Testspiel gegen Siegen 

Gohlke hat Glück im Unglück

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Bitterer Moment für Gerrit Gohlke. Der junge Verteidiger der Kickers prallte mit zwei Siegenern zusammen und wurde schwer benommen ins Krankenhaus gebracht. Immerhin: Gestern konnte der 19-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen.

Offenbach – Der letztlich etwas enttäuschende Ausgang des ersten Testspiels im Jahr 2019 geriet für Kickers Offenbach schnell zur Nebensache. Von Jörg Moll

Beim 0:2 (0:1) gegen den westfälischen Oberligisten Sportfreunde Siegen stockte den rund 300 Zuschauern auf dem Platz am Wiener Ring in der 7. Minute der Atem. Youngster Gerrit Gohlke war in einem Kopfballduell mit zwei Siegenern zusammengerasselt und hatte sich richtig weh getan. Nachdem er zeitweise bewusstlos am Boden lag und minutenlang behandelt wurde, kam er erst im Krankenhaus wieder zu sich. Gestern gab Daniel Steuernagel erleichtert Entwarnung. „Er hat nur eine schwere Gehirnerschütterung, Gott sei Dank nicht mehr“, sagte der Kickers-Trainer. Gohlke konnte bereits das Krankenhaus verlassen.

„Es tut mir unheimlich leid für Gerrit“, meinte Steuernagel. Der 19-Jährige, der zu Beginn der Saison verletzt fehlte und danach keine Rolle spielte, hatte in der ersten Trainingswoche Werbung in eigener Sache betrieben. „Er hatte wirklich gut trainiert“, lobte der OFC-Trainer.

Nach dem Schockmoment fand der Regionalligist recht bald wieder ins Spiel, ließ aber durch Varol Akgöz und Niklas Hecht-Zirpel beste Chancen liegen. Auf der Gegenseite nutzte der frühere Zweitligist einen dicken Patzer von OFC-Torwart Sebastian Brune zur Führung. Der 24-Jährige versuchte sich im Dribbling, der Japaner Ryo Suzuki luchste ihm die Kugel ab und schob sie ins leere Tor. Wenig später blieb ein weiterer Ballverlust Brunes folgenlos. „Ärgerlich für ihn, aber du musst halt im Spiel voll da sein“, meinte Steuernagel, der mit dem Auftritt seines 45 Minuten in 3-5-2-Formation agierenden Teams zunächst unzufrieden war. „Ich hätte mir nach dem Verlauf der Trainingswoche mehr erwartet“, meinte er. Nachdem er zum Wiederanpfiff bis auf Testspieler Bruno Budalic komplett durchgewechselt hatte, lief es im 4-1-4-1 etwas besser. Doch selbst beste Gelegenheiten, etwa durch die agilen Testspieler Arda Nebi und Matias Pyysalo, aber auch durch Torjäger Jake Hirst, blieben ungenutzt. Die Gäste machten es besser, profitierten bei ihrem Kontertor zum 2:0 davon, dass Torwart Daniel Endres weit aus seinem Tor aufrücken musste, den entscheidenden Zweikampf aber verlor. Masahiro Endo, einer von vier Japanern im Siegener Team, köpfte die Kugel ins leere Tor.

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Bis auf Budalic - der 19-jährige Kroate trainiert noch eine weitere Woche mit - war es für die drei übrigen Testspieler der vorerst letzte Auftritt im OFC-Dress. „Arda und Matias haben es ordentlich gemacht“, meinte Steuernagel zum Auftritt der beiden Offensivspieler. Pecht hatte Kenan Hadzic, der Kroate verletzte sich beim Aufwärmen und kam so um sein Bewerbungsspiel. In dieser Woche wollen die Kickers weitere Testkandidaten im Training unter die Lupe nehmen.

Kickers Offenbach, 1. Halbzeit: Brune - Gohlke (7. Lovric), Albrecht, Kirchhoff - Budalic, Hodja, Garic, Stoilas, Ferukoski - Hecht-Zirpel, Akgöz

Kickers, 2. Halbzeit: Endres - Marx, Budalic, Lovric, Scheffler - Ikpide - Nebi, Pyysalo, Sawada, Firat - Hirst

Tore: 0:1 Suzuki (31.), 0:2 Endo (82.).

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