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Kickers mit Niederlage in Ulm: Hinten sorglos, vorne harmlos

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Orientierungs- und planlos: Die OFC-Spieler Luigi Campagna, Moritz Hartmann und Richard Weil (von links), daneben Ulms Albano Gashi. 

Nach dem 0:1 in Ulm sind die Kickers Offenbach endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Ulm – Die Talfahrt der Offenbacher Kickers nimmt dramatische Züge an. Nach dem 0:1 (0:1) beim SSV Ulm 1846 steckt der Fußball-Regionalligist ganz tief im Abstiegsstrudel. Viel dramatischer ist: Die Offenbacher Mannschaft wirkt völlig orientierungs-, rat- und planlos. „Das ist absolut enttäuschend“, sagte Innenverteidiger Lucas Albrecht: „Wir wollten den Flow aus dem Pokal mitnehmen, das ist uns überhaupt nicht gelungen. “.

Die Kickers starteten mit drei Veränderungen gegenüber dem letzten Punktspiel in Gießen (1:1) in die Partie. Für die gesperrten Vetter, Rodas und Ikpide (Bank) nominierte OFC-Interimstrainer Steven Kessler Marco Schikora, Luigi Campagna und Moritz Reinhard. Im 4-4-2 begegneten die Kickers den forschen Ulmern, die in den letzten sechs Spielen 13 Punkte holten und auf Rang fünf kletterten. Ganz anders der OFC (zwei Punkte aus den letzten sechs Spielen), der auch gestern eindrucksvoll bestätigte, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

In der ersten Hälfte agierten die Kickers hinten oft zu sorglos und vorne erschreckend harmlos. Bezeichnend: In den ersten 56 Minuten blieben die Kickers ohne jede Torchance. Ganz anders die Gastgeber: Nicolas Jann (4.), Florian Krebs (5.) und Vinko Sapina (13.) schossen und köpften den besten Offenbacher, Torwart Dominik Draband, gehörig warm.

Kickers nicht zwingend genug

Gerade als die Kickers anfingen, besser nach vorne zu kombinieren und die Partie mal für einige Zeit unter Kontrolle zu haben schienen, offenbarten sie wieder frappierende Defizite in der Defensive. Ulm kombinierte blitzschnell über links, Marcel Schmidts überlief Schikora, flankte präzise flach in die Mitte, wo kein Offenbacher Morina folgen konnte. Der Mittelstürmer schoss locker zur verdienten Führung ein (32.). „Es war eine verdiente Niederlage, wir waren einfach nicht zwingend genug“, sagte Kessler. „Wir zirkulieren, aber es kommt wenig dabei rum“, ergänzte Abwehrmann Albrecht, noch einer der besseren Offenbacher.

In der Halbzeit reagierte Kessler, brachte für den völlig blassen Matias Pyysalo und den unsichtbaren Moritz Reinhard Jakob Lemmer und Niklas Hecht-Zirpel. Aus einem 4-4-2 wurde ein 4-2-3-1. Hecht-Zirpel spielte zentral hinter der einzigen Spitze Hartmann. 150 mitgereiste Fans sahen dann eine aktivere Offenbacher Mannschaft. Nejmeddin Daghfous mit einem gewitzten Heber Richtung Tor, den Ortag gerade noch über die Latte lenkte, und Moritz Hartmann (59.), dessen Schuss auf der Linie geklärt wurde, hatten erste Gelegenheiten.

Der OFC ist im Abstiegskampf angekommen

Die Ulmer verlegten sich aufs Kontern – und blieben brandgefährlich, weil sie einfach frappierende Tempovorteile besaßen. Bestes Beispiel: die 63. Minute, als die Schwaben blitzschnell das Mittelfeld überbrückten und Morina die Latte traf. Den Nachschuss von Hyseni wehrte Draband klasse ab.

Die Kickers mühten sich und hatten durch Richard Weil nach Flanke von Schikora ihre dritte Chance des Spiels (66.). Der Kopfball des Kapitäns ging aber deutlich übers Tor. Zwingender blieben die Ulmer durch Coban, der nach einem weiteren Konter an den Innenpfosten schoss (72.). Zudem hatten sie gegen immer fahrigere Offenbacher kaum Mühe. Lediglich in der zweiten Minute der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig, als Ortag Weils Kopfball gerade so von der Torlinie kratzte.

Die Offenbacher sind nach dem sechsten Ligaspiel ohne Sieg endgültig im Abstiegskampf angekommen. Bei nur noch einem Zähler Vorsprung auf einen potenziellen Abstiegsplatz muss der Verein seinen ursprünglichen Plan, an Interimscoach Kessler bis zur Winterpause festzuhalten, überdenken. In der Verfassung von gestern Abend haben die Kickers gegen jeden Gegner der Liga Schwierigkeiten, zu Punkten zu kommen.

Von Jörg Moll

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