OFC

Barletta lobt, fordert und ermutigt

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Trotz nasskaltem Wetter bestens gelaunt: Trainer Angelo Barletta leitete am Dienstagvormittag erstmals nach seinem Wechsel vom FC Bayern Alzenau eine Übungseinheit bei seinem neuen Verein Kickers Offenbach. 

Angelo Barletta will als neuer Trainer von Kickers Offenbach Spaß und Selbstvertrauen neu entfachen. Im Winter ist ein Trainingslager geplant. 

Offenbach - Wenn es um Fußball geht, muss er sich zum Teil etwas zügeln, gibt Angelo Barletta, der neue Trainer der Offenbacher Kickers, zu. Er kann gar nicht genug davon bekommen, würde „am liebsten mit den Jungs 20 Stunden am Tag trainieren. Aber ich weiß, dass das nicht förderlich wäre. “ Zum Wesen des 42-Jährigen passt, dass er es nach der Rückkehr von Ligarivale Bayern Alzenau zum OFC, für den er einst als Spieler aktiv war, „kaum erwarten“ konnte, „endlich wieder auf dem Platz zu stehen“. Sein Co-Trainer und guter Freund Dennis Bochow hatte ihn mit einem Rennpferd verglichen, das in der Box auf den Start wartet.

Kickers Offenbach (OFC): Angelo Barletta leitet erstes Training 

Tatsächlich begann die erste Übungseinheit unter der Leitung des neuen Cheftrainers gestern Vormittag zehn Minuten früher als geplant. Nachdem sich Barletta sowie die Assistenten Bochow und Ramon Berndroth dem Team vorgestellt hatten, ging es um 10.50 Uhr so los, wie es der neue Coach angekündigt hatte: Der Ball war bei allen Übungen dabei. Das Passen und Toreschießen stand im Mittelpunkt. Vor allem das Spielgerät sollte dabei in Bewegung sein. „Lasst den Ball rollen, sonst tut mir das Herz weh“, rief Barletta. Er forderte One-touch-Football („Direkt spielen!“) oder „nur zwei Kontakte“ sowie „mehr Abschlüsse“. Schließlich waren das Kombinationsspiel und die Torgefährlichkeit zuletzt zwei Mankos der Kickers.

Barletta kommentierte das Geschehen auf dem Platz am Wiener Ring immer wieder lautstark. Er lobte („Überragend“, „Geil gesehen“), forderte („Gib ihm Druck“) und ermutigte die Spieler, an ihre Stärken zu glauben („Du hast einen Schuss wie ein Ochse, schieß doch“). Nach rund einer Stunde war für die Feldspieler, die am Sonntag beim 3:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg II länger als 50 Minuten im Einsatz waren, Feierabend. Der Rest absolvierte noch ein kleines Turnier. Kevin Pezzoni (muskuläre Probleme) machte fast alles mit, wenn auch noch dosiert. Matias Pyysalo (erkältet) sowie Ronny Marcos (Halsschmerzen, sollte daher nicht zum Team) fehlten.

Kickers Offenbach (OFC): Angelo Barletta will Spaß und Selbstvertrauen entfachen

Der neue Trainer war darum bemüht, bei den Spielern Spaß und Selbstvertrauen zu entfachen. In den letzten zwei Spielen des Jahres könne er „ohnehin nur ein, zwei Prozent beisteuern“. Geschäftsführer Thomas Sobotzik hatte zuletzt mit Blick auf das Hessenpokal-Viertelfinale bei Ligarivale FC Gießen (15. Dezember) Zweifel geäußert, ob es überhaupt zwei Partien sein werden. Er bezog sich dabei nicht auf den Platz in Gießen, obwohl der schon beim Punktspiel vor dreieinhalb Wochen in schlechtem Zustand war, sondern spielte darauf an, dass sich der OFC in einem Schreiben an den Präsidenten des Hessischen Fußball-Verbandes nochmals über die Terminierung beschwert hatte. Die Kickers würden lieber erst 2020 spielen, erachten die Erfolgsaussichten jedoch als gering.

Als einen der Gründe für den Verlegungswunsch hatte der OFC zuletzt angeführt, dass die Vorbereitungsmöglichkeiten auf die Partie wegen den Umbauarbeiten im heimischen Stadion fürs Eishockey-Wintergame (14. Dezember) eingeschränkt seien. Unter anderem können die Kabinen nur noch bis Anfang kommender Woche genutzt werden, danach müssen sich die Kickers am Wiener Ring umziehen. Für Barletta und Bochow ist das kein Problem, sie sind aus Alzenau ganz andere Umstände gewohnt. Ihre Trainerkabine war dort ursprünglich eine Behinderten-Toilette: „Wir haben sie in Eigenregie umgebaut und mit Ikea-Möbeln ausgestattet.“ Zu Spielen fuhr die Mannschaft in Kleinbussen und privaten Pkw. Beim OFC stehen ihnen nun ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem planen die Kickers ein Winter-Trainingslager, damit sich das Trainerteam und die Spieler besser kennenlernen können. Stattfinden soll das alles nach Möglichkeit Mitte Februar in der Türkei über einen Zeitraum von acht, neun Tagen mit zwei Testspielen.   Von Christian Düncher

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