Kickers Offenbach

Socken-Versand statt Punktspiel: OFC-Co-Trainer Dennis Bochow forciert Nebenjob

In einer Garage in Obertshausen lagert Kickers Offenbachs Co-Trainer Dennis Bochow die Grip-Socken für Sportler, die er mit seiner Firma „Mastersox“ vertreibt. Foto: p
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In einer Garage in Obertshausen lagert Kickers Offenbachs Co-Trainer Dennis Bochow die Grip-Socken für Sportler, die er mit seiner Firma „Mastersox“ vertreibt. Foto: p

Dennis Bochow hat in der Corona-Krise mehr Zeit für andere Projekte. Im Moment konzentriert er sich auf seinen Socken-Versand. 

  • OFC-Co-Trainer Dennis Bochow hat in der Corona-Krise mehr Zeit für andere Projekte
  • Bochow baut Socken-Versand auf
  • Spieler von Kickers Offenbach machen Werbung für Socken ihres Co-Trainers

Offenbach – Dennis Bochow fühlt sich mit Blick auf die Corona-Krise in seiner Auffassung bestätigt. „Im Fußball kann man kaum planen, das sieht man ja gerade“, meint der Co-Trainer von Kickers Offenbach, der daher bereits länger beruflich mehrgleisig fährt und nun wieder mehr Zeit hat, seine weiteren Projekte voranzutreiben. Das Neuste: Der Vertrieb von Socken mit Noppen - speziell für Sportler. „Ich sehe darin ein unheimliches Potenzial“, sagt Bochow, der noch von einer Garage in Obertshausen aus agiert. „Ein bisschen wie bei Steve Jobs“, scherzt er.

Dennis Bochow war vor seinem Engagement bei Kickers Offenbach nie hauptberuflich im Fußball tätig

Jobs baute bekanntlich in einer Garage 1976 mit Steve Wozniak den ersten Apple-Computer. Es war der Anfang einer unglaublichen Erfolgsstory. Welchen Weg Bochow mit seinem Unternehmern „Mastersox“ gehen wird, ist hingegen völlig offen. „Entweder habe ich bis ans Lebensende neue Socken oder ich verkaufe bald zwei Millionen pro Jahr“, sagt der gebürtige Offenbacher, der bis zu seinem Engagement bei Kickers Offenbach im Dezember 2019 nie hauptberuflich im Fußball tätig war. Die Oberliga war die höchste Spielklasse, in der er kickte - für Croatia Frankfurt. Außerdem lief der inzwischen 39-Jährige unter anderem einst für die Spvgg. 03 Neu-Isenburg, Kickers Offenbach II, den FSV Frankfurt II und die Spvgg. Oberrad auf.

„Die Stationen waren nie so, dass ich dort den Lebensunterhalt verdienen konnte, daher ist Plan B entstanden“, erzählt Bochow. Während er beim FSV Frankfurt spielte, machte er bei einem Sponsor eine Ausbildung zum Bürokaufmann und verkaufte Autos. „Diese Ellenbogengesellschaft, in der man sich quasi um die Kunden schlägt, war aber nicht so mein Ding.“ Daher begann er im Alter von 27 Jahren eine Umschulung, absolvierte ein Abendstudium und hörte mit dem Fußballspielen auf. Marketing war fortan sein berufliches Betätigungsfeld, erst in einer Agentur, dann als Selbstständiger.

OFC-Co-Trainer Dennis Bochow steigt ins Socken-Geschäft ein

„Ohne Kontakte hat man in dieser Branche keine Chance, durch den Fußball war mein Netzwerk jedoch sehr groß“, berichtet Bochow. 2009 gründete er seine erste Firma, die One Connect GmbH, deren Geschäftsführer er weiterhin ist. Der Schwerpunkt liegt auf software-basierten Motivstrukturanalysen. „Menschen sind unterschiedlich, prallen aber überall zusammen, auch im Fußball. Es geht unter anderem um die Frage, warum ein Spieler bei einem Klub funktioniert, beim anderen aber nicht“, erklärt der ehemalige Rechtsverteidiger, der darauf im Auftrag von Vereinen Antworten finden will. „Ich kann mir vorstellen, dass das irgendwann mein größtes Betätigungsfeld sein wird.“ Aber erst nach seiner Zeit als Trainer.

Fußball ist meine Leidenschaft. Am liebsten würde ich dort so lange wie möglich und so hoch wie möglich tätig sein“, sagt Bochow. Weil sich die bisherigen Jobs nur schwer vereinen ließen, plante er vor einiger Zeit um. „Ich habe nach etwas gesucht, das auch funktioniert, wenn ich nicht da bin“, sagt der OFC-Co-Trainer und stieg bereits während seiner Zeit beim Ligarivalen Bayern Alzenau in den „Grip-Socks-Markt“ ein, der seiner Meinung ziemlich groß ist: „Man sieht kaum Fußballer, die normale Stutzen tragen.“ Viele schneiden sie kurz über dem Knöchel ab und tragen darunter speziell konzipierte Anti-Rutsch-Socken mit Silikonnoppen. „Sie sind vor allem für Sportarten entwickelt, in denen es oft Richtungswechsel gibt, sorgen im Schuh für einen besseren Halt und ein besseres Tragegefühl“, beschreibt Bochow die Vorzüge.

Kickers Offenbach: OFC-Co-Trainer entwickelt spezielle Socken für Sportler

Marktführer in diesem Bereich ist die Firma Tapedesign, auf deren Produkte neben Ivan Rakitic, Mario Götze sowie Pierre Emerick Aubameyang angeblich auch Neymar und Antoine Griezmann setzen. Um da nicht chancenlos zu sein, hat Bochow „ein Jahr lang entwickelt“. Das Ergebnis sei ein „sehr, sehr guter, qualitativ hochwertiger Socken mit einem tollen Design“, der in der Türkei hergestellt wird. 

„Nicht in China oder Bangladesch. Mir war wichtig, dass man auch mal kurzfristig hinreisen kann, um sich die Produktion anzusehen“, betont der Unternehmer, dem es auch nicht an Testimonials mangelt. In den Sozialen Netzwerken präsentieren Salvatore Bari, Alieu Sawaneh, die er aus Alzenau kennt, Francesco Lovric und Ronny Marcos (beide Kickers Offenbach) seine Produkte. „Die Werbung wird fast ausschließlich über Markenbotschafter laufen.“

Auch Bundesliga-Spieler tragen Socken von OFC-Co-Trainer Dennis Bochow

Bundesliga-Spieler wie Philipp Mwene (FSV Mainz 05), Klaus Gjasula (SC Paderborn) und Robin Scheu (SV Sandhausen) gehören ebenso dazu wie Jerome Kiesewetter von David Beckhams MLS-Verein Inter Miami. Trotz der illustren Runde ist die im Oktober 2019 gegründete Firma noch kein Global Player. „Meine Mama Birgit packt mit an. Die Bestellungen laufen bei uns ein, die Ware lagert in der Garage“, erzählt Bochow, der schon vorgesorgt hat: „Sollte es größer werden, habe ich bereits einen Partner in Heusenstamm.“ Die Mühle Verpackungs- und Dienstleistungs GmbH. Auch hier half sein Netzwerk. Geschäftsführer Danny Mühle ist ein Ex-Fußballer (Teutonia Hausen).

Von Christian Düncher

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