch ermitteln können. Das Geld wäre an anderen Stellen - Nachwuchsarbeit, Stadion - besser angelegt. Doch was soll der OFC machen? Sind Sicherheitsnetze vor der Waldemar-Klein-Tribüne eine Hilfe? Besser wäre, die Fans würden so etwas unter sich regeln, die schwarzen Schafe auf der Tribüne zur Vernunft bringen, wie sie das schon beim Spiel in Jena geschafft haben. Generell hilfreich sind auch stärkere Leistungen der Profis. Am besten schon am Samstag in Oberhausen.

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