OFC gegen Alzenau

Schwieriger Spagat für Interimstrainer Steven Kessler

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Vergangenheit in Alzenau: Steven Kessler war drei Jahre Spieler und ein Jahr U19-Coach beim FC Bayern.

Alzenauer mit Vergangenheit bei den Offenbacher Kickers gibt es reichlich. Umgekehrt gibt es nur einen einzigen beim Fußball-Regionalligisten, der auch schon mal bei den Unterfranken wirkte, die am Freitag (19.30 Uhr) am Bieberer Berg auflaufen: Interimstrainer Steven Kessler. Drei Jahre war er beim damaligen Oberligisten als Spieler aktiv.

Offenbach – Der Verteidiger mit dem starken linken Fuß kam 2005 vom Oberliga-Konkurrenten KSV Klein-Karben zu dem von Klaus Reusing trainierten Aufsteiger. 63 Mal stand Kessler für die Blau-Weißen auf dem Platz. Eine Achillessehnenverletzung sorgte 2008 dafür, dass er seine Karriere beendete. Danach begann er seine Trainerlaufbahn bei der Alzenauer U19, wechselte dann über die SG Nieder-Roden zur SG Rosenhöhe und 2018 zum Heimatverein OFC.

OFC gegen Alzenau: Kessler auch als Psychologe gefragt

Zeit für Erinnerungen bleibt Kessler nicht, zu viel steht am Freitag auf dem Spiel. „Wir müssen wieder punkten, um wieder in ruhigere Gefilde zu kommen“, betont der 44-Jährige. Nach drei Spielen ohne Sieg und dem jüngsten 0:5-Debakel in Saarbrücken geht es nicht nur um ein Erfolgserlebnis, sondern auch darum, „den medialen Druck rauszunehmen“.

In dieser Woche war Kessler auch als Psychologe gefragt. „Laut werden muss man nach so einem Spiel nicht“, sagt er mit Blick auf das 0:5. „Es ist wichtig, dass wir uns als Mannschaft wieder finden“, erklärt Kessler. Denn am Freitag geht es darum, „richtige Antworten zu geben“, und das nicht nur an diesem Freitag, sondern auch in den kommenden Wochen.

Kickers Offenbach will Hessenderby gegen Alzenau gewinnen

„Jetzt gilt es erstmal, die Hessenderbys zu gewinnen, damit wollen wir am Freitag beginnen“, fordert Kessler mit Blick auf das folgende Auswärtsspiel beim FC Gießen und das Wiedersehen mit Alzenau im Hessenpokal.

Der Kickers-Trainer ist überzeugt davon, dass seine Mannschaft „weiß, worum es geht“ in diesen Partien. An Erfahrung im Team mangelt es nicht. Ex-Profis wie Richard Weil, Nejmeddin Daghfous oder Moritz Hartmann, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zur Verfügung steht, haben schon reichlich Erfahrungen mit solchen Situationen gesammelt. Kessler hat bei seiner Mannschaft auch keine Verunsicherung gespürt. „Die wird nur von draußen reingetragen“, betont er: „Wir wissen, um was es geht und müssen die richtige Antwort geben, auch unseren Fans.“

OFC kassiert in 15 Spielen fünf Platzverweise

Der Interimscoach steht vor einem schwierigen Spagat. Einerseits muss er konsequent die Fehler ansprechen. Etwa den Umstand, dass der OFC in 15 Spielen fünf Platzverweise kassierte. „Jedes dritte Spiel bringen wir nichtzu elft zu Ende, daran müssen wir arbeiten“, betont er. Doch Kessler, ab Januar wieder Coach der Bundesliga-U19, muss behutsam mit dem Team umgehen, sonst droht dem ohnehin fragilen Gebilde mit 15 neuen Spielern, die sich zum Ende der Hinrunde noch längst nicht gefunden haben, ein kompletter Absturz.

Und so baut Kessler darauf, für positive Stimmung zu sorgen. Im Training arbeitet er daran, die Fehler abzustellen. „Wir müssen es besser machen“, sagt er. Es klingt wie ein Mantra. Immerhin: Personell hat er mehr Auswahl. Die Youngster Jakob Lemmer und Luka Garic trainieren wieder, auch bei Kevin Pezzoni und Niklas Hecht-Zirpel sieht es besser aus.

VON JÖRG MOLL

Wiedersehen macht Freude. Das ist das Motto, wenn Kickers Offenbach und Bayern Alzenau das erste Punktspiel gegeneinander bestreiten. Nicht weniger als 13 Spieler der Unterfranken haben schon das OFC-Trikot getragen. Rekordtrainer Wolfgang Uschek kommt mit Gänsehaut zurück.

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