Julius Reinhardt fehlt

Manfred Bender lässt keine Ausreden gelten

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Fällt im Hessenpokal-Derby aus: Julius Reinhardt.

Offenbach - Am Tag nach der 0:2-Derbypleite gegen Darmstadt 98 war der Ärger bei den Verantwortlichen der Offenbacher Kickers nicht verraucht. Sport-Geschäftsführer Manfred Bender und Trainer Rico Schmitt sprachen während des Trainings zur Mannschaft. Von Jörg Moll

Und sie drückten unmissverständlich ihre Vorstellungen für die kommenden Aufgaben am heutigen Montag (19 Uhr) im Hessenpokal-Halbfinale bei den „Lilien“ und in der 3. Liga am kommenden Samstag (14 Uhr) bei Hansa Rostock aus. „Ich erwarte, dass die Mannschaft meine Aussagen widerlegt“, erklärt Bender. „Für ein Derby braucht man Kerle“, hatte der 36-Jährige nach dem desaströsen Auftritt gesagt. In seiner Ansprache dokumentierte er, was er darunter versteht - und was er gar nicht akzeptiert. Bender sprach exemplarisch eine Szene zwei Minuten vor dem Ende an, als der junge Sascha Korb (19) von drei Darmstädtern attackiert worden war und keiner ihm geholfen habe. „Das werde ich nicht mehr dulden.“ Auch die Verunsicherung angesichts der ungewissen Zukunft des Vereins und damit auch der Spieler ließ Bender nicht als Argument gelten: „Einige Spieler wollen höherklassig spielen. Was machen die denn, wenn 30 000 Zuschauer pfeifen?“ Ein großes Lob verteilte Bender dagegen an die OFC-Fans: „Wir hatten ein Weltklassepublikum, das uns bis zum Schluss unterstützt hat. In anderen Stadien hätten die Fans nach einer Stunde gepfiffen.“

Heute Abend nun haben die Kickers die Möglichkeit zur schnellen Revanche. „Was gibt es Schöneres?“, fragt Bender. Die Darmstädter dürften das ähnlich sehen, auch wenn der Ex-Offenbacher Benjamin Baier klarstellte: „Der Sieg in der 3. Liga war wichtiger als ein Pokalerfolg. Hätten wir verloren, wären wir weg gewesen.“

Elfmeterkrimi im Hessenpokal-Derby im März 2012 

Rico Schmitt gehen derweil die personellen Alternativen aus. Neben den Langzeitverletzten Markus Husterer, Kai Hesse, Theo Vogelsang und Ex-Kapitän Sead Mehic fällt heute auch Julius Reinhardt aus. Der Mittelfeldspieler hatte sich bei seiner Rettungsaktion, die das sichere 0:2 durch Steegmann verhinderte, eine schwere Schienbeinprellung und eine Muskelverletzung zugezogen. Auch sein Einsatz in Rostock ist fraglich. „Gebrochen ist aber nichts“, atmete Schmitt auf. Jan Washausen wird heute spielen können, in Rostock fehlt er nach seiner Gelb-Roten Karte.

Schmitt wird heute „die bestmögliche Mannschaft“ antreten lassen, um nach zwei Derbypleiten in dieser Saison gegen die „Lilien“ den ersten Sieg einzufahren. „Der Glaube an den Sieg ist das Wichtigste.“ Einen Wechsel auf der Torwartposition schloss Schmitt trotz des Patzers von Robert Wulnikowski vor dem 0:1 aus.

OFC verliert Hessenderby

OFC verliert gegen Darmstadt:

Voraussichtliche Aufstellungen:

OFC: Wulnikowski - Ahlschwede, Kleineheismann, Stadel, Stein - Washausen, Feldhahn - Bäcker, Fetsch, Schwarz - Rathgeber

Bank: Endres - Dziwniel, Maier, Korb, Bender, Vogler, Mosch, Dziwniel

SV Darmstadt 98: Zimmermann - Hickl, Sulu, Gorka, Stegmayer - Behrens - Zielinsky, Latza, U. Hesse - Steegmann, Borg

Schiedsrichter: Wiatrek (Witzenhausen)

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