OFC-Innenverteidiger fordert Umdenken

Stefano Maier: „Schönspielerei reicht nicht“

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Neunmal stand Stefano Maier (rechts, gegen den Saarbrücker Marwin Studtrucker) in dieser Saison für den OFC in der Regionalliga auf dem Platz. Mit ihm verloren die Kickers nur zweimal (1:2 in Watzenborn, 2:3 gegen Saarbrücken).

Offenbach - Stefano Maiers Wunsch für die letzten beiden Spiele der Offenbacher Kickers vor den Weihnachtsferien ist unmissverständlich. „Ich wünsche mir sechs Punkte, damit wir mit einem guten Gefühl in die Pause gehen können.“ Von Jörg Moll 

Heute Abend (19.30 Uhr) soll beim FK Pirmasens das erste Päckchen mit drei Punkten geschnürt werden. Die erste Hälfte dieser Saison würde Stefano Maier am liebsten vergessen. Erst fehlte der 23-jährige Innenverteidiger zwei Spiele wegen einer Rotsperre, dann setzten ihn nach sieben Einsätzen in Folge hartnäckige Patellasehnenprobleme im Knie außer Gefecht. Von 24 Punktspielen absolvierte er gerade mal neun. Das 2:3 gegen den 1. FC Saarbrücken war sein erstes Spiel über 90 Minuten nach zwei Monaten. „Am Ende habe ich die zwei Monate Pause schon gemerkt, aber ich habe keine Schmerzen, es ist alles gut“, sagt Maier und atmet tief durch.

Verantwortlich für die quälende Zwangspause war, wie sich nach langer Zeit der Ungewissheit herausstellte, eine Fehlstellung der Hüfte. Maier kam um eine Operation herum. Die Hüfte wurde eingerenkt, seither stabilisiert er die Muskulatur in diesem Bereich – und ist schmerzfrei. „Ich konnte zuvor nach Spielen einige Tage nicht mehr laufen, schon gar nicht Treppen steigen“, berichtet der 1,88 Meter große Verteidiger: „Jetzt denke ich, wenn ich morgens aus dem Bett aufstehe, dass sich das wie ein neues Knie anfühlt.“ Maier hofft nun, dass nach der eigenen Leidenszeit auch die Leiden seiner Mannschaft ein Ende finden.

Nach nur zwei Siegen aus zehn Spielen fordert er ein Umdenken: „Mit Schönspielerei ist es nicht getan, wir müssen uns der Situation anpassen und Lösungen finden.“ Maier spricht damit vor allem die vielen Gegentore an, die der OFC durch schnelles Umschaltspiel des Gegners bekommen hat. „Das hat nicht nur mit der Viererkette zu tun“, sagt er. Ganz bitter stießen ihm die Gegentore gegen Saarbrücken auf. „Da hat es in der Rückwärtsbewegung nicht gestimmt. Es darf nicht sein, dass ein Gegner zu so vielen Kontergelegenheiten kommt.“ Seinem Trainer ist das ebenfalls ein Dorn im Auge. „Abwehrarbeit fängt vorne an“, sagt Oliver Reck: „Wir müssen kompakter stehen und dürfen dem Gegner nicht solche Räume geben.“

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Auch heute Abend in Pirmasens wartet wieder ein Gegner, der seine Stärken im geduldigen Verteidigen und schnellen Umschalten hat. „Pirmasens hat einige junge Spieler, aber auch einige sehr erfahrene. Wir wissen, was auf uns zukommt“, sagt Reck und fordert: „Wir müssen agieren, müssen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken.“ Für Stefano Maier zählt vor allem, dass der OFC die Ordnung beibehält und nicht wieder blind in die Konterfalle tappt. „Wenn es zur Pause 0:0 steht, ist das auch gut“, betont der gebürtige Offenbacher: „Denn irgendwann kriegen wir vorne schon unsere Chancen.“

Im vorletzten Pflichtspiel vor der Winterpause wird auch Marco Rapp wieder zum Kader gehören. Der von Problemen am Schambein geplagte Mittelfeldregisseur hat die letzten beiden Tage mittrainiert. Ebenfalls wieder dabei ist Robin Scheu nach seiner Gelb-Rot-Sperre. „Wir sollten uns mal für unsere Arbeit belohnen“, fordert Reck und hofft nicht zuletzt darauf, dass seinem Team der Führungstreffer gelingt. Elfmal ging der OFC in dieser Spielzeit in 21 Punktspielen in Führung – elfmal ging er nicht als Verlierer vom Platz. Nur dreimal gelang nach einem Rückstand die Wende. Zweimal reichte es zu einem Punkt (Mannheim, Steinbach), nur einmal zum Sieg (3:2 nach 0:2 gegen Ulm).

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