OFC Linke Seite bleibt Problemzone

Schachzug mit Scheffler geht nach hinten los

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Erneut etwas zu spät kommt hier OFC-Spieler Julian Scheffler (rechts) gegen Mannheims Maurice Deville.

Das Duell zwischen Kickers Offenbach und dem SV Waldhof Mannheim war erst ein paar Minuten alt, da deutete sich schon an, dass dieses Spiel für Julian Scheffler kein gutes Ende nehmen würde. 

Offenbach – Bereits im ersten Laufduell mit Maurice Deville hatte der zum ersten Mal seit dem 8. Dezember 2018 (3:1 beim FSV Mainz 05 II) in der Startelf stehende linke Außenbahnspieler das Nachsehen. Der Beginn eines unerfreulichen Arbeitstages für den 22-Jährigen.

Scheffler agierte von Anfang an unglücklich. Bezeichnend war die Szene, als er den ins Seitenaus rollenden Ball völlig unnötig „retten“ wollte, jedoch dem Gegner zuspitzelte. Auch vor dem 0:2 sah der Blondschopf nicht gut aus. „Da hätte er weiter außen stehen müssen“, sagte Trainer Daniel Steuernagel. „Er war heute aber nicht unser Problem.“ Dennoch hatte Steuernagel nach 45 Minuten ein Einsehen und ließ Scheffler in der Kabine.

Doch warum stand der gebürtige Gießener, der dieses Jahr erst zwei Kurzeinsätze mit 42 Minuten Spielzeit hatte, überhaupt in der Startelf? „Er hatte seine Sache im Hinspiel sehr gut gemacht“, sagte der Trainer. Zudem sei er mit den Akteuren, die zuletzt links gespielt hatten, „nicht so zufrieden gewesen“.

Sechs Spieler haben sich dort diese Saison bereits versucht: Außer Scheffler noch Dennis Schulte, Luka Garic, Christos Stoilas, Maik Vetter sowie der gegen Mannheim zur Halbzeit eingewechselte Youngster Marco Ferukoski (19), der zwar vorne Akzente setzte, sich vor dem 0:4 jedoch naiv an der Torauslinie ausspielen ließ. Stoilas wollte der OFC bereits im Winter abgeben. Schultes Vertrag läuft aus, Zukunft offen. Garic ist im Zentrum besser aufgehoben. Und Vetter begann diesmal als zweite Spitze.

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„Die linke Seite ist ein Thema“, gab der OFC-Trainer mit Blick auf die Kaderplanung für die kommende Saison zu. Aber sie ist längst nicht die einzige Baustelle. „Wir brauchen Tempo gepaart mit Ballsicherheit“, sagte Steuernagel. Ko Sawada ist ein Spieler, der diese Eigenschaften vereint. Auch Talent Luka Garic (18) habe es gegen Mannheim „exzellent gemacht“. Und im verletzten Winterzugang Matias Pyysalo (Vertrag läuft aus) sieht Steuernagel „großes Potenzial“. Gleichwohl wollen die Kickers im vorderen Bereich nachlegen und sich dafür eventuell auch von Spielern trennen, die noch übers Saisonende hinaus unter Vertrag stehen. Niklas Hecht-Zirpel gilt als Kandidat. Dagegen steht Verteidiger Lucas Albrecht vor der Verlängerung.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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