Hinspielsieg dient als Mutmacher

Kickers Offenbach beschwören Geist von Freiburg

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Da war die Offenbacher Welt noch in Ordnung: Die OFC-Spieler feiern den Last-Minute-Sieg in Freiburg, der ihnen einen perfekten Start mit sechs Punkten aus zwei Spielen bescherte. Das Rückspiel ist nun ein Abstiegsduell.

Die Erinnerung an den 4. August weckt bei Andis Shala schöne Gefühle. „Das waren sehr viele Emotionen“, sagt der Mittelstürmer der Offenbacher Kickers übers Hinspiel beim SC Freiburg II, das die Gäste durch einen Treffer von Marko Schikora in der Nachspielzeit 2:1 gewonnen hatten.

Offenbach – Der OFC war damals mit dem Maximum von sechs Punkten aus zwei Spielen Vierter der Regionalliga Südwest. Wenn sich beide Teams am Sonntag (14 Uhr) zum Rückspiel in Offenbach treffen, wird die Situation für die Kickers eine völlig andere sein. Lediglich ein Zähler trennt sie noch vom ersten potenziellen Abstiegsplatz. Die Freiburger Reserve hat bloß einen Punkt mehr auf dem Konto.

„Für beide ist das ein wichtiges Spiel“, weiß Trainer Steven Kessler und verspricht: „Wir werden alles tun, damit die drei Punkte hier bleiben.“ Shala beschwört dafür den Geist von Freiburg: „Wir müssen wieder diese Mentalität zeigen, den absoluten Siegeswillen, dürfen keinen Zentimeter verschenken und müssen alle an einem Strang ziehen, uns als Einheit präsentieren“, fordert der glücklose Stürmer (zwölf Einsätze, zwei Tore). Die Anhänger bezieht er in seinen Appell an den Zusammenhalt ein.

Kickers Offenbach: Fans sind großer Rückhalt für OFC

„Wir haben zuletzt die PS nicht auf den Rasen bekommen und sind daher in einer schwierigen Lage. Das tut mir für die Fans leid, die sind erste Klasse“, lobt Shala. Auch nach der jüngsten 0:1-Pleite in Ulm seien die Spieler nicht ausgepfiffen worden. „Es gab ein paar Gespräche am Zaun. Wir wissen, dass wir gegen Freiburg eine Wand hinter uns haben werden, und müssen es besser machen.“ Auch Kessler bittet die Fans um Unterstützung: „Sie sind ein sensationeller Rückhalt. Mit dem Publikum im Rücken, wollen wir dem jungen Freiburger Team den Rang ablaufen“, so der Trainer.

Kickers Offenbach müssen wieder mehr Tore schießen

Seine Elf müsse „mit Willen und Kampf dagegen halten“, fordert Kessler. In erster Linie sei es aber wichtig, Tore zu schießen. Das war zuletzt eines der Hauptprobleme seiner Spieler. In 18 Spielen trafen sie erst 21-mal. Lediglich vier Teams in der Liga haben eine schlechtere Bilanz. „Die Wahrscheinlichkeit für ein Tor steigt, wenn der Ball in den 16er kommt“, spricht Shala ein Manko des OFC an. „Uns hat zuletzt der Mut gefehlt, ins Eins-gegen-eins zu gehen.“ Auch habe man oft den richtigen Moment fürs Flanken verpasst und stattdessen „wieder einen Haken gemacht. Aber wir haben im Training zuletzt viel an der Offensive gearbeitet.“ Gegen Freiburg soll sich das endlich auszahlen. „Machen wir ein Tor, fällt sicher auch schnell das zweite“, meint Kessler, dessen Zeit als Interimscoach sich dem Ende zuneigt.

Ex-OFC-Spieler bei Kickers Offenbach heißer Kandidat für Trainer-Nachfolge

Spätestens nach dem Hessenpokalspiel am 15. Dezember beim FC Gießen soll für ihn bei den Profis Feierabend sein. Bei der Suche nach einem Nachfolger ist plötzlich Angelo Barletta, Coach des Ligarivalen FC Bayern Alzenau, wieder ein ernsthaftes Thema. Schon vor Wochen hatten wir exklusiv darüber berichtet, dass der ehemalige OFC-Spieler ein Kandidat sei. Ende Oktober sagte Barletta im Interview mit unserer Zeitung, dass es „nur flüchtige Gespräche“ gab, bezeichnete die Aufgabe aber als reizvoll. Wenige Tage später dementierte der damalige Kickers-Geschäftsführer Andreas Herzog ein Interesse an Barletta („Wir haben mit ihm bisher nicht gesprochen“).

Der Ex-Zweitligaprofi selbst sagte vor dem Pokalduell beider Klubs am 17. November, dass er nicht mehr mit einem Anruf des OFC rechne. Unter Geschäftsführer Thomas Sobotzik, einst Barlettas Mitspieler beim FSV Frankfurt, hat sich das offenbar geändert. Sobotzik wollte sich gestern zur wundersamen Wendung nicht äußern. Dass beide Klubs am Wochenende ein wichtiges Spiel bestreiten müssen, könnte einer der Gründe sein. Alzenau liegt nur einen Punkt vor den Kickers und ist beim Drittletzten Pirmasens zu Gast.

cd

Seit er als neuer Geschäftsführer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach vorgestellt wurde, ist Thomas Sobotzik übrigens nah an die Mannschaft herangerückt.

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