Regionalliga Südwest

Kickers Offenbach: Geisterspiele wegen Coronavirus 

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Das Spiel zwischen den Kickers Offenbach und dem FC Homburg wird ohne Zuschauer ausgetragen. 

Auch in der Regionalliga Südwest droht wegen des Coronavirus Chaos. Thomas Sobotzik, Geschäftsführer von Kickers Offenbach, macht sich Sorgen. 

  • Das Coronavirus trifft auch den Sport
  • In der Regionalliga Südwest könnten Geisterspiele drohen
  • Für den OFC sind Einnahmen aus dem Zuschaurgeschäft existenziell

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 6.21 Uhr: Am Mittwochabend herrschte noch Unklarheit, jetzt ist es jedoch sicher: Felix Schwenke, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach, hat bestätigt, dass alle Spiele von Kickers Offenbach bis Karfreitag aufgrund der Coronavirus-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden werden. Davon ist auch das Spiel zwischen dem OFC und dem FC Homburg am Samstag, 14.03.2020, betroffen. „Es geht leider verantwortungsvoll nicht anders. Ich habe den Präsidenten persönlich informiert“, teilte er in einem Kommentar auf Facebook mit.

Erstmeldung vom Dienstag, 10.03.2020, 15.40 Uhr: Offenbach – Die Unsicherheit über die Folgen des Coronavirus treibt den Verantwortlichen der Fußball-Regionalliga Südwest immer tiefere Sorgenfalten auf die Stirn. Drohen auch in der vierten Liga Geisterspiele, nachdem die städtischen Behörden den Besuch der Partie des Oberligisten Stuttgarter Kickers untersagt hatten?

Regionalliga mit Terminsschwierigkeiten

Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, äußert sich extrem zurückhaltend. „Eine Komplettabsage für das kommende Wochenende ist Stand jetzt noch kein Thema“, sagt er auf Nachfrage. Zumal aufgrund von diversen Pokalverpflichtungen der Klubs (Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken etwa ist im Landes- und im DFB-Pokal noch vertreten) bereits jetzt Terminschwierigkeiten programmiert sind. „Verschieben ist eh schwierig, weil niemand die Gesamtsituation einschätzen kann. Theoretisch: Würde man alle unsere Spiele in den April schieben, gäbe es bei uns Terminchaos“, sagt Saarbrückens Geschäftsführer David Fischer, bis 2016 in gleicher Funktion bei Kickers Offenbach.

„Unser erstes Ziel muss es sein, den Wettbewerb zu schützen, die Saison soll zu Ende gespielt werden“, betont Döther. Aktuell verweist er darauf, dass die Gesundheitsämter vor Ort im Kontakt mit den Klubs stehen.

Kickers Offenbach: Thomas Sobotzik im Austausch mit dem Gesundheitsamt

Die Miene von Thomas Sobotzik, Geschäftsführer der Offenbacher Kickers, verfinstert sich beim Gedanken an Geisterspiele am Bieberer Berg. „Für uns sind Zuschauereinnahmen am Spieltag existenziell, sie machen 40 Prozent unseres Etats aus.“ Aktuell geht Sobotzik, der sich im Austausch mit dem Offenbacher Gesundheitsamt befindet, davon aus, dass die Partie gegen den FC Homburg am Samstag (14 Uhr) mit Zuschauerbeteiligung stattfinden kann. Was passiert, wenn die Einnahmen wegfallen oder gar Dauerkartenbesitzer entschädigt werden müssten, darüber will Sobotzik noch gar nicht reden.

Klar ist aber: Eine Versicherung, die den Ausfall solcher Einnahmen kompensiert, besteht nicht. Von Verbandsseite aus gibt es keine Signale, die Klubs im Fall der Fälle finanziell zu unterstützen. „Das Risiko liegt alleine bei den Vereinen. Es gibt jedenfalls keinen Fond für Regionalligisten“, betont Döther.

Geisterspiele auch ohne Coronavirus

Geisterspiele in der Regionalliga Südwest gibt es auch ohne Coronavirus immer mal wieder. Allerdings nicht, weil Zuschauer außen vor bleiben müssen, sondern weil das Interesse mancherorts bescheiden ist. Am vergangenen Wochenende sahen nur 140 Zuschauer die Partie 1899 Hoffenheim II - Mainz 05 II (1:4). Drei weitere Begegnungen, darunter das Gastspiel von Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken beim FC Astoria Walldorf, blieben unter Marke von 1000 Zuschauern. Folgen die Bundesländer Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen der bayerischen Staatsregierung, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern zu untersagen, würde das für das kommende Wochenende dennoch nicht eine Komplettabsage bedeuten. Lediglich in vier der neun Partien rechnet Döther mit größeren Kulissen: in Aalen (gegen Steinbach Haiger), in Völklingen (Saarbrücken gegen Mainz 05 II), in Ulm (gegen den FSV Frankfurt) und in Offenbach. Dort wird nach dem Erfolgserlebnis in Elversberg gegen Homburg sicher wieder die 5000-Zuschauermarke überboten. „Offenbach würde es am härtesten treffen“, ist Döther bewusst. 

Von Jörg Moll

Der OFC gewinnt gegen Elversberg: Die Highlights der Partie im Video.

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