Sponsor EVO hält sich bedeckt

Hilfe durch Rode bleibt Traum

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Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt (rechts) prüft mit OFC-Geschäftsführer Remo Kutz die Situation bei der insolventen Profi GmbH. Er machte deutlich, dass das Signal zur Insolvenzanmeldung des e.V. nicht von ihm kommen wird.

Offenbach - Es sind nicht die Tage der guten Nachrichten für die Offenbacher Kickers. Hauptsponsor EVO erklärte gestern, dass keine über den 30. Juni hinaus gültige Vereinbarung besteht. Die Form der künftigen Unterstützung ließ der Energieversorger offen. Von Jörg Moll 

Die Hoffnung auf einen Geldsegen bei einem Wechsel von Sebastian Rode hat sich auch nicht erfüllt. Es wäre zu schön gewesen: Tottenham Hotspur hatte zuletzt Interesse an der Verpflichtung von Sebastian Rode gezeigt. Der englische Premier-League-Klub hätte dem Ex-Offenbacher die Perspektive Champions League bieten können - und dem OFC die Aussicht auf eine Beteiligung an der Ablöse. Der per FIFA-Statut festgelegte Solidaritätsbeitrag zur Ausbildungsentschädigung von Profis hätte dem OFC bei einer möglichen Ablöse in Höhe von zehn Millionen Euro rund 250.000 Euro aufs Konto gezaubert. Es bleibt ein Traum - denn Rode, zwischen 2005 und 2010 für den OFC in der Jugend und 3. Liga am Ball, wird den FC Bayern München zwar nach zwei Jahren verlassen, aber für kolportierte zehn Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechseln. Bei einem Wechsel innerhalb Deutschlands wird, wie der Deutsche Fußball-Bund auf Anfrage bestätigte, kein Cent an den OFC fließen.

So überraschend diese Einnahme gewesen wäre, so dringend nötig hat der OFC frisches Geld. Beim Versuch, die Liquidität für die neue Saison zu sichern, wartet auf Geschäftsführer Remo Kutz, Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt und die zu findende Verstärkung auf der Geschäftsstelle viel Arbeit. Klinken putzen ist angesagt. Wie viele Türen sich öffnen, ist fraglich.

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Hauptsponsor EVO bestätigte gegenüber unserer Zeitung zwar seine Bereitschaft, sich auch nach Vertragsende am 30. Juni zu engagieren, ließ aber den Umfang offen. „Es ist noch zu früh, um darüber zu reden. Wir müssen erstmal sehen, wie es mit dem OFC weitergeht“, erklärte EVO-Sprecher Harald Hofmann. „Wir sind dem OFC in 15 Jahren als Hauptsponsor stets treu geblieben“, betonte er: „Aber wir werden keine Schwierigkeiten bereiten, wenn der OFC einen Partner findet, der deutlich bessere Lösungen bietet.“ Entscheidend sei, dass der Klub es schaffe, neues Vertrauen aufzubauen. „Wir brauchen eine seriöse, vernünftige Finanzplanung“, sagt Hofmann.

Bis Juni 2017 ist der Mietvertrag mit der Stadionbetreibergesellschaft SBB, einer Tochter der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), gültig. Kleinschmidt kann diesen mit einem Sonderkündigungsrecht binnen drei Monaten kündigen. „Aber das hilft mir ja nichts“, sagte Kleinschmidt: „Dann müssen wir ja woanders hingehen.“ SOH-Geschäftsführer Peter Walther verfolgt die Entwicklungen aufmerksam. Eine belastbare Einschätzung der Auswirkungen der Insolvenzanmeldung sei nicht möglich. „Dr. Kleinschmidt hat die Federführung in dem Verfahren. Dieser Prozess ist hoch dynamisch, komplex und ergebnisoffen“, ließ Walther in einer Pressemitteilung verlauten. Derzeit würden alle möglichen Szenarien analysiert und bewertet - auch hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Folgen auf die SBB. „Wir hoffen, dass es allen Beteiligten gemeinsam gelingen wird, dem Profifußball weiterhin eine Zukunft im Sparda-Bank-Hessen-Stadion zu geben“, schloss er.

Kickers-Fans erstligareif

Derweil machte Kleinschmidt deutlich, dass ein Signal für den von der Insolvenz bedrohten e.V. nicht von ihm kommen werde. „Der Schuldenrückübertragung auf die GmbH ab 2017 müssen die Gläubiger zustimmen“, betonte er. Dass diese einem Übertrag auf eine insolvente Gesellschaft zustimmen, hält er für ausgeschlossen. Stattdessen erachtet er eine „Gesamtlösung mit einer vorläufigen Insolvenz des e.V. und der GmbH als Chance. Sonst bekommt man kein Grundvertrauen in den OFC.“

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