Pezzoni als Neuzugang

OFC und SC Hessen Dreieich wollen ab sofort kooperieren

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Kevin Pezzoni (Mitte, im Trikot des SC Hessen Dreieich) will künftig seinen „Beitrag dazu leisten, die Ziele des OFC zu erreichen“.

Jetzt haben die Offenbacher Kickers ein ganzes Team neu zusammengestellt. „Von der Anzahl her stimmt das“, sagte Sportdirektor Sead Mehic, nachdem der Fußball-Regionalligist in Kevin Pezzoni vom SC Hessen Dreieich gestern den elften Zugang präsentiert hatte.

Offenbach – Er unterschrieb einen Vertrag bis 2020. „Unser Kader hat ein komplett neues Gesicht erhalten“, so Mehic. In Pezzoni hat der OFC die gesuchte Verstärkung für die Defensive bekommen. Groß und erfahren sollte der Neue sein – beides trifft auf den 30-Jährigen zu. Er ist ein wahrer Hüne für die Hintermannschaft: 1,93 Meter, über 80 Kilo. Und er hat schon einiges erlebt, spielte in allen drei deutschen Profi-Ligen. Der gebürtige Frankfurter lief unter anderem 80-mal für den 1.FC Köln in der Bundesliga auf. „Er wird unser Spiel mit seiner Erfahrung bereichern“, ist OFC-Trainer Daniel Steuernagel überzeugt.

Pezzoni bringt körperliche und mentale Komponente mit

Vor allem bringt der Neue die körperliche und mentale Komponente mit – wie die zuvor verpflichteten Luigi Campagna und Richard Weil. „Das war etwas, das uns gefehlt hatte“, so Mehic. „Wir hatten viele liebe Schwiegersöhne. Aber ab und zu braucht man Leute, die ein bisschen dreckig spielen.“ Weil das auf die ebenfalls im Zentrum angesiedelten Ko Sawada, Kevin Ikpide und Luka Garic nicht zutrifft, habe man in Sachen „Robustheit und Cleverness aufgerüstet.“ Wo genau Pezzoni spielen wird, sei aber offen. In Dreieich hatte er vor der Abwehr agiert, kann aber auch in der Innenverteidigung spielen, wo nach dem Abgang von Kapitän Benjamin Kirchhoff (TSV Steinbach Haiger) noch eine Planstelle offen war. Steuernagel betonte, dass Pezzoni „im defensiven, zentralen Bereich flexibel einsetzbar“ sei.

Fest steht, dass der Routinier ablösefrei kommt. Der SC Hessen Dreieich habe den Spieler „im Rahmen der angedachten Kooperation vorzeitig aus dem noch ein Jahr laufenden Vertrag entlassen“, erklärte Mehic. Beide Vereine wollen künftig zusammenarbeiten. Zumindest für die Dreieicher ist das nicht ungewöhnlich. Sie hatten in ihrer jungen Historie solche Projekte im Jugendbereich (SV Darmstadt 98, JFV Frankfurt) durchgeführt – oder geplant (Eintracht Frankfurt). Zudem sollte auf dem Gelände des SC Hessen eine deutsch-chinesische Fußballakademie entstehen.

SC Hessen und OFC machen gemeinsame Sache

Nun machen die Dreieicher und die Offenbacher gemeinsame Sache. Wie genau, das steht noch nicht fest. Es sei für die nahe Zukunft ein Testspiel angedacht. Und darüber hinaus? „Der Wechsel von Kevin Pezzoni ist nur der erste Schritt. Wir gehen nun tiefer in die ganze Sache rein. Es spricht für den SC Hessen Dreieich, dass sie mit einem ambitionierten Nachbarn zusammenarbeiten wollen“, so Mehic. Da der OFC kein Reserve-Team hat, sollen Talente, die der U19 entwachsen, wie Rechtsverteidiger Marc-Andre Nopp, nach Dreieich wechseln und dort in der Hessenliga Spielpraxis sammeln. Pezzoni, der beim OFC schon länger auf der Liste stand, ging den umgekehrten Weg (nach 19 Regionalligaspielen für Dreieich) und freut sich „sehr darüber, dass es nun endlich geklappt hat und ich bei einem echten Traditions-club auflaufen darf“.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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Wechsel von Sawada weiter kein Thema

Bisher hat der OFC 23 Spieler für die Saison 2019/20 unter Vertrag. Drei weitere sollen noch kommen, Ko Sawada soll langfristig bleiben.

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