Winterzugang erzielt drei Tore

Reinhard rückt ins Rampenlicht

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Erzielte einen Hattrick: Moritz Reinhard (vorne) traf beim Testspiel in Verl erstmals für Kickers Offenbach.

Verl – Ein Freund großer Jubelgesten ist Moritz Reinhard nicht. Kein Luftsprung, keine gereckte Faust, kein Kuss auf das Wappen oder Ähnliches. Dabei hätte der Winterzugang der Offenbacher Kickers allen Grund gehabt, sich zu freuen. Und zwar mehrfach. Von Christian Düncher

Doch seine drei Treffer beim 6:1 (1:1)-Testspielsieg des Südwest-Regionalligisten beim West-Vertreter SC Verl feierte der Angreifer mit einer geradezu stoischen Gelassenheit. Kurzes Abklatschen mit den Kollegen – und weiter ging’s.

Nüchtern betrachtet hatte der 23-Jährige nur gemacht, was sein Job ist: Tore erzielen. Dennoch hatte er Besonderes geleistet. Für seine ersten drei Treffer im OFC-Trikot benötigte der aus der Gruppenliga verpflichtete Stürmer lediglich 70 Minuten. Beim 1:1 gegen RW Erfurt war er nach etwas mehr als einer Stunde eingewechselt worden, aber nicht aufgefallen. In Verl kam er zur Pause in die Partie, erzielte kurz darauf das 2:1 (51.) und legte das 4:1 (75.) sowie das 6:1 (88.) nach. Und das nicht gegen irgendeinen unterklassigen Gegner. Verl ist Elfter in der West-Staffel und startet am Samstag in die Restsaison, während der OFC noch eine Woche Pause hat.

„Ich freue mich für den Jungen, das gibt ihm Selbstvertrauen“, sagte Trainer Daniel Steuernagel, „drei Tore sind schon etwas Besonderes“. Zumal der Spieler bei seinen ersten beiden Toren das umsetzte, was trainiert worden war. „Er ist nicht zwischen den Linien stehen geblieben, sondern durchgestartet und hat den Ball mit dem ersten Kontakt ins Tor geschossen.“ Das 6:1 war ein Kopfballtreffer.

Bilder: OFC testet gegen Rot-Weiß Erfurt 

„Moritz ist ein geradliniger Typ, der vor dem Tor nicht lange überlegt. Es tut uns gut, so einen im Kader zu haben“, lobte Steuernagel. „Er hat zudem gut gegen den Ball gearbeitet und war immer in Bewegung, das hat mir imponiert.“ Nach vierwöchiger Pause wegen einer Sehenreizung im Knie trainiert er erst seit wenigen Tagen wieder.

Insgesamt sei das „ein erfreulicher Ausflug“ gewesen, sagte der Coach, gab jedoch zu: „So gut, wie wir in der zweiten Hälfte waren, so schlecht waren wir in der ersten.“ Der zunächst im 3-5-2 agierende OFC fand kaum in die Partie, glich das 0:1 aber durch Varol Akgöz aus. Nach der Pause und zehn Wechseln wurde es im 4-4-2 besser. „Wir haben mehr Engagement gezeigt, mit Tempo, Aggressivität und Druck gespielt. Wir haben uns mehr Chancen erspielt als gegen Erfurt und sie besser genutzt als gegen Alzenau.“ Vor allem die linke Seite (Christos Stoilas, Marko Ferukoski) gefiel, Niklas Hecht-Zirpel (Steuernagel: „Er hat läuferisch den nächsten Schritt gemacht“) harmonierte im Sturm gut mit Reinhard, der den Dreierpack sachlich analysierte: „Das Erfolgserlebnis war für mich wichtig, nachdem ich zu Beginn der Vorbereitung nicht mit dem Team trainieren konnte. Jetzt ist wichtig, den Schwung in die nächsten beiden Wochen mitzunehmen und uns optimal auf das erste Punktspiel gegen Ulm vorzubereiten.“

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OFC (1. Hälfte): Brune - Lovric, Gohlke, Kirchhoff - Marx, Hodja, Ikpide, Pyysalo, Scheffler - Akgöz, Hirst

OFC (2. Hälfte): Endres - Göcer, Albrecht, Lovric, Stoilas - Vetter, Sawada, Garic, Ferukoski - Hecht-Zirpel, Reinhard

Tore: 1:0 Yildirim (24.), 1:1 Akgöz (30.), 1:2 Reinhard (51.), 1:3 Stoilas (54.), 1:4 Reinhard (75.), 1:5 Garic (81.), 1:6 Reinhard (88.)

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