Erstes Tor als Profi

Eigengewächs Luka Garic krönt fast perfektes Jahr

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Abdrehen und raus mit der Freude: Das 18 Jahre alte Eigengewächs Luka Garic hat gerade sein erstes Tor für die Profis der Offenbacher Kickers erzielt. Der Mainzer Torwart Finn Dahmen kann nur noch dem ins Feld zurückspringenden Ball nachschauen.  

Offenbach - Das Jahr 2018 wird Luka Garic so schnell nicht vergessen. Obwohl noch für die U19 spielberechtigt, zählt das Eigengewächs der Offenbacher Kickers zum Stammpersonal der Profis und setzte in der letzten Partie des Jahres zudem ein persönliches Ausrufezeichen. Von Christian Düncher 

Bis heute absolvieren die Regionalliga-Profis der Offenbacher Kickers noch in Kleingruppen den Laktattest. Am Abend steht die Weihnachtsfeier in einem Lokal in Jügesheim an. Danach geht es in die Winterpause. Luka Garic wird die freie Zeit mit der Familie und Freunden verbringen. „Also nichts Besonderes“, sagt das Eigengewächs der Offenbacher Kickers. Für sein Tor vom Samstag gilt das Gegenteil. „Das war etwas Besonderes“, gibt der 18-Jährige zu. Im letzten Spiel des Jahres gelang ihm beim 18. Einsatz als Profi (16 in der Liga, zwei im Hessenpokal) sein erster Treffer – zum 3:1-Endstand beim FSV Mainz 05 II.

„Ich habe gesehen, dass Julian Scheffler in die Mitte zog und keine Option mehr hatte. Daher habe ich ihm die Möglichkeit eröffnet, mich anzuspielen“, beschreibt Garic die Entstehung des Treffers. Der defensive Mittelfeldspieler bot sich halblinks an, bekam den Ball von Scheffler mit der Hacke in den Lauf gelegt, ging noch ein paar Schritte und zog ab. Torwart Finn Dahmen war zwar noch dran, konnte den Gegentreffer aber nicht verhindern. „Ich habe gar nicht genau geguckt, sondern mir lediglich vorgenommen, fest ins kurze Eck zu schießen“, so Garic.

Bilder: Kickers Offenbach gewinnt gegen FSV Mainz 05 II

Der Treffer war für den Dietesheimer der krönende Abschluss eines nahezu perfekten Jahres. „Es hätte kaum besser laufen können“, gibt Garic zu. „Ich könnte ja noch in der U19 spielen.“ Mit Beginn der Saisonvorbereitung wurde er aber hoch zur ersten Mannschaft gezogen. Dass er dort mittrainieren dürfte, sei „der erste Schritt gewesen“, sagt der Fußballdeutsche mit bosnischen und kroatischen Wurzeln. Die nächsten Schritte folgten schnell. Am vierten Spieltag (10. August) gab Garic in Ulm (1:2) sein Debüt als Einwechselspieler. Anfang Oktober unterschrieb er einen Profivertrag, der bis 2020 gilt.

„Ich habe mehr Spielzeit als gedacht. Dazu nun noch das Tor. Es wird besser und besser“, freut sich der 1,83 Meter große Mittelfeldmann über seine Entwicklung. 1051 Minuten stand er für den OFC bisher in der Regionalliga Südwest auf dem Platz – und das zumeist auf der wichtigen Sechser-Position. „In seinem Alter gibt es kaum Spieler, die auf dieser Position Stammkraft sind“, merkt Co-Trainer Max Lesser an. Dabei hat Garic im Kader prominente Konkurrenz. In der internen Rangfolge liegt er jedoch vor Zugang Kevin Ikpide und Serkan Göcer, der diese Position vergangene Saison begleitete. Von Marco Rapp hatte man sich kurz nach Rundenstart getrennt. Auch Dren Hodja hat im Duell um den Platz neben Ko Sawada bisweilen das Nachsehen.

Daniel Steuernagel gefällt an Garic unter anderem dessen Positionstreue. Das Eigengewächs weiß, was auf der Sechser-Position zu tun ist, besticht durch gutes Zweikampfverhalten, Technik sowie Übersicht, spielt schnell, aber einfach und will dazulernen. Bleibt also die Frage, was 2019 noch besser werden kann. „Die Punkteausbeute“, antwortet Garic. „Zu Beginn der Saison war das nicht gut. Neun Punkte aus den letzten drei Spielen sind ein guter Anfang. So kann es weitergehen.“ Und falls ihm dann noch das eine oder andere Tor gelingt, hätte Garic nichts dagegen.

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