Stürmerrochade vor Auswärtsspiel in Homburg

Jake Hirst verlässt die Kickers – Moritz Hartmann kommt 

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Jake Hirst in Aktion. 

Jake Hirst verlässt die Offenbacher Kickers. Ein überraschender Transfer. Ebenso wie die Verpflichtung des erstligaerfahrenen Moritz Hartmann.

Offenbach – Jake Hirst ist nicht mehr on fire – zumindest nicht mehr am Bieberer Berg. 24 Stunden vor dem Spiel der Offenbacher Kickers am Samstag (14 Uhr) beim FC Homburg verlässt der 23-jährige Angreifer den Fußball-Regionalligisten in Richtung FC Gießen. Ein überraschender Transfer, dem wenig später ein weiterer folgte: Der OFC gab die Verpflichtung des erstligaerfahrenen Moritz Hartmann (33/zuletzt Fortuna Köln) bekannt.

„Wir haben auf dieser Position einen Spieler mit Erfahrung in höheren Ligen gesucht“, erklärt OFC-Sportdirektor Sead Mehic die Verpflichtung des Angreifers, der seine erfolgreichste Zeit beim FC Ingolstadt (44 Erstligaspiele/13 Tore, 131 Zweitligaspiele/20 Tore) erlebte. Hartmann unterschrieb einen Vertrag für ein Jahr mit Option auf eine weitere Saison. „Ich freue mich auf die Mannschaft, die Fans und das Stadion und hoffe, mit meiner Erfahrung dazu beizutragen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen“, erklärte Hartmann.

Zuletzt stand der 1,83 Meter große Stürmer beim Drittligisten Fortuna Köln unter Vertrag, für den er 28 Spiele bestritt (vier Tore, sechs Vorlagen). Nach dem Abstieg war er vereinslos. „Damit haben wir auch auf dieser Position einen Qualitätsspieler erhalten“, freut sich Mehic. Nach Nejmeddin Daghfous (Linksaußen), Kevin Pezzoni (Innenverteidigung) und Richard Weil (Mittelfeld) ist Hartmann nun der vierte Profi mit enormer Erfahrung bei den Kickers. Er wird am Montag die obligatorischen medizinischen Untersuchungen absolvieren und kann somit erst für das Heimspiel gegen den FK Pirmasens eine Alternative sein.

Die Verpflichtung des Routiniers, der 2015/2016 den FC Ingolstadt mit zwölf Toren zum Verbleib in der 1. Liga schoss, ist auch ein klares Indiz für die veränderte Transferpolitik.

Jake Hirst: Vor fünf Monaten verlängert 

Keine fünf Monate ist es her, da verkündete Kickers Offenbach noch stolz die Vertragsverlängerung mit Jake Hirst, dem Shooting Star aus der Kreisoberliga, der in der vergangenen Saison mit sieben Toren in den ersten sieben Einsätzen ein Erfolgsmärchen geschrieben hatte, ehe er in ein Leistungsloch fiel. Am Ende standen immerhin 29 Einsätze und neun Tore (zwei Vorlagen) zu Buche. Das Vertrauen in Hirsts Fähigkeiten schien vorhanden. Der 1,96 Meter große Schlaks sollte ein Gesicht der Kickers werden. Daraus wird nun nichts mehr. Hirst sei, so Mehic, unzufrieden mit seiner sportlichen Situation gewesen und sei auf den Verein zugekommen. „Wir hatten nie mit dem Gedanken gespielt, ihn abzugeben“, betonte der OFC-Sportdirektor. Weil Trainer Daniel Steuernagel Hirst, der in dieser Saison noch ohne Einsatz in der Regionalliga ist, keine Zusage für mehr Spielzeit geben konnte, sei man übereingekommen, den Vertrag aufzulösen. Hirst war hinter Zugang Andis Shala und Moritz Reinhard nur noch Mittelstürmer Nummer drei. „Es ist schade, ich hätte mir gewünscht, dass er länger bleibt und versucht, sich hier durchzusetzen“, sagt Mehic. Auch eine Ausleihe habe im Raum gestanden, das aber habe der Spieler abgelehnt.

Kickers Offenbach: „Ich freue mich sehr, dass wir den Wechsel so kurzfristig realisieren konnten“

Gestern verabschiedete sich Hirst bereits von der Mannschaft, nachdem er seinen Vertrag aufgelöst hatte. Der Brite mit deutschem Pass ist für den FC Gießen theoretisch schon dieses Wochenende gegen die TSG Balingen spielberechtigt. „Ich freue mich sehr, dass wir den Wechsel so kurzfristig realisieren konnten“, wird Hirst in einer Pressemitteilung des Aufsteigers zitiert.

In den irren Tagen vor dem am Montag schließenden Transferfenster scheint auch beim OFC noch einiges an Überraschungen möglich. Auch wenn Mehic erklärt, dass er sich mit dem Aufsichtsrat nur auf eine Verstärkung verständigt habe. Sollten nach Hirst aber weitere Spieler des aktuellen Kaders Wechselwünsche äußern, „sind wir vorbereitet“.

Vorbereitet ist auch der OFC auf die Aufgabe beim kriselnden FC Homburg. Verteidiger Gerrit Gohlke trainierte nach Sprunggelenksproblemen gestern wieder mit. Fraglich ist der Einsatz von Luka Garic (Patellasehnenverletzung). Er wäre ein Kandidat für die Rolle des verletzt fehlenden Kapitäns Richard Weil gewesen. „Aber wir haben viele Optionen im Mittelfeld“, sagt Mehic.

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