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Ein Handspiel machte Ronny Marcos unfreiwillig berühmt

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Spielte neunmal in der 1. Bundesliga: Der ehemalige HSV-Profi Ronny Marcos (vorne, im Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden) ist bei den Offenbacher Kickers für die Position des linken Außenverteidigers vorgesehen.

Mit den Ereignissen vom 14. Februar 2014 hat Ronny Marcos von Kickers Offenbach längst seinen Frieden geschlossen.

Offenbach – „Ich habe daraus gelernt, das hat zu meinem Reifeprozess beigetragen“, sagt der Zugang der Offenbacher Kickers über das Erstligaspiel, das ihn unfreiwillig berühmt gemacht hatte. Marcos kam damals mit dem Hamburger SV bei Bayern München mit 0:8 unter die Räder. Der Linksverteidiger verursachte einen umstrittenen Handelfmeter, Gegenspieler Arjen Robben traf zweimal. Marcos, damals 21 Jahre alt, wurde nach 57 Minuten ausgewechselt und in einigen Medien als Sündenbock dargestellt.

„Das war gewiss kein geiles Spiel“, gibt er zu. Aber einiges von dem, was seinerzeit über ihn berichtet wurde, sei „komplett übertrieben gewesen. Es stehen ja immer elf Spieler pro Team auf dem Platz“. Die Erfahrungen, die er im Oberhaus machte, will Marcos auf keinen Fall missen. „Das ist das Nonplusultra im deutschen Fußball“, sagt der mittlerweile 25-Jährige. „Ich bin dankbar für diese Spiele.“ Neun Erstligapartien waren es insgesamt für den HSV. „Die meisten davon habe ich über 90 Minuten gemacht. Und wir haben damals relativ viele Punkte geholt.“ Elf, um genau zu sein. Einen davon beim 0:0 gegen Borussia Dortmund.

Ronny Marcos von Kickers Offenbach ist "ein richtiger Insulaner"

Geboren wurde Marcos im holsteinischen Oldenburg, er wuchs aber auf Fehmarn auf, begann dort auch mit dem Fußballspielen. „Ich bin ein richtiger Insulaner“, stellt der Deutsch-Mosambikaner klar. Über die Stationen Oldenburger SV und VfB Lübeck führte sein Weg zu Hansa Rostock, wo er 2012 sein Debüt im Aktivenbereich gab. 2014 folgte der Wechsel zum HSV. Dort empfahl er sich mit guten Leistungen in der Reserve für die Profis. Während dieser Zeit absolvierte er auch sein einziges Länderspiel für Mosambik: Beim 0:1 gegen Ruanda in der Qualifikation für den Afrika-Cup kam er 90 Minuten zum Einsatz. Es sei ein „sehr schönes Erlebnis“ gewesen, für das Geburtsland seines Vaters zu spielen, sagt Marcos.

Als Peter Knäbel, der damalige Manager des HSV, in der Winterpause der Saison 2015/16 den jungen Spielern erklärte, dass er ohne sie plant, wechselte Marcos zur Spvgg. Greuther Fürth. Dort kam er jedoch nur auf vier Einsätze, zwei davon in der 2. Bundesliga. Es folgten zwei Jahre in Österreich beim SV Ried, wo der schnelle Linksverteidiger Stammspieler war – erst in der 1. (19 Einsätze), dann in der 2. Liga (31). „Ich habe mich dort auch menschlich weiterentwickelt. Es war eine neue Erfahrung, so weit weg von zu Hause zu sein.“

Marcos über OFC: „Gute Charaktere“ und viel „Qualität“

AE Larisa bildete diesbezüglich das Kontrastprogramm. Marcos hatte bei den Griechen für drei Jahre unterschrieben, doch diese hielten sich nicht an den Vertrag. Kevin Pezzoni, sein Mitspieler beim OFC, hat bei Apollon Smyrnis ähnliche Erfahrungen gemacht. „Ich habe mich mit Pezzo darüber unterhalten. Alle anderen können das nur schwer verstehen. Seriös war das jedenfalls nicht“, betont der 1,74 Meter große Abwehrspieler, der die Sache einem Anwalt übergeben hat.

In der Winterpause der vergangenen Spielzeit heuerte Marcos bei Eintracht Norderstedt an (13 Einsätze in der Regionalliga Nord). Von dort ging es nun weiter zum OFC. „Wir haben alle ein Ziel, wollen eine erfolgreiche Saison spielen“, betont er. Im Team seien „gute Charaktere“ und viel „Qualität“. Vor allem mit Manolo Rodas harmonierte er in den Testspielen bislang bestens. Beide machen links Tempo. „Das passt, aber wir haben viele gute Kicker im Kader“, meint der Insulaner, der sich auf dem Bieberer Berg bereits heimisch fühlt.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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