Erfolg gegen Ulm

Hodjas „Dosenöffner“ und zwei stechende Joker

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Nicht zu stoppen: Kickers Offenbachs Ko Sawada läuft hier drei Spielern des SSV Ulm davon. Der Japaner war beim 3:0-Heimsieg des OFC zum Auftakt der Restsaison einer der auffälligsten Akteure, erzielte das 1:0 selbst und bereitete den Treffer zum 2:0 durch Varol Akgöz vor.

Offenbach – Der Sieg im Verfolgerduell fiel letztlich etwas zu hoch aus, mit dem 3:0 gegen den SSV Ulm haben die Offenbacher Kickers zum Auftakt der Restrunde dennoch unterstrichen, dass sie die Saison noch nicht abgehakt haben. Von Christian Düncher

Es war der vierte Sieg in Folge für den diesmal gnadenlos effektiven OFC.
Die 52. Minute war gerade im Sparda-Bank-Hessen-Stadion angebrochen, als Dren Hodja dem bis dahin ereignisarmen Verfolgerduell mit dem SSV Ulm den letztlich entscheidenden Glanzpunkt verlieh. Der Mittelfeldspieler holte sich den Ball tief in der eigenen Hälfte ab, wurde nicht attackiert und passte mit dem rechten Außenrist perfekt in den Lauf von Ko Sawada, der den aus dem Tor eilenden Christian Ortag überwand und die Kickers damit auf die Siegerstraße brachte.

Am Ende hieß es 3:0 für den OFC in einem Spiel, das bis zu Hodjas Geistesblitz unter die Kategorie „klassisches 0:0“ fiel. „In der ersten Hälfte war es ein Abtasten. Drens Pass war der Dosenöffner“, analysierte Linksaußen Christos Stoilas. Hodja gab sich jedoch bescheiden. Er habe den Ball „gut getroffen“. Klar ist aber auch: Es gibt in dieser Liga nicht viele Akteure, die so einen Pass spielen können. Hodjas gute Technik ist unbestritten, aber er kam lange nicht damit zurecht, dass er im System von Trainer Daniel Steuernagel defensiver agieren muss als unter Vorgänger Oliver Reck. Der OFC-Coach hatte jedoch bereits während der Wintervorbereitung betont, dass Hodja auf einem guten Weg sei. Gegen Ulm bestätigte der 24-Jährige dies. „Dren hat das wirklich sehr, sehr gut gemacht, nicht nur in der Arbeit gegen den Ball“, lobte Steuernagel.

Ulms Coach Holger Bachthaler verstand hingegen die Welt nicht mehr. „Diesmal hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, haderte er. Die Gäste, die auch ihr viertes Spiel in Offenbach seit der Einführung der Regionalliga Südwest verloren, hatten zwar mehr Spielanteile, das war aber auch der Taktik des OFC geschuldet. „Wir wussten, dass Ulm Probleme bekommt, wenn sie oft den Ball haben“, erklärte Steuernagel. Mit dem Offensivspiel bis zur Pause war er aber nicht zufrieden: „Wir wollten die Pressinglinie auch mit langen Bällen überspielen, haben es jedoch übertrieben.“ Weil die Kickers nichts zuließen, war ein zur Pause 0:0 die Folge.

OFC-Zeugnis gegen SSV Ulm

Im zweiten Durchgang hatte der OFC dann auch „das Spielglück auf unserer Seite“, so Steuernagel. „Unsere zweite oder dritte Chance im Spiel hat gleich zum ersten Tor geführt.“ Es war sogar der erste Schuss, der überhaupt auf eines der beiden Tore ging. In Hälfte eins hatte Stoilas vorbei- und Sawada knapp drübergezielt. „Wir waren sehr effektiv“, befand der Fußballlehrer. Denn auch der zweite und der dritte Torschuss (82., 84.) waren Treffer. Zwei Joker stachen dabei entscheidend.

Nachdem die Kickers einmal Glück hatten (erst parierte Daniel Endres gegen Gashi, dann ballerte Krebs aus zehn Metern drüber), erzielte der eingewechselte Varol Akgöz nach Vorarbeit von Sawada das 2:0. Vor dem 3:0 eroberte der ebenfalls eingewechselte Kevin Ikpide den Ball in der eigenen Hälfte. Akgöz schickte rechts Jake Hirst auf die Reise und nach dessen Pass in die Mitte traf Ikpide zum 3:0.

Bilder: OFC empfängt SSV Ulm

Die OFC-Spieler, die bereits die letzten drei Spiele 2018 gewonnen hatten, ließen den Worten von Geschäftsführer Christopher Fiori („Kämpfen bis zum Schluss“) weitere Taten folgen. „Der eine oder andere lässt auch mal was liegen“, sagte Fiori mit Blick auf den Dritten Steinbach (1:2 gegen Freiburg), der nun nur noch einen Zähler vor dem OFC liegt. Der Rückstand auf Mannheim beträgt aber weiter neun Zähler. Und so denkt man weiter „von Spiel zu Spiel“, wie es mehrfach hieß. Auch Steuernagel sagte zur Tabellensituation nichts, betonte aber: „Wir haben Luft nach oben“ In Serkan Firat (Gelbsperre) und Luka Garic (Rückenprobleme) fehlten „zwei Leute, die uns gut getan hätten“.

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