OFC: Rückkehrer stellt Bestmarke auf / Erstmals gegen Alzenau

Kickers Offenbach: „Ein schönes Bonbon“ für Fetsch

Ein Tor mit links, zwei mit rechts und zwei mit dem Kopf: OFC-Angreifer Mathias Fetsch (rechts), hier zum 1:0 gegen Steinbach Haiger erfolgreich, bringt seine „Stärken in der Box“ bislang höchst effizient ein.
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Ein Tor mit links, zwei mit rechts und zwei mit dem Kopf: OFC-Angreifer Mathias Fetsch (rechts), hier zum 1:0 gegen Steinbach Haiger erfolgreich, bringt seine „Stärken in der Box“ bislang höchst effizient ein.

Es ist eine Premiere für Mathias Fetsch: Morgen trifft der Stürmer von Kickers Offenbach erstmals auf Bayern Alzenau. In der Partie der Fußball-Regionalliga Südwest will er seine beeindruckende Tor-Serie ausbauen.

Offenbach – Mathias Fetsch ist gerade mal vier Wochen zurück in Offenbach - und schon hat er einen vereinsinternen Rekord für die Fußball-Regionalliga Südwest aufgestellt. Fünf Tore nach sechs Spieltagen hat bislang noch kein Offenbacher geschafft. Christian Cappek (2014/15) und Niko Dobros (2015/2016) kamen im gleichen Zeitraum jeweils auf vier. Fetsch benötigte sogar nur fünf Spiele dafür, beim Saisonauftakt gegen Bahlingen (0:0) war er noch gar nicht verpflichtet. Heute Abend (19.30 Uhr) will er seine beeindruckende Quote gegen den FC Bayern Alzenau ausbauen.

„Das ist natürlich ein schönes Bonbon, aber sich daran festzunageln, bringt nichts“, sagt der 32-Jährige zu seiner Bestmarke. Sieben Jahre nach seinem ersten Engagement in Offenbach (zwölf Tore in der 3. Liga in der Saison 2012/2013) und nach Stationen beim FC Augsburg (ein Bundesligaspiel), Energie Cottbus (zwölf Zweitligaspiele), Dynamo Dresden, Holstein Kiel und Hallescher FC (jeweils 3. Liga) ist der 1,89 Meter große frühere U20-Nationalspieler erstmals unterhalb der drei deutschen Profiligen aktiv. „Ich habe mich bewusst für diesen Schritt entschieden“, sagt der gebürtige Karlsruher: „Ich kenne das Umfeld, die Stadt, das Stadion. Ich bin extrem motiviert - und ich habe schnell gemerkt, welches Potenzial diese Mannschaft hat.“

Trainer Barletta lobt Fetsch: „Immer ehrlich und authentisch“

„Er ist eine Topverstärkung“, lobt Trainer Angelo Barletta seinen Mittelstürmer. „Und das nicht nur wegen seiner fünf Tore. Vor allem seine Mentalität und seine Teamfähigkeit sind beeindruckend, er hat null Starallüren.“ Als Beispiel dafür nannte er die Auswechslung gegen Hoffenheim II. Fetsch hatte beim 3:0 die ersten zwei Tore geschossen, war der gefeierte Mann, trotzdem holte ihn Barletta nach 55 Minuten für Florent Bojaj vom Platz. „Da hätte der eine oder andere schon gesagt: Ehrlich jetzt? Warum ich? Aber Mathias war da total positiv, pushte die Mannschaft weiter“, zeigt sich Barletta beeindruckt. Und noch eine Charaktereigenschaft gefällt ihm. „Er wirkt immer ehrlich und authentisch.“ Fetsch freut sich naturgemäß über derlei Lob, weiß es aber einzuordnen. „Ich versuche einfach, professionell an die Sache ranzugehen, ich identifiziere mich mit dieser Aufgabe. Und die Mannschaft hat einen großen Anteil an meinem Lauf.“

Dass er nach vier Wochen Vorbereitungszeit beim Halleschen FC in Offenbach sofort auf Betriebstemperatur war, trug ebenfalls zur positiven Grundstimmung bei. „Ich gebe in jedem Training Gas, spüre, dass ich die Rückstände aufhole“, sagt Fetsch. Schließlich räumt er offen ein, in der vergangenen Saison in der 3. Liga trotz am Ende 19 Einsätzen kaum Spielpraxis gehabt zu haben. Zumeist kam er nur für Kurzeinsätze von der Bank.

In Offenbach hingegen ist er in kürzester Zeit unentbehrlich geworden, spielte zuletzt zweimal 90 Minuten durch. Fetsch ist vor allem der Mann für die wichtigen Tore. In Pirmasens, gegen Hoffenheim und Steinbach erzielte er jeweils das 1:0, in Freiburg das 1:1 kurz vor der Pause. „Vor allem dank ihm sind wir dort ins Spiel zurückgekommen“, lobt Barletta auch die Präsenz und den unbändigen Willen.

Diese Eigenschaften will Offenbachs Tormaschine auch gegen Alzenau einbringen. Erstmals in seiner Karriere trifft er in einem Pflichtspiel auf die Unterfranken. „Wir sind gut vorbereitet und müssen unser Spiel durchbringen“, fordert er. Dass der OFC in Elia Soriano einen weiteren Spieler für das Sturmzentrum verpflichtet hat, empfindet er nicht als Misstrauen. „Es ist eine sehr lange Saison, da werden wir jeden brauchen“, sagt er in bester Trainersprache. „Und im Training hat Elia schon gezeigt, was er kann“, lobt Fetsch den ein Jahr jüngeren früheren Zweitliga-Profi.

Übrigens: Das letzte Mal, als Offenbach zwei Torjäger in seinen Reihen hatte, die zweistellig trafen, wurden die Kickers Meister. 2014/2015 waren Christian Cappek und Markus Müller je 15 Mal erfolgreich. Anders als damals wäre diese Saison als Meister der Aufstieg perfekt. (Von Jörg Moll)

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