Etatdefizit von 500.000 Euro erschwert Kaderumbau

Finanzielle Nöte: Jahr der Konsolidierung droht

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Markus Müller (rechts) im Zweikampf mit den Hoffenheimern Marcus Mann (links) und Russell Canouse. Der Mittelstürmer, mit sechs Treffern bester Rückrundenschütze der Kickers, wartet noch auf Signale bezüglich seiner Zukunft.

Offenbach - Die Aufholjagd ist nach null Punkten und 1:9 Toren aus den letzten beiden Spielen abgeblasen. Die Offenbacher Kickers richten sich auf ein viertes Jahr in der Fußball-Regionalliga Südwest ein. Doch vom kurzfristigen Ziel Wiederaufstieg spricht angesichts finanzieller Nöte niemand. Von Jörg Moll 

Sead Mehic saß gestern mit Remo Kutz und Oliver Reck zusammen. Zu besprechen gab es reichlich für den Technischen Direktor Sport, den Geschäftsführer und den Trainer der Offenbacher Kickers. Zum einen ging es um die Aufarbeitung der jüngsten Pleiten gegen Mannheim (0:4) und in Hoffenheim (1:5), vorrangig aber um die Planungen für die kommende Saison. „Man sieht die Probleme deutlich“, räumt Mehic ein: „Wir können nur mithalten, wenn alles passt.“ Einigkeit besteht über die Ursachen des krassen Scheiterns. „Unsere Mannschaft hat auch ein Mentalitätsproblem. Wir haben keinen Hanno Balitsch wie Waldhof Mannheim“, sagt Mehic. Bei der Zusammenstellung des künftigen Kaders wird es darum gehen, solche Typen zu finden. „Wir müssen es besser machen“, weiß Mehic: „Unser Ziel muss ein ausgewogenerer Kader sein, jede Position muss doppelt besetzt sein.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redakteur Jörg Moll.

Angesichts der finanziellen Situation wird der Umbau zur monströsen Aufgabe. „Wir haben gewusst, dass es nicht einfach wird“, sagt Mehic: „Aber dass es so schlimm aussieht, ist schon hart.“ Als große Hürde erweist sich das bei der Mitgliederversammlung kommunizierte Minus von rund 500.000 Euro bis Saisonende. „Das Defizit auszugleichen, wird unsere wichtigste Aufgabe in den nächsten vier Wochen“, betont Helmut Spahn. Ein Sieg im Hessenpokal, der den Einzug in den DFB-Pokal und 150.000 Euro Einnahme garantiert, würde helfen, aber längst nicht alle Probleme lösen. Der Präsident ist zwar weiter davon überzeugt, „dass wir in der kommenden Saison einen guten Kader haben“, zugleich betont er: „Wir werden kein Risiko eingehen und nicht 800.000 Euro ausgeben, die wir nicht haben.“ Spahn bestätigt erneut Gespräche mit neuen Sponsoren und kündigte zeitnah Ergebnisse an. Mehic gibt sich derweil keinen Illusionen hin. „Wir müssen ehrlich miteinander umgehen“, fordert er: „Unser Wunsch ist es, oben mitzuspielen. Aber wenn wir durch ein Jahr der Konsolidierung gehen müssen, dann werden wir das tun.“

OFC-Zeugnis gegen Hoffenheim II

Verträge für die vierte Liga besitzen Ersatztorwart Alexander Sebald, Marco Rapp, Dren Hodja, Martin Röser und Robin Scheu. Mit der Hälfte des Kaders wurden Gespräche geführt, dazu gehören Torwart Daniel Endres und Topscorer Niko Dobros. „Alle haben uns gesagt, wie sehr sie sich bei uns wohlfühlen“, erklärt der Technische Direktor. Bis Ende des Monats sollen alle Gespräche geführt sein. Auf Signale wartet auch Mittelstürmer Markus Müller, der in der Rückrunde mit sechs Treffern bester Schütze des OFC ist. „Ich kann nicht die Verantwortlichen beeinflussen, aber ich kann meine Leistung beeinflussen“, gibt sich der 27-Jährige professionell.

Mehic und Spahn erklären derweil, was sie in den letzten sieben Pflichtspielen erwarten. „Da geht es auch darum, wie sich die Spieler charakterlich präsentieren“, sagt Spahn. „Ich erwarte gegen Trier eine Reaktion“, fordert Mehic: „Zwei Niederlagen mit 1:9 Toren sowie das 0:6 im Hinspiel müssen Motivation genug sein.“

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