Wegen unsportlichen Verhaltens der Fans

Kickers müssen 18.000 Euro Strafe zahlen

Offenbach - Das Sportgericht der Regionalliga Südwest hat die Offenbacher Kickers zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. 18.000 Euro muss der Verein jetzt zahlen. Grund sei das mehrfache unsportliche Verhalten der Fans.

Eigentlich belief sich der ursprüngliche Strafantrag auf 25.000 Euro. Aus dieser Summe machte das Sportgericht der Regionalliga Südwest jetzt 18.000 Euro - nach einem Widerspruch, einer Darstellung von bereits getroffenen Maßnahmen sowie erfolgreichen Ermittlungen in der Sache von Seiten des OFC. 4000 Euro der verhängten Strafe können die Kickers aber selbstständig für präventive Maßnahmen einsetzen. Und trotzdem: „Diese Geldstrafe trifft uns als Verein extrem schwer, auch wenn es erfreulich ist, dass das Sportgericht unserem Widerspruch inklusive den aufgezeigten Maßnahmen, den verhängten Stadionverboten und auch der beabsichtigten Regressmaßnahme der Täter gefolgt ist“, so Geschäftsführer Christopher Fiori heute.

Außerdem hat der OFC eine weitere Auflage vom Sportgericht erhalten: Bis Ende Juni muss der Verein jetzt ein Konzept vorlegen, das geeignet ist, das Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld zu verhindern. Die stellen nämlich eine Gefahr für Spieler und Schiedsrichter dar. Diesbezüglich richtet Fiori auch einen Appell an die Fans, „insbesondere das Werfen von Gegenständen dringend zu unterlassen. Dies betrifft nicht nur die Heimspiele, sondern auch die Auswärtsspiele.“ Für diese Vergehen wird der Verein nämlich ebenfalls sanktioniert. (jo)

Bilder: Die Geschichte von Kickers Offenbach im Fan-Museum

Die Vergehen im Einzelnen

  • Beim Auswärtsspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II wurde in der 20. Spielminute aus dem OFC-Block ein Feuerzeug in Richtung des Schiedsrichterassistenten geworfen. Ab 63. Spielminute wurden wiederum aus dem OFC-Block Münzen, Bierbecher und Feuerzeuge in Richtung des Spielfelds geworfen.
  • Im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt kam es zu verbalen Auseinandersetzungen der benachbarten Fanblöcke nach Abpfiff. In diesem Zusammenhang wurde von Seiten der OFC-Anhänger mehrfach der Ausdruck „Judenschweine“ in Richtung der gegnerischen Anhänger gerufen.
  • Beim Heimspiel gegen Stadtallendorf kam es während des Spiels aus dem Heimblock zum Wurf einer Fahnenstange auf das Spielfeld.
  • Beim Auswärtsspiel gegen Waldhof Mannheim wurde in der 16. Spielminute eine Rauchbombe und in der 83. Minute ein Leuchtfeuer gezündet. In der 86. Spielminute wurde ein Feuerzeug in den Torraum von Mannheim geworfen.
  • Beim Heimspiel gegen Saarbrücken wurde im Fanblock des Offenbacher Kickers ein Banner mit der Aufschrift „Landser“ gezeigt. Zwei Personen zeigten den „Hitler-Gruß“ in Richtung der Gästefans.
  • Im Rahmen des Auswärtsspiels gegen den FSV Frankfurt wurde vor dem Spiel von OFC-Anhängern Rauchpulver gezündet. In der 13. Spielminute kam es zum Entzünden eines Bengalos im Gästeblock. In der 24. Spielminute wurde bei der Ausführung eines Eckstoßes der Heimmannschaft unmittelbar vor der Gästefankurve der ausführende Spieler mit gefüllten und leeren Getränkebechern aus Plastik (insgesamt fünf Stück), Feuerzeugen und einer gefüllten Plastik-Mayonnaiseflasche beworfen, sodass die Fortführung des Spiels verzögert wurde. In der 28. Spielminute wurde erneut ein Eckballschütze der Heimmannschaft unmittelbar vor der Gästekurve mit Plastikbechern, Taschentüchern und Feuerzeugen beworfen. Zwischen der 51. und 53. Spielminute wurden im Gästeblock nacheinander 15 Leuchtraketen senkrecht in die Luft abgefeuert. Unter einer vorher aufgezogenen roten Blockfahne und hinter einem großen Transparent am Innenzaun wurden weiterhin zehn Bengalos und ca. fünf Rauchtöpfe gezündet und abgebrannt. Dies führte zu einer starken Rauchentwicklung, wodurch das Spiel durch den Schiedsrichter für knapp 2 Minuten unterbrochen werden musste.
  • Beim Heimspiel gegen Koblenz wurde in der 48. Spielminute ein Spieler verwarnt, woraufhin aus dem Fanblock der Offenbacher Kickers ein Feuerzeug in Richtung des Schiedsrichters geworfen wurde.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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