OFC-Verteidiger vor ungewisser Zukunft

Wilke bangt um Fortsetzung seiner Karriere

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Marcel Wilke (rechts)

Offenbach - Wie geht es bei den Offenbacher Kickers weiter mit Marcel Wilke? Nicht nur für Trainer Rico Schmitt ist diese Personalie „ein Rätsel“. Auch der Verteidiger selbst hat keine Antwort auf die Frage nach seiner Zukunft. Es droht sogar das vorzeitige Karriereende. Von Christian Düncher 

Der Erfolg hat bei den Offenbacher Kickers viele Gesichter. Als der OFC am Samstag nach dem 1:0-Heimsieg gegen Trier für den Titelgewinn geehrt wurde, posierten 35 Spieler, Trainer und Betreuer rund um das Schild mit der Aufschrift „Meister Regionalliga Südwest“. Nur einer fehlte: Marcel Wilke. Der etatmäßige Innenverteidiger hatte sich stattdessen das Heimspiel des FSV Zwickau (gegen Union Berlin II) angesehen – um einen der potenziellen Relegationsgegner zu beobachten und auf andere Gedanken zu kommen.

„Wir versuchen ihn einzubinden, damit er nicht in ein Loch fällt. Und die Mannschaft hilft ihm ebenfalls“, sagt Trainer Rico Schmitt (46), der seine Spieler-Karriere selbst früh beenden musste. Wilke droht unter Umständen ein ähnliches Schicksal. „Es geht nicht um das Wann, sondern um das Ob“, hatte der 25-Jährige kürzlich geantwortet, als er nach seinem Comeback gefragt worden war. Denn trotz der Leistenoperation, der er sich im vergangenen Sommer unterzogen hatte, plagen ihn so starke Schmerzen, dass an Fußballspielen seit Wochen nicht zu denken ist.

„Ich habe eigentlich schon vor, noch fünf, sechs Jahre als Profi aktiv zu sein“, sagt Wilke, wirkt aber ratlos. „Falls jemand einen Arzt benötigt: Ich kenne alle.“ Das Problem: Bislang konnte niemand helfen. Im Winter ging es ihm zwar kurz besser. Nach zwei Einsätzen im März kehrten die Schmerzen aber zurück. Seitdem ist nur leichtes Lauftraining möglich. Schmitt bezeichnet die Situation sogar als dramatisch: „Für Marcel ist das eine sehr schwere Zeit. Er kommt aus einer Leistungssport-Familie und lebt auch entsprechend.“

Das OFC-Zeugnis gegen Trier

Wilke war 2013 von Drittligist Chemnitzer FC zu den Kickers gewechselt und hatte in seiner ersten Saison 29 Spiele für den OFC absolviert. In der aktuellen Runde kamen verletzungsbedingt jedoch nur noch vier hinzu. Sein Vertrag läuft aus. Obwohl ein Ende der Schmerzen nicht in Sicht ist, haben ihm die Kickers ein Angebot für die kommende Saison gemacht. „Wir haben den Jungs gegenüber eine gewisse Verantwortung“, sagte OFC-Geschäftsführer David Fischer. „Bei Marcel ist das in der Tat eine langwierige Sache. Wir werden ihn da aber weiter begleiten und nicht hängen lassen. Er muss jetzt weiter Geduld haben, auch wenn das für einen Profi natürlich schwierig ist.“

Das vergangene Spiel gegen Trier im Video

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