„Chance für nächsten Schritt“

So erklärt Jan Hendrik Marx seinen Wechsel nach Mannheim

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Sein letztes Spiel im OFC-Trikot absolvierte Jan Hendrik Marx (vorne) am 3. Mai gegen den VfB Stuttgart II. Der derzeit verletzte 24-Jährige wechselt nach 87-Regionalliga-Einsätzen für Kickers Offenbach in die 3. Liga – zu Waldhof Mannheim.

Als Jan Hendrik Marx vor einigen Wochen seine Unterschrift unter den Vertrag bei Waldhof Mannheim setzte, wusste er, dass das bei den Anhängern seines aktuellen Klubs Kickers Offenbach Reaktionen hervorrufen würde, sagt der 24-Jährige: „Ich stehe aber zu der Entscheidung.“

Offenbach – Daher wollte er nach der Bekanntgabe des Wechsels auch gegen den VfB Stuttgart II spielen. „Ich hätte die letzten zwei Spiele auch gemacht, wenn ich nicht verletzt wäre. Ich habe für den OFC immer alles gegeben“, betont der Rechtsverteidiger.

Ein Anriss der Sehne im Fuß hinderte Marx daran, im Spiel bei Wormatia Worms aufzulaufen. Auch die letzte Saisonpartie zu Hause gegen den FC Homburg wird er nur als Zuschauer verfolgen. „Die Gefahr, dass die Sehne reißt, ist zu groß“, sagt der gebürtige Bad Sodener, dem damit wohl weitere Anfeindungen erspart bleiben. Im Spiel gegen den VfB Stuttgart II hatte es Pfiffe und Schmährufe gegeben. Einige Fans nehmen es Marx übel, dass er zum Erzrivalen wechselt, der künftig eine Klasse höher spielt.

"Als Fußballer will man so hoch wie möglich spielen"

„Natürlich habe ich es mitbekommen“, gibt er zu. „Es gab jedoch auch Beifall. Die meisten, die mich kennen und mögen, haben mich unterstützt, da sie wissen, dass man so eine Chance nicht so oft bekommt.“ Obwohl die vergangene Saison Marx’ beste war, gab es damals „keine konkreten Anfragen. Und ich hatte zudem noch einen Vertrag beim OFC. Ich wäre auch nicht weg, wenn ein Verein aus der selben Liga angefragt hätte“, betonte der drahtige Verteidiger, der als 17-Jähriger von Eintracht Frankfurt kam.

Als Mannheim das Angebot vorlegte, sagte er aber zu. „Als Fußballer will man so hoch wie möglich spielen. Und ich werde nicht jünger. Ich bekomme nun die Chance, den nächsten Schritt zu machen. Und Mannheim ist nur einen Katzensprung entfernt. Das sind alles Argumente.“ Dass er dort als Ex-Offenbacher gilt und die Fußspuren von Vorgänger Marco Meyerhöfer (wechselt zum Zweitligisten Greuther Fürth) groß sind, lässt Marx kalt: „Man bekommt nirgendwo den roten Teppich ausgerollt. Ich sehe das als Chance und Anreiz und will zeigen, dass ich immer kämpfe und Gas gebe – wie in Offenbach.“

Heftigkeit der Reaktionen überrascht Marx

Martin Röser ist diese Saison mit dem Karlsruher SC in die 2. Liga aufgestiegen, Klaus Gjasula (mit dem SC Paderborn vor dem Sprung in die 1. Liga) und Stefano Maier (mit Viktoria Köln vor dem letzten Spieltag Spitzenreiter der Regionalliga West) könnten folgen. „Mit denen habe ich zusammen beim OFC gespielt“, sagt Marx. Auch als Robin Scheu zu Fortuna Köln wechselte, nahm das keiner übel. Aber das sind eben alles keine Erzrivalen – wie der SV Waldhof. „Die Rivalität zwischen Offenbach und Mannheim hat eine lange Tradition, auch weil beide Vereine viele Gemeinsamkeiten haben“, weiß Marx. „Als Spieler sieht man das jedoch nicht ganz so.“

Gleichwohl hat er in gewisser Weise Verständnis für die Fans: „Dass sie enttäuscht sind, ist klar.“ Die Heftigkeit der Reaktionen habe ihn aber „ein bisschen überrascht“. In Erinnerung bleibe ihm jedoch „nur Gutes“, stellt Marx klar. „Ein Abschied ist nie leicht. Ich habe mich hier immer wohlgefühlt und einiges erlebt.“ Die ausverkaufte Partie gegen den FC Bayern München, die Minus-Neun-Punkte-Saison und den Gewinn der Meisterschaft 2015, als er bereits dem Kader angehörte. Auch sein erstes Spiel für die OFC-Profis werde er nie vergessen: „2016 in grünen Trikots beim SC Freiburg II.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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