Vorne Torchancen vergeben

OFC hat kein Glück in Mannheim

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Die Kickers-Spieler (von links) Bryan Gaul, Benjamin Kirchhoff und Dennis Schulte diskutieren mit Schiedsrichter Patrick Meisberger, der während eines Freistoßes für den OFC abpfiff.  

Mannheim - Schwach begonnen, enorm gesteigert und am Ende doch mit leeren Händen heimgefahren: Das Wochenende brachte für die Offenbacher Kickers statt der ersehnten zwölf Punkte keinen einzigen. Von Jörg Moll 

Nach der verschobenen Verhandlung über den Neun-Punkte-Abzug und dem 1:2 (1:1) bei Spitzenreiter Waldhof Mannheim steckt der OFC als Tabellen-14. weiter tief im Abstiegskampf. „Schade, wir haben uns nicht belohnt für unseren Auftritt“, meinte OFC-Verteidiger Jan Hendrik Marx. Die Enttäuschung über die unnötige Niederlage war groß, denn die Leistung stimmte über weite Strecken. „Wir haben gezeigt, dass wir jeden schlagen können“, meinte Marx: „Wir wollten hier gewinnen.“ Und das war nach schwachem Beginn möglich.

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Trainer Oliver Reck hatte sein Team gegenüber dem 2:0 gegen die Stuttgarter Kickers auf einer Position verändert: Für Christos Stoilas rückte Bryan Gaul ins Team. Doch der US-Amerikaner schien wie alle Offenbacher in der Anfangsphase überhaupt nicht auf dem Platz. Benedikt Koep schoss in der ersten Minute volley links vorbei, ebenso Marco Müller, dessen Schuss zur ersten Ecke und zum 1:0 führte. Marcel Seegert durfte aus kurzer Distanz freistehend einschießen (3.). „Wir haben bei diesem Standard geschlafen“, ärgerte sich Reck: „Es darf nicht sein, dass ein Spieler aus fünf Metern schießen kann.“

Vor der stimmungsvollen, zuweilen hitzigen Kulisse von 10.038 Zuschauern fingen sich die Offenbacher. Waldhof, das elf der letzten zwölf Spielen gewonnen hatte, schaltete in Verwaltungsmodus um. Die Offenbacher gewannen mehr Zweikämpfe, brachten über Ballbesitz Ruhe ins Spiel - und kamen zu Chancen. Die beste vergab der umtriebige Serkan Firat in der 21. Minute, als Waldhof-Torwart Markus Scholz stark parierte.

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In der 34. Minute wurde ein abgefälschter Firat-Schuss zur Vorlage für Konstantinos Neofytos: Der Grieche nahm frei vor Scholz den Ball an - und traf mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:1. „Das Unentschieden war verdient“, konstatierte Reck. Nach dem Wiederanpfiff vermisste der OFC-Trainer dann aber den „Druck vor dem gegnerischen Tor“. Das lag auch daran, dass die Waldhöfer wieder einen Gang hochschalteten. Erst köpfte Marcel Seegert drüber (54.), dann verstolperte der Ex-Offenbacher Jannik Sommer (60.). Und dann entpuppte sich Nicolas Hebisch wieder mal als Schreckgespenst des OFC: Der Stürmer stand in der 63. Minute in der Mitte frei und verwandelte eiskalt. Schon in den Aufstiegsspielen 2015 war der 26-Jährige in beiden Spielen für Magdeburg gegen den OFC erfolgreich gewesen. „Da standen beide Innenverteidiger zu weit vor dem Tor“, monierte Reck fehlende Zuordnung.

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„Die Mannheimer waren unglaublich effizient, das ist auch eine Qualität“, ärgerte sich Torwart Alexander Sebald. Die Kickers kämpften sich zwar nochmal zurück in die Partie, ließen aber ihre einzige Großchance liegen. Nach Kopfballverlängerung Neofytos und Flanke Firat donnerte Ihab Darwiche den Ball aus fünf Metern übers leere Tor (69.). In der hitzigen Schlussphase ging sogar Torwart Alexander Sebald mit in den gegnerischen Strafraum, doch richtig Zwingendes ließen die nun abgezockt auftretenden Mannheimer nicht mehr zu. Die Erkenntnis nach der achten Auswärtsniederlage und drei Punkten Rückstand auf den sicheren 13. Platz ist für Reck keine neue: „Wir müssen um jeden Punkt kämpfen.“

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