Bis Ende des Jahres

Namensänderung beim OFC-Stadion – Die Rückkehr einer Legende

Den meisten Kickers-Fans dürfte das Stadion in Offenbach als Bieberer Berg bekannt sein.
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Den meisten Kickers-Fans dürfte das Stadion in Offenbach als Bieberer Berg bekannt sein.

Das Stadion des OFC bekommt einen neuen Namen. Ziemlich genau hundert Jahre nach der Einweihung des Sportgeländes von Kickers Offenbach.

Offenbach – Am 29. Mai 1921 weihen die Kickers mit einem Stiftungsfest ihr Sportgelände am Bieberer Berg ein. Hundert Jahre später firmiert die OFC-Spielstätte wieder als „Stadion am Bieberer Berg“. Es lebe die Tradition... Was viele Fußballfans zu Tränen rühren mag, ist der Corona-Pandemie geschuldet. Just als sich die Betreiber-Gesellschaft auf die Suche gemacht hat, wer der Sparda Bank als Namenspatron folgt, ließ das Virus alle potenziellen Interessenten zurückschrecken – zu Recht. Daher richtet es die Gesellschaft. Vorläufig bis Ende des Jahres.

OFC: Finanzielle Stütze für Kickers Offenbach von alten Bekannten

Es sind die üblichen Protagonisten, die wieder einmal im Schulterschluss Offenbacher Fahnen hochhalten und finanziell stützen: Energieversorgung Offenbach, Städtische Sparkasse, Stadtwerke Holding mit ihrer Tochter Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach. Sie übernehmen zu 50 Prozent, was die Sparda Bank Hessen zuletzt für den sogenannten Namensgeber-Vertrag berappt hat – das waren 400 000 Euro. Das Quartett verschafft so der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) Zeit bis Ende 2021, „um hoffentlich einen Namesgeber für 2022 zu finden“, sagt SBB-Chef Andreas Herzog. Problem: In Folge der Pandemie wollte sich kein Unternehmen langfristig binden. „Wir reden hier über einen Zeitraum ab fünf Jahren. Und wir wollten das Stadion nicht unter Wert verkaufen...“

In seiner Funktion als Aufsichtsrat betont Roland Walter, Fraktionschef der CDU, dass es dabei um weit mehr geht „als das Werbeschild am Stadioneingang; das umfasse gerade die Zusatzleistungen im Business-Bereich“. Leistungen, die in Folge der Corona-Krise nicht abrufbar seien. Gleichzeitig betont Walter: „Das Stadion ist grundsätzlich rentabel.“

Kickers Offenbach: Große Begeisterung für neuen alten Namen des OFC-Stadions

Es sei völlig klar, dass in der aktuellen Situation die Suche nach einem Großsponsor extrem schwierig ist. „Da hat mich die Idee, den Bieberer Berg für eine kurze Zeit auch offiziell Bieberer Berg zu nennen, sofort begeistert. Da geht es um Emotionen pur. Kickers-Fans verbinden diesen Ort und seinen Namen mit einzigartigen Erlebnissen und mit einer von Höhen und Tiefen geprägten Historie. Alle machen das Beste aus der Krise. Der OFC und das Stadion sind Aushängeschilder für Offenbach“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke. Das dokumentiert das Motto der befristeten Aktion: „Wir stehen auf Offenbach.“

Auch die EVO unterstützt das gern. „Jahr für Jahr unterstützen wir bis zu 300 Vereine in Stadt und Kreis ideell und finanziell. Gerade in Corona-Zeiten haben wir unser Sponsoring weiter ausgebaut. Seit 2001 sind wir Hauptsponsor der Offenbacher Kickers, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Meier. Deshalb sei die EVO beim Jubiläum des Bieberer Bergs mit von der Partie.

Kickers Offenbach: Hoffen auf den Aufstieg des OFC

Was die Teilnehmer Presse-Termin eint, ist ein Wort: Aufstieg. Und so sieht sich Kickers-Präsident Joachim Wagner „jetzt doch ein wenig unter Druck“ – eine geflügelte Floskel in der Fußballer-Sprache. Wagner würde sich freilich nicht dagegen wehren, diesen im Frühsommer 2021 zu feiern, lenkt jedoch den Blick auf die aktuelle Tabelle der Regionalliga Südwest: „Wir sind sechs Punkte hinter Freiburg.“ Dass der Aufstieg kein Selbstläufer ist, wissen die Verantwortliche und Anhänger. Raus aus der Regionalliga wollen viele: „Sechs, sieben Vereine haben ein Zulassungsverfahren beantragt.“ Er bekräftigt mit Blick auf die vier neuen Namensgeber: „Gerade in Zeiten wie diese, ist es wichtig, Unterstützer an seiner Seite zu wissen.

Seit Montag (01.03.2021) werden sowohl die Banden am Spielfeld als auch die Werbetafeln an der Außenfassade und über den Eingängen getauscht. In Verbindung mit der Umbenennung des Stadions bekommt es ein neues Logo. Es greift schlicht die bauliche Form des Stadions auf, das sich mit seinen vier Tribünen und Attika markant von vielen anderen Stadien oder Fußballarenen unterscheiden. Farblich dominiert die Geschäftsfeld-Farbe Grau, die das Stadion dem Stadtwerke-Bereich Veranstaltungen zuordnet. Darüber hinaus schafft das neue Logo mit einem roten Akzent eine farbliche Verbindung zum OFC.

Jetzt muss es nur noch sportlich besser laufen als am 29. Mai 1921. Damals verlor der OFC ein Freundschaftsspiel gegen Wacker München mit 3:5. (Martin Kuhn)

Infos im Internet: stadion-offenbach.de

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