Kein Offenbacher hat mehr Einsatzminuten als Bryan Gaul

Hart arbeiten, um gesund zu bleiben

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Bryan Gaul (links) ist der Dauerbrenner bei Kickers Offenbach: Niemand im Kader des OFC hat diese Saison mehr gespielt als Bryan Gaul.

Offenbach - Ein Neuzugang ist der Dauerbrenner bei Kickers Offenbach: Niemand im Kader des OFC hat diese Saison mehr gespielt als Bryan Gaul. Auch im Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen den 1. FC Saarbrücken wird der US-Amerikaner aller Voraussicht nach dabei sein und hat sich einiges vorgenommen. Von Christian Düncher

Er läuft und läuft und läuft. 2005 Minuten absolvierte Bryan Gaul diese Saison bereits für die Offenbacher Kickers auf dem Platz. Das ist teaminterner Bestwert. Kein Wunder, dass der US-Amerikaner die Winterpause herbeisehnt, zumal die erste Hälfte der Saison in der Regionalliga Südwest recht lange dauert. „Das ist schon etwas verrückt“, sagt Gaul. „Wir haben bis zur Winterpause 24 Punktspiele, danach nur noch 14.“ Umso mehr freut sich der 27-Jährige, wenn er Mitte Dezember nach Chicago fliegt, um seine Familie, seine Freundin und seinen Hund das erste Mal seit fast einem halben Jahr wieder zu sehen. Bis dahin will Gaul mit dem OFC aber noch einiges erreichen.

„Ich will weiterhin gut spielen, weiter hart an mir arbeiten und mit der Mannschaft aus den letzten drei Spielen neun Punkte holen“, sagt der 1,95 Meter große Allrounder, der sämtliche Partien für den OFC in dieser Saison absolviert hat. Inklusive DFB- und Hessenpokal sind das 22. „Mein Ziel ist es, alle Spiele zu machen“, verrät Gaul, der weiß, dass das unrealistisch ist. Er hat bereits vier Gelbe Karten kassiert, bei einer weiteren wäre er für ein Spiel gesperrt. Das mache die Sache etwas „tricky“, meint er. Also: knifflig. Bis zur Winterpause will er aber zumindest nicht mehr verwarnt werden.

Dass er bislang kein Spiel verpasst hat, wundert Gaul nicht. „Ich arbeite hart, um gesund zu bleiben“, betont der Linksfuß, gibt jedoch zu, dass er erst lernen musste, sich intensiv um seinen Körper zu kümmern. Ausschlaggebend war ein Erlebnis während seiner Zeit bei L.A. Galaxy in der nordamerikanischen Profiliga Major League Soccer (MLS), als er in Folge einer Verletzung seinen Platz im Kader verlor, an unterklassige Clubs verliehen wurde und dann vereinslos war.

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Gaul suchte sein Glück daraufhin in Deutschland. Er schloss sich 2015 dem Bahlinger SC an und wechselte von dort vor der Saison zu den Kickers. Bereut hat er die Entscheidung zu keinem Zeitpunkt, auch wenn er anfangs nicht auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld spielen durfte. „Wir hatten zu Saisonbeginn nicht genug Stürmer, also hat mich der Trainer dort spielen lassen“, erinnert sich Gaul. „Als ich dann aber neben Marco Rapp auf der Doppel-Sechs spielte, konnte ich endlich das machen, was ich am liebsten mache: den Ball erobern und passen.“ Zuletzt hatte Kickers-Trainer Oliver Reck den Mann mit der Trikotnummer sieben aber in die Innenverteidigung beordert. „Ich habe das schon in L.A. ein paar Mal gemacht. Wer auf der Sechs spielen kann, kann auch Innenverteidiger spielen.“

Im Hinspiel hatten die Kickers mit ihm als Zehner ein mehr als verdientes 1:1 geholt. Es war eines von fünf Unentschieden gegen die Top fünf der Liga. Das gibt Gaul einerseits „ein gutes Gefühl“ fürs Rückspiel, sorgt aber auch für Frustration: „Es gibt Phasen, in denen wir zeigen, dass wir eine der besten Mannschaften in der Liga sind. Es gibt aber auch die anderen Phasen.“ Vor allem auswärts. Daheim sind die Kickers dagegen ungeschlagen. „Wir wollen, dass das so bleibt. Spiele in Offenbach müssen für die Gegner ein Albtraum sein“, sagt der Dauerläufer der Kickers.

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