Nach Facebook-Kommentar über Foul an OFC-Spieler Scheu

„Geiler Kick“ hat Konsequenzen

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Sichtlich gezeichnet vom Foul seines Gegenspielers: OFC-Talent Robin Scheu hatte im Test gegen Viktoria Berlin Glück, dass er bei dem brutalen Tritt noch den Arm schützend vor den Oberkörper hielt. Die Szene mit dem Foul ist im Internet ein Video-Hit.  

Offenbach - Nicht nur auf dem Platz laufen Fußballer Gefahr, plötzlich im Abseits zu stehen oder sich Strafen einzuhandeln. Auch in sozialen Medien können sie sich leicht verdribbeln. Mit Folgen. Von Christian Düncher 

So hat der Kung-Fu-Tritt gegen OFC-Spieler Robin Scheu im Test gegen Viktoria Berlin Konsequenzen für einen Akteur, der gar nicht an der Szene beteiligt war. Direkt vor Ort verfolgt hatten am Freitag nur circa 70 Zuschauer das Freundschaftsspiel im türkischen Side zwischen Kickers Offenbach und Viktoria Berlin. Den Aufreger der Partie haben inzwischen jedoch hunderttausende gesehen – im Internet. Auch auf Facebook wurde das Video geteilt und kommentiert. Unter anderem von Ideal Iberdemaj. Der schrieb zu der Szene mit dem brutalen Kung-Fu-Tritt gegen OFC-Spieler Robin Scheu: „Richtig sooo...!!!“ und „Sah schon geil aus der Kick“. Nun ist Iberdemaj kein beliebiger Facebook-Nutzer, sondern Stürmer bei Offenbachs Ligarivale Wormatia Worms, was die Reaktion eines Kickers-Fans zur Folge hatte: „Meinst du, dein Trainer findet deinen Kommentar professionell? Eher nicht.“ Iberdemajs Antwort spricht für sich: „Meinst du, jemanden juckt, was du denkst?“

Inzwischen wurden Iberdemajs Kommentare gelöscht - und sein Verein hat reagiert. Die Wormatia suspendierte ihn gestern Abend bis auf weiteres vom Trainings- und Spielbetrieb der Regionalliga-Mannschaft. Außerdem muss er eine Geldstrafe zahlen, die für „ein soziales Projekt des OFC zur Verfügung gestellt wird“, wie Giuseppe Lepore, Leiter Geschäftsbetrieb der Wormatia, mitteilte.

Der Kung-Fu-Tritt im Video

„Wir legen Wert auf Fairness, daher sind solche Aussagen schlimm für die Außendarstellung“, sagte Wormatia-Trainer Sascha Eller. „Das Verhältnis zwischen Offenbach und Worms ist eigentlich gut. Ich freue mich auf das Spiel gegen die Kickers“, ergänzte er mit Blick auf den Test am Samstag, 21. Februar, in Worms.

Ein weiteres Beispiel für die Folgen des unbedachten Umgangs mit sozialen Medien hatte erst zu Wochenbeginn Mitchell Weiser vom FC Bayern München geliefert, als er – einem Trend folgend – ein peinliches Foto auf Instagram veröffentlichte. Es zeigt Mitspieler David Alaba und ihn im String-Tanga, bis es einen Tag später gelöscht wurde. Im Internet macht es trotzdem weiter die Runde. Von der Tangagate-Affäre ist scherzhaft ist Rede. Weiser hat sich entschuldigt. Er sei jung und habe einen Fehler gemacht, aus dem er lernen werde, teilte er mit. Einige Klubs versuchen, dem vorzubeugen, indem sie klare Regeln aufgestellt haben, aber auch die helfen nicht immer.

Bei Real Madrid gab es sogar einen Shitstorm, weil vergangenes Wochenende nach einem 0:4 im Derby bei Atletico Madrid Fotos fröhlicher Spieler von Cristiano Ronaldos Geburtstagsparty auftauchten. „Diese Kanäle leben natürlich von Authentizität und Spontaneität“, sagt Tobias Schmidt, bei Schalke 04 für Social Media zuständig - aber das bringt auch Gefahren mit sich. Der Fan an sich reagiert nämlich sensibel. Die Netzwerke bieten den Klubs aber eine geniale Gelegenheit, direkt mit den Anhängern zu kommunizieren. Der klassische Journalismus wird oft übersprungen. Da aber meist auch die Sportler Accounts haben, kann es schwierig werden.

Bilder vom Testspiel gegen Berlin

Eindrücke vom Testspiel gegen Berlin und aus dem Hotel

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