Kickers Offenbach

OFC: Kein guter Einstand für Trainer und vier Winterzugänge

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Sebastian Zieleniecki (hinten), Offenbacher Neuzugang vom polnischen Drittligisten Widzew Lodz, im Zweikampf mit dem Aalener Kevin Hoffmann, der im Hinrundenspiel in Offenbach nach einem Foul von Gerrit Gohlke einen Armbruch erlitten hatte. 

Ihr erstes Punktspiel war für die vier neuen Spieler und den neuen Trainer der Offenbacher Kickers alles andere als ein Einstand nach Maß. 

  • OFC verliert in Aalen
  • Kein guter Einstand für Angelo Barletta 
  • Neuzugänge von Kickers Offenbach enttäuschen im ersten Spiel

Offenbach – Angelo Barletta und das in der Winterpause verpflichtete Spieler-Quartett (Sebastian Zieleniecki, Tim Dierßen, Serkan Firat und Pelle Hoppe) mussten gleich bei ihrer Premiere feststellen, dass der Wechsel des Arbeitsplatzes nicht automatisch mit besseren Bedingungen verbunden ist. Die 0:3-Niederlage beim VfR Aalen hat die ohnehin schon prekäre Situation für den OFC nochmals verschärft. So verlief der Einstand für die Neuen:

OFC: Zu mutige Idee von Barletta

Angelo Barletta: Das erste Punktspiel war schon sein zweites Pflichtspiel als OFC-Trainer. Aber nach dem 0:1 im Hessenpokal im Dezember 2019 gegen Gießen verlor der ehemalige Alzenauer auch sein erstes Regionalliga-Spiel mit dem OFC. Barletta hatte eine offensive Aufstellung und Ausrichtung gewählt. Wahrscheinlich eine zu mutige Idee. Denn die Abstimmung funktionierte nicht. Barletta wirkte die gesamten 90 Minuten am Spielfeldrand, korrigierte, motivierte und instruierte – aber noch ohne den erhofften Effekt. Auch seine drei Wechsel (zwei positionsbezogen, einmal mit taktischer Umstellung) zeigten keine Wirkung. Entsprechend frustriert war der A-Lizenz-Inhaber nach den 90 Minuten. Doch schon 30 Minuten nach dem Spiel zeigte Barletta den Kampfeswillen, der ihn schon als Spieler ausgezeichnet hatte. „Wir werden das besser machen. Wir kriegen das hin.“

Sebastian Zieleniecki: Der polnische Innenverteidiger war in seinem ersten Spiel in Deutschland verständlicherweise etwas nervös. Im Abwehrzentrum gab es einige Abstimmungsschwierigkeiten, zumal auch sein Nebenmann Lucas Albrecht keinen guten Tag erwischt hatte. In der Luft gewann der 1,88 Meter große, frühere U18-Nationalspieler die meisten Kopfballduelle, dafür hatte er einige Standprobleme, rutschte zwei-, dreimal weg und auch in der Spieleröffnung wird er sich noch steigern müssen.

Tim Dierßen: Der 24-Jährige hatte fast zehn Monate nicht gespielt. Sein letzter Einsatz war im April für Hannover II. Daher dürfen die Erwartungen nicht hoch sein. Dierßen sollte mit Richard Weil das zentrale Mittelfeld defensiv dicht machen und nach vorne Akzente setzen. So war der Plan, der aber nicht funktionierte. Dierßen wird noch einige Spiele benötigen, um sich die nötige Wettkampfhärte, das richtige Timing im Zweikampf und die Sicherheit am Ball zurückzuholen.

OFC: Firat wirkte übereifrig

Serkan Firat: Der Rückkehrer wirkte übereifrig und fand dabei nicht die von ihm erhoffte spielerische Linie. Auf der rechten Außenbahn konnte sich der Linksfuß fast nie durchsetzen, kam nur ganz selten zum Abschluss. Auch die Versetzung auf die zentrale Mittelfeldposition nach einer Stunde änderte daran nichts. Die Wiedereingliederungszeit wird noch etwas dauern.

Pelle Hoppe: Der 20-Jährige ging leicht angeschlagen mit einer Muskelblessur ins Spiel. Möglicherweise war das ein Grund für seine unauffällige Vorstellung. Die Abstimmung im Angriff mit Moritz Hartmann funktionierte nicht. Die Laufwege wirkten alles andere als abgestimmt. Es war schnell ersichtlich und spürbar, dass sich Hoppe gegen die körperbetont spielenden Aalener Abwehrhünen Appiah und Windmüller nicht durchsetzen konnte. Als er dann auch noch seinen Frust mit Offensivfouls bekämpfen wollte, hatte Barletta ein Einsehen und nahm den ehemaligen Chemnitzer vom Platz.

Fazit: An den Neuzugängen lag es sicher nicht allein, dass der Auftakt 2020 verpatzt wurde. Aber sie werden ihre Leistung, wie die gesamte Mannschaft, recht bald steigern müssen.

VON JOCHEN KOCH

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