Angreifer verlässt den OFC

Abgänger Manolo Rodas blickt auf turbulentes Jahr zurück: „Es war ein Auf und Ab“

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Seine beste Leistung im OFC-Trikot zeigte Manolo Rodas (vorne) gegen RW Koblenz, als er beim 4:0-Heimsieg drei Tore vorbereitete. In den zwölf weiteren Pflichtspielen kamen aber nur noch eine Vorlage und ein Tor hinzu.

Nach nur einem Jahr ist das Kapitel Kickers Offenbach für Manolo Rodas bereits vorbei. Und auch wenn es lediglich ein kurzer Abstecher in seiner Fußballer-Karriere war, wird er diese Episode so schnell nicht vergessen.

  • Fußballer Manolo Rodas verlässt den OFC
  • Für den Außenangreifer war die Zeit bei Kickers Offenbach intensiv
  • Sorgen um seine Zukunft macht er sich nicht

Offenbach – „Es war eine intensive Zeit“, betont der 23 Jahre alte Außenangreifer, der seinen Abgang selbst publik gemacht hatte - via Instagram und mit netten Worten. „Es war mir wichtig, mich zu bedanken“, sagt er. Das eine Jahr beim OFC sei zwar eines „mit Höhen und Tiefen“, gewesen, letztlich überwiege für ihn aber das Positive.

OFC-Abgänger Manolo Rodas über Kickers Offenbach: „Es war eine coole Zeit“

„Es war eine coole Zeit, ich habe viele Leute kennengelernt, darunter einige coole Charaktere“, berichtet Rodas. Sportlich lief es für ihn aber nicht nach Wunsch. Das Eigengewächs des SC Freiburg war vor der Saison vom Drittligisten FSV Zwickau gekommen, wo er es nur auf zwei Kurzeinsätze gebracht hatte.

Bei Regionalligist Kickers Offenbach wollte er in die Erfolgsspur zurückkehren, es wurde aber zur Achterbahnfahrt. Erst hin und her zwischen Platz, Bank und Tribüne, dann absoluter Stammspieler und zuletzt gar nicht mehr eingesetzt. Die Bilanz im OFC-Trikot: 13 Pflichtspiele (zwölf in der Liga, eins im Hessenpokal), ein Tor, vier Vorlagen - das hatten sich beide Seiten anders vorgestellt. Dass Rodas kein neues Angebot von den Kickers bekam, war absehbar.

Kickers Offenbach: Unter dem neuen OFC-Trainier spielte Manolo Rodas keine Rolle mehr

„Das kam für mich nicht überraschend. Unter Steven Kessler hatte ich jedes Spiel gemacht, unter dem neuen Trainer und Geschäftsführer spielte ich aber keine Rolle mehr“, sagt der gebürtige Offenburger, nimmt seinen Abgang jedoch äußerlich recht gelassen: „So ist das im Fußball. Ich hatte ohnehin nur einen Vertrag über ein Jahr. Und da wir nicht aufsteigen, wird er sich auch nicht verlängern.“

Weil nicht mehr mit ihm geplant wird, sei er vom Training „freigestellt“, berichtet Rodas. Das ist eine ungewöhnliche Maßnahme, aber kein Einzelfall. Gleiches gilt unter anderem für Francesco Lovric und Moritz Hartmann, die beim OFC ebenfalls keinen neuen Vertrag erhalten. Der linke Außenangreifer sieht das aber pragmatisch: „Wir hätten jetzt ohnehin den letzten Spieltag gehabt, sodass wir danach alle in den Urlaub gefahren wären.“ Aufgrund der Corona-Pandemie fällt das zwar nun flach, dafür ist Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern.

Kickers Offenbach (OFC): Abgänger Manolo Rodas muss erst einmal die Wohnung loswerden

„Ich muss jetzt erst mal die Wohnung loswerden“, sagt Rodas. Danach geht es zunächst in „Richtung Heimat“. Wohin ihn seine sportliche Reise führt, ist noch unklar: „Mein Berater schaut sich um. Es gab ein paar Gespräche mit Vereinen, aber nichts Konkretes.“

Es sei in diesen Zeiten schwer, zumal die Vereine aktuell keine Planungssicherheit haben. Sorgen um seine Zukunft macht sich der deutsche A-Junioren-Pokalsieger von 2014 (8:7 nach Elfmeterschießen gegen Schalke 04 mit Leroy Sane) aber nicht. Er fährt zweigleisig - mit einem Fernstudium im Fach Sportbusiness Management.

„Es war ein Auf und Ab“: Manolo Rodas über seine Zeit bei Kickers Offenbach (OFC)

Über die Zeit beim OFC sagt er rückblickend: „Es war ein Auf und Ab.“ Am extremsten zeigte sich das Mitte September 2019. Im letzten Spiel unter Trainer Daniel Steuernagel („Er hat mich mit Sportdirektor Sead Mehic geholt, beide waren dann aber schnell weg“) stand Rodas nicht mal im Kader. Eine Woche später, bei der Premiere von Interimstrainer Steven Kessler („Er hat mir vertraut“) überragte er beim 4:0 gegen RW Koblenz mit drei Vorlagen. „Ich bin nie zufrieden, aber insgesamt war es okay.“ Man müsse auch die Umständen berücksichtigen: „Drei Trainerwechsel, Schlägerei im Training, Corona-Krise - das war alles sehr turbulent.“

Die Kaderplanung bei Kickers Offenbach läuft derweil auf Hochtouren. Mindestens acht Spieler sollen den OFC verlassen. So muss auch Francesco Lovric den OFC verlassen. Der Abwehrspieler ist enttäuscht, er habe keine „klare Begründung“ bekommen.

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VON CHRISTIAN DÜNCHER

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