OFC-Gegner im Interview

VfR Aalen Trainer Seitz: "Ich weiß, was am Freitagabend los sein wird"

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VfR Aalen Trainer Holger Seitz erzählt im Interview von seiner ersten Begegnung mit den Kickers.

VfR Aalen Trainer Roland Seitz erzählt im Interview von seiner ersten Begegnung mit den Kickers.

Offenbach - Als Trainer und Sportdirektor ist der 54 Jahre alte Ex-Profi seitdem in vier verschiedenen Ligen mit fünf Vereinen (Feucht, Aue, Paderborn, Trier, Elversberg) auf die Kickers getroffen.

Kennen Sie ihre Bilanz als Trainer gegen Kickers Offenbach?

Nicht genau, aber die ist bestimmt nicht gut. Ich habe leider fast nie gewonnen.

In acht Spielen immerhin zweimal, in der 2. Liga mit Erzgebirge Aue und SC Paderborn.

Ja, stimmt, aber wissen Sie was: In Offenbach auf dem Bieberer Berg war es immer vorbei mit der Herrlichkeit, da ging nie was für mich.

Stimmt. Sie haben noch niemals in Offenbach gewonnen.

Okay, der OFC als Gegner ist nicht mein Ding. Aber irgendwann ist immer das erste Mal. Vielleicht am Freitag.

OFC: VfR Aalen nächster Gegner am 9. Juli

Dann starten Sie mit ihrem siebten Verein, dem VfR Aalen, wieder einen Versuch. Mit welchen Erwartungen kommen Sie diesmal nach Offenbach?

Meine Truppe ist eine Wundertüte. Ich weiß selbst noch nicht, wie gut wir sind. Das ist in jedem Spiel eine Berg-und Talfahrt.

Nach dem Abstieg aus der 3. Liga gab es beim VfR Aalen einen Neuaufbau. Im Angriff scheint das schon gut zu funktionieren (sechs Tore geschossen), in der Defensive noch nicht bei fünf Gegentoren.

In der Defensive brauchen wir noch Zeit, um gefestigter zu werden. Wir haben viele Spieler, die bei ihren vorherigen Vereinen wenig gespielt haben. Denen fehlt noch etwas Wettkampfpraxis. Das haben wir zuletzt beim 4:4 gegen Bahlingen gemerkt, als wir dreimal geführt, aber besonders Standards schlecht verteidigt haben. 

Vorne haben wir ein paar Künstler. Dobros, den man ja in Offenbach gut kennt, Vastic, der mal bei den Bayern und in der ersten Liga in Österreich gespielt hat, und Ramaj, der beim VfB Stuttgart als Riesentalent galt, die können jeden Gegner zerlegen. Aber ein Spiel kann auch mal an ihnen vorbeilaufen. Das ist ein schmaler Grat.

VfR Trainer Holger Seitz: "Die Kickers werden uns extrem anlaufen"

Heißt das für die Aalener Taktik am Freitag: Wir setzen auf unsere Stärke und spielen in Offenbach mutig nach vorne?

Mit Hurra nach vorne, das wäre sicher falsch. Die Kickers werden uns extrem anlaufen. Wir müssen schauen, dass wir stabil bleiben und aufpassen, dass sie uns nicht abschießen. Dann können wir aus einer guten Defensive unsere Konter spielen.

Welchen Eindruck haben Sie bisher vom OFC?

Die Kickers haben zuletzt mit wenig Geld versucht, viel zu erreichen. Das hat nicht so geklappt. Jetzt ist das etwas anders. Die erste Elf ist qualitativ sicher besser als die letzten Jahre. Bei so vielen Neuzugängen brauchen sie aber auch noch Zeit zum Einspielen. Im Moment lösen sie viel über individuelle Klasse. Aber egal wer auf dem Platz steht, die Mannschaft wird von außen immer extrem gepusht. Wie viele Zuschauer werden gegen uns kommen?

8000 OFC-Fans könnten zum Spiel am Bieberer Berg kommen

Man hofft auf 8000.

Cool. Zwei Auftaktsiege, Freitagabend, Flutlicht. Da weiß ich, was los sein wird. Superstimmung in Offenbach. Mal schauen, wie die Jungs mit dem Druck umgehen.

Wo werden der VfR Aalen und die Kickers am Saisonende stehen?

Wir haben nur ein Ziel: Klassenerhalt. Ich bin sicher, das werden wir erreichen. Der OFC ist auf jeden Fall im vorderen Drittel. Saarbrücken und Elversberg sind schon schwere Kaliber. Ob es dann für die Kickers für ganz vorne reicht, wird sich noch zeigen.

Das Gespräch führte Jochen Koch.

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