Kickers Offenbach

OFC: Corona-Krise erschwert Kaderplanung

Kommende Saison gemeinsam mit dem EVO-Logo auf der Brust? Luigi Campagna (hinten) steht beim OFC noch bis 2021 unter Vertrag. Der Alzenauer Alieu Sawaneh (vorne) gilt in Offenbach als potenzieller Kandidat für eine Verpflichtung. Foto: hübner
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Kommende Saison gemeinsam mit dem EVO-Logo auf der Brust? Luigi Campagna (hinten) steht beim OFC noch bis 2021 unter Vertrag. Der Alzenauer Alieu Sawaneh (vorne) gilt in Offenbach als potenzieller Kandidat für eine Verpflichtung.

Eigentlich wollte Thomas Sobotzik zu diesem Zeitpunkt der Saison längst einige wichtige Weichen für die kommende Spielzeit 2020/21 gestellt haben.

  • Corona-Krise erschwert Kaderplanung
  • Viele Verträge laufen beim OFC aus
  • Hauptsponsor verlängert wohl Zusammenarbeit

Offenbach –  In den ersten drei Wochen nach Aussetzung des Spielbetriebs habe er „erst mal alles hinten angestellt und weder intern noch extern Gespräche über die kommende Saison geführt“, sagt der 45-Jährige. „Ich hatte dafür ohnehin keinen Kopf“, deutet Sobotzik an, dass aufgrund der jüngsten Entwicklungen andere Themen seine volle Aufmerksamkeit gefordert hatten. Erst Anfang April habe man zum ersten Mal wieder in größerer Runde gesprochen, auch über die Spielzeit 2020/21. Inzwischen hat der Chef der Profi GmbH der Kickers damit angefangen, die konkrete Planung zu forcieren. Auch wenn das unter den gegebenen Umständen nicht einfach ist.

OFC: Viel Unklarheit in Sachen Kaderplanung

Obwohl derzeit viel Unklarheit herrscht, steht eines bereits fest: „Es wird definitiv anders aussehen als das, was wir geplant hatten“, sagt der Ex-Profi. „Unser Wunsch war es, den Kader für die kommende Saison schnell fertig zu haben. Jetzt sieht es so aus, dass wir viele Entscheidungen weit nach hinten schieben müssen.“ Man wolle zumindest versuchen, ein stabiles Grundgerüst aufzustellen, werde aber wohl viele Positionen „spät besetzen“, stellt Sobotzik klar. Der Grund dafür sind die vielen offenen Fragen, auf die es kurzfristig aller Voraussicht nach keine Antworten geben wird.

„Wie soll man jetzt einen Etat aufstellen? Wann geht es überhaupt wieder los? Und bleibt die Regionalliga in dieser Form bestehen?“, fasst der Geschäftsführer des OFC die Probleme zusammen. „Was mich zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass wir unfassbar viel Zuspruch erhalten.“ So hat der OFC bei den Geistertickets die Anzahl der Saisondauerkarten (3500) deutlich übertroffen und die 5000er-Marke geknackt. „Das zeigt uns, dass wir davon ausgehen können, dass uns unsere Fans in der kommenden Saison zahlenmäßig mindestens genauso unterstützen werden wie in der aktuellen“, meint Sobotzik, der auch von den Sponsoren und sonstigen Partnern „mehr als nur positive Signale erhalten“ hat: „Die meisten sagen, dass sie uns auf jeden Fall weiterhin unterstützen werden.“

Allen voran die Energieversorgung Offenbach (EVO), die seit 2001 Hauptsponsor ist und es aller Voraussicht nach auch kommende Saison sein wird. Dazu passt, dass der OFC für Dienstag zu einer virtuelle Pressekonferenz eingeladen hat. Man sei in „sehr, sehr guten Gesprächen“ über eine Vertragsverlängerung, bestätigte Sobotzik. Auch die Sparda-Bank Hessen soll den Kickers als Sponsor erhalten bleiben. Ob das aber auch für den nach zehn Jahren auslaufenden Vertrag als Namensgeber des Stadions auf dem Bieberer Berg gilt, ist offen.

OFC: Zahlreiche Verträge laufen aus

Insgesamt stehen beim OFC 24 Spieler unter Vertrag, bei etwas weniger als der Hälfte läuft das Arbeitspapier aus, sofern es sich nicht aufgrund einer bestimmten Anzahl absolvierter Partien verlängert hat oder die Marke bei Fortsetzung der Saison noch erreicht wird. Die Einführung der Kurzarbeit habe auch nicht zur Folge gehabt, dass es zu Änderungskündigungen gekommen sei. „Alle haben sofort zugestimmt, es gab nur eine Ausnahme. Das war ein schwieriger Fall, den haben wir aber geregelt“, berichtet der Geschäftsführer. Es habe auch Härtefälle gegeben. „Bei ein, zwei Spielern wäre es finanziell an die Substanz gegangen, wenn wir das Kurzarbeitergeld nicht aufgestockt hätten.“

Längst machen Namen von Kandidaten, an denen die Kickers angeblich interessiert sind, die Runde. So soll Dijon Ramaj von Ligarivale VfR Aalen auf der Liste stehen. Der Offensivmann hatte 2019 ein Probetraining in Offenbach absolviert. Ramajs Vertrag in Aalen läuft aus. Bei der 0:3-Pleite des OFC beim VfR am 15. Februar war der einstige Junioren-Nationalspieler des DFB bester Akteur. Sobotzik stellte aber in Bezug auf das Gerücht klar: „Das stimmt definitiv nicht.“ Mehr dran zu sein scheint an einer Rückkehr von Verteidiger Alieu Sawaneh, der aus der Kickers-Jugend stammt und Leistungsträger bei Ligarivale Bayern Alzenau ist. OFC-Coach Angelo Barletta schätzt ihn aus der gemeinsamen Zeit bei den Unterfranken.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Unterdessen votiert OFC-Geschäftsführer Sobotzik weiterhin für Geisterspiele. Im Gespräch ist weiterhin eine Zweiteilung der 3. Liga. Wäre der OFC dann ein Kandidat dafür?

Der OFC krempelt kräftig um. Trainer und Geschäftsführer zeigen, dass sie nicht allzu viel von der Kaderplanung ihrer Vorgänger halten. Von 13 Neuzugängen im Kader der Kickers sind schon 10 wieder weg.

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