Kickers Offenbach

OFC-Hauptsponsor verlängert Vertrag – Wagner: „Geschenk für uns“

Die Energieversorgung Offenbach ist seit der Saison 2001/02 Hauptsponsor des OFC. Die Kickers, hier mit Mounir Zitouni (rechts) gegen Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart Amateure), spielten in der drittklassigen Regionalliga. Foto: imago
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Die Energieversorgung Offenbach ist seit der Saison 2001/02 Hauptsponsor des OFC. Die Kickers, hier mit Mounir Zitouni (rechts) gegen Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart Amateure), spielten in der drittklassigen Regionalliga.

Gute Nachrichten für die Offenbacher Kickers: Die Energieversorgung Offenbach bleibt Hauptsponsor – und geht sogar noch einen Schritt weiter als bisher. 

Offenbach – Es ist ein bedeutendes Signal der Zuversicht in schwierigen Zeiten. Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach kann auch in Zukunft auf die Energieversorgung Offenbach (EVO) als Hauptsponsor bauen.

Der treue Partner der Kickers seit 2001 verlängerte sein Engagement nicht zuletzt wegen der Unsicherheiten der Corona-Krise gleich um zwei Jahre bis Juni 2022. Die Planungssicherheit sorgte beim Viertligisten für Erleichterung und Dankbarkeit.

Positive Nachrichten zu verkünden, ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht nur selten geworden, sondern auch schwieriger zu übermitteln. Umso mehr war Joachim Wagner, Präsident der Offenbacher Kickers, bei der virtuellen Pressekonferenz die Freude über die Vertragsverlängerung mit dem Hauptsponsor anzusehen. 

Kickers Offenbach: Ein Partner in Guten und schlechten Zeiten

Im Presseraum im Sparda-Bank-Hessen-Stadion nahm er mit gebührendem Abstand zwischen dem EVO-Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Meier und OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik Platz. Das obligatorische Händeschütteln fiel natürlich auch aus. Statt optischer folgten verbale Signale der Dankbarkeit und Verbundenheit. „Wir sind sehr dankbar, dass wir einen so hervorragenden Partner haben“, sagte Wagner: „Die EVO ist nicht nur in guten Zeiten da, sondern auch in schlechten, das ist ein großes Geschenk für uns.“ 

Wobei schlechte Zeiten am Bieberer Berg auch ohne ein Virus keine Seltenheit waren in all den Jahren dieser Partnerschaft. Im Jahr 2001, der langjährige Sponsor Portas hatte sich durchaus geräuschvoll zurückgezogen, die Kickers zunächst mit der Aktion „Ein Verein zum Leben“ auf der Brust geworben, stieg das Offenbacher Energieunternehmen beim damals drittklassigen Regionalligisten ein. 

Kickers Offenbach: Sponsor ist „in der Region tief verwurzelt“

Begriffe wie Krise, finanzielle Nöte und die Sehnsucht, an alte Zeiten anzuknüpfen, gehören seither zum Standardvokabular Offenbacher Fußball-Verantwortlicher. Wenigen Höhepunkten, etwa die drei Jahre in der 2. Liga (2005 bis 2008) oder die Achtungserfolge im DFB-Pokal mit drei Viertelfinalteilnahmen (2006, 2007 und 2013), standen eine ganze Reihe von Tiefpunkten gegenüber. Der Abstieg aus der 2. Liga 2008, die Insolvenz 2013 mit der Lizenzverweigerung für die 3. Liga, die gerade so abgewendete Insolvenz 2016, dazu mittlerweile sieben Jahre Viertklassigkeit. Wer den OFC unterstützt, muss leidensfähig sein.

EVO-Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Meier.

„Wir sind in Offenbach und der Region tief verwurzelt“, sagte Dr. Christoph Meier: „Und der OFC ist ein Symbol für die Region und für Werte, die zu uns passen.“ Welche das sind, betonte Thomas Sobotzik: „Loyalität, Leidenschaft und Mentalität.“ In ungewissen Zeiten wie diesen, in denen nicht einmal klar ist, ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden kann, hat die Vertragsverlängerung des Hauptsponsors daher auch für den Geschäftsführer der Kickers großes Gewicht. „Das hat Signalwirkung“, ist Sobotzik überzeugt: „Für andere Partner, aber auch für Spieler, mit denen wir sprechen. In den Gesprächen bleiben von mir nicht nur Lippenbekenntnisse, ich kann Handfestes vorweisen“, freut er sich, auch wenn er auf Details der Vereinbarung nicht eingehen mag. Klar ist, dass die EVO weiterhin auf den Trikots des Regionalligisten erscheint. Sicher ist auch, dass das „Kids Camp“, das von Bernd Winter initiierte und vor Corona so boomende Ferientraining für Kinder, weiter vom Energieversorger unterstützt wird.

Kickers Offenbach: OFC steht auf „soliden Füßen“

Erstmals seit Jahren mit einer Vereinbarung, die länger als zwölf Monate gilt, und so früh wie lange nicht mehr bekannte sich die EVO zum OFC. Meier will dies als Wertschätzung für die Arbeit der neuen Verantwortlichen verstanden wissen. „Wir sehen das große Engagement, das die neue Geschäftsführung und das neue Präsidium an den Tag legen. Es wird seriös und konzentriert gearbeitet.“ Der OFC stehe, so betonte Meier, „auf soliden Füßen“.

Den Zuschlag für zwei Jahre wertete Joachim Wagner als „großen Vertrauensvorschuss“. Der OFC-Präsident betonte nicht zuletzt als Lehre aus der in ihrer Tragweite noch längst nicht abschätzbaren Corona-Krise, „dass wir nicht dem kurzfristigen Erfolg hinterherrennen werden.“ Gefragt seien eine solide wirtschaftliche Basis und nachhaltiges Handeln. Wohin das führt, darauf mag sich der EVO-Vorstandsboss nicht festlegen. „Ich bin kein Fußballexperte. Aber es gibt nach oben eine Menge Potenzial, das sollten wir gemeinsam so gut wie möglich nutzen“, sagte er lächelnd.

VON JÖRG MOLL

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