Test gegen Kaiserslautern in Jügesheim

Wilke nimmt den Schmerz hin

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Marcel Wilke (links) kam bisher nur auf 28 Minuten Spielzeit: 14 in der Regionalliga und 14 beim 1:0-Sieg im Hessenpokal beim SV Wiesbaden mit Philipp Reichardt (rechts).

Offenbach - Das Ende der achttägigen Trainingspause naht - und Marcel Wilke kann es kaum erwarten, ab Montag im Training gegen den Ball zu treten. Von Jörg Moll 

Noch viel mehr freut den Innenverteidiger der Offenbacher Kickers die Aussicht, am Dienstag (19 Uhr, Maingau-Energie-Stadion in Jügesheim) im Test gegen West-Regionalligist Sportfreunde Siegen endlich Spielpraxis zu sammeln. Schließlich hat der lange verletzte 25-Jährige seit Ende Mai 2014 gerade mal 28 Einsatzminuten zu Buche stehen, 14 davon im Herbst bei zwei Einwechslungen in der Regionalliga Südwest, 14 weitere beim 1:0 im Hessenpokal-Achtelfinale beim SV Wiesbaden.

„Ganz wichtig ist, dass das Vertrauen in den eigenen Körper zurückkehrt“, sagt Wilke. Das hatte er in den letzten acht Monaten beinahe verloren, „ich war fast übersensibel.“ Verständlich, angesichts der Leidenszeit. Nach seiner Leisten-Operation in der Sommervorbereitung hatte er im Spätherbst wieder den Anschluss geschafft. Doch nach den ersten Kurzeinsätzen schmerzte die operierte Leiste erneut. Die Ärzte erklärten dies mit Nachwirkungen des Eingriffs und rieten, bis auf Weiteres einen gewissen Schmerz als gegeben hinzunehmen. In den ersten Einheiten 2015 ging das ganz gut. Dummerweise setzte ihm nach einigen Einheiten auf Kunstrasen eine Sehnenentzündung im Fuß zu. „Die ist aber abgeklungen“, freut sich Wilke.

Trainer Rico Schmitt kann somit am Montag bis auf Dennis Schulte (Leisten-Operation), Gabriel Gallus (Reha nach Leisten-OP) und Baris Yakut (Außenbandriss) alle Akteure im Training begrüßen. Sascha Korb wird nach seinem Muskelfaserriss noch dosiert trainieren. Wieder fit ist Jan Biggel. Der Mittelfeldspieler hatte seit Mitte November wegen eines Innenbandrisses im Knie pausiert.

OFC im Kurztrainingslager in Thüringen

OFC im Kurztrainingslager in Thüringen

Hinrunden-„Zuschauer“ Wilke haben die starken Vorstellungen der OFC-Innenverteidiger Giuliano Modica, Dennis Schulte und deren Ersatz Stefano Maier beeindruckt. „Stefano hat das stark gemacht“, lobt Wilke: „Und Dennis ist für mich die Überraschung der Saison.“ Weil Schulte nach seiner Leistenoperation erst im März zurückkehrt, wird Wilkes Comeback umso wichtiger. Der 1,91-Meter-Hüne geht die Rückeroberung des Stammplatzes mit Respekt, aber ohne Furcht an. „Ich weiß, was ich kann“, sagt er. Und Trainer Schmitt weiß, dass sein sächsischer Landsmann wertvolle Erfahrungen im Aufstiegskampf vorweisen kann. Mit dem Chemnitzer FC stieg Wilke 2011 als Meister der Regionalliga Nord in die 3. Liga auf. „Das war bisher mein sportliches Highlight“, betont er: „Ich hätte nichts dagegen, wenn ein weiteres hinzukäme.“ Die Aussichten auf die Relegationsteilnahme sind bei acht Punkten Vorsprung auf Rang drei glänzend. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagt Wilke: „Wir haben eine homogene Mannschaft, die sich alles hart erarbeitet hat.“ Wichtig sei, auch bei Rückschlägen ruhig zu bleiben. Das gilt insbesondere beim Blick auf das „anspruchsvolle Startprogramm“. Zwischen dem 28. Februar und dem 4. April bestreitet der OFC neun Pflichtspiele: sieben in der Regionalliga, eins im DFB-Pokal und am Dienstag, 24. März (19 Uhr, Bieberer Berg) auch noch das Viertelfinale im Hessenpokal gegen Hessen Kassel. Der Sieger der Partie erwartet im Halbfinale Drittligist SV Wehen Wiesbaden.

Der OFC hat zwei weiteres Tests vereinbart. Am Samstag, 31. Januar (13.30 Uhr), kommt Zweitligist 1. FC Kaiserslautern ins Jügesheimer Maingau-Energie-Stadion. Im türkischen Belek ist am 6. Februar (Uhrzeit offen) Nordost-Regionalligist Viktoria Berlin zweiter Testgegner im Trainingslager.

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