OFC-Abschied mit Frust und Wehmut

Enttäuschter Hodja vermisst ehrlichen Umgang

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„Wir hatten einen professionellen Umgang“: Dren Hodja (Mitte) verspürte unter Trainer Daniel Steuernagel (rechts) nicht mehr die uneingeschränkte Wertschätzung wie unter dessen Vorgänger Oliver Reck.

Nach dem feststehenden Abschied von Dren Hodja vom Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach zeigt sich der Mittelfeldspieler enttäuscht.

Offenbach – In der Welt des Profifußballs gehören Vereinswechsel zum gängigen Geschäft. Meist gehen sie geräuschlos vonstatten, zuweilen mit Getöse und manchmal auch mit großen Emotionen - auf beiden Seiten.

So in etwa ist die Gemengelage nach dem nun feststehenden Abschied von Dren Hodja vom Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. „So ist das Geschäft, das muss ich akzeptieren“, sagt der 25-Jährige, der seit Freitag wusste, dass er am Bieberer Berg keine Zukunft haben würde. „Es ist legitim, wenn sich ein Verein neu aufstellen will“, sagt der torgefährliche Mittelfeldspieler. Und doch bleibt auch eine große Enttäuschung. Denn bis zuletzt war der gebürtige Offenbacher davon ausgegangen, dass es für ihn, der schon in der Jugend und dann - nach Stationen beim FC Schalke 04 II und VfR Aalen - dreieinhalb Jahre als Profi für den OFC gespielt hatte, weitergehen würde. „Im Februar wurde mir gesagt, dass man längerfristig mit mir plant“, erklärte er.

Schon bald kamen Zweifel auf, denn Vertragsgespräche mit seinem Berater blieben aus. Hodja schloss daraus, „dass man doch nicht mehr mit mir plante“. Er dementierte zudem, auf höherklassige Angebote gewartet zu haben und vermisste stattdessen einen „ehrlichen Umgang“. Sportdirektor Sead Mehic räumte ein, dass ihm die Entscheidung schwer gefallen sei. „Wir haben nicht gegen den Menschen Dren entschieden, den ich sehr schätze, sondern aus sportlichen Gesichtspunkten“, betonte er. Zugleich betonte er, dass er mit Hodjas damaligem Berater vereinbart hatte, „dass einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Wege steht, wenn er richtig fit wird - und die Leistung stimmt.“

Hodja: Keine Herzmuskelentzündung

Hodja, der klarstellte, dass er in der Sommervorbereitung keine Herzmuskelentzündung erlitten hatte, sondern nur einen Virusinfekt, wurde fit - spielte zuletzt auch wieder, schoss ein schönes Tor beim 4:1 in Worms. Doch der Daumen senkte sich trotzdem. Auch, weil bei den Verantwortlichen ein Umdenken stattgefunden hatte. „Dren war dreieinhalb Jahre bei uns, hat in dieser Zeit auch Leistung gebracht“, betonte Mehic: „Aber wir waren nicht mehr überzeugt davon, dass er den nächsten Schritt machen kann.“ Die Folge: Der OFC holte mit Luigi Campagna (SSV Ulm 1846) und nun Richard Weil (1. FC Magdeburg) zwei Routiniers fürs zentrale Mittelfeld.

Hodja hofft nun bald Klarheit über seine Zukunft zu haben. Die Zeit in Offenbach wird er trotz des unschönen Endes in „positiver Erinnerung“ behalten. „Es war mein Traum, mal in diesem Stadion vor den Augen meines Vaters spielen zu können“, sagt er: „Das nimmt mir keiner.“ In Erinnerung bleiben wird ihm die geballte Ladung an Emotion: „Ich hätte nie gedacht, dass Fußball so intensiv sein kann - positiv wie negativ.“ In Offenbach erlebte er die gesamte Palette. Und was erwartet er sich von der Zukunft? „Ich denke positiv. Ich will Spaß am Fußball haben, das ist das Wichtigste.“

VON JÖRG MOLL

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