Gegen Aalen

Kickers wollen zu Hause eine Macht werden – 8 000-Zuschauer-Marke soll fallen

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Dank an die Fans: OFC-Abwehrspieler Kevin Pezzoni klatscht die Anhänger ab, die die Partie in Freiburg stimmungsmäßig zum „Heimspiel“ gemacht hatten. Morgen steht das zweite echte Heimspiel an – gegen Aalen. 

Kevin Pezzoni schwärmt von der Stimmung und der Fankultur bei den Offenbacher Kickers. Der OFC will auch deshalb eine Macht zu Hause werden. 

Offenbach - Sogar der bundesliga-erfahrene Kevin Pezzoni ist spürbar angetan von dem, was sich drei Klassen tiefer bei seinem neuen Verein Kickers Offenbach abspielt. „Es herrscht eine schöne Stimmung. Von den Fans und der Fankultur her gehört Offenbach in die 2. Liga“, lobt der Abwehrchef vor dem Heimspiel gegen den VfR Aalen (Freitag, 19. 30 Uhr). „Aktuell zahlen wir es auch zurück. “.

In der Tat kann sich die Auftaktbilanz des OFC sehen lassen. Zwei Spiele, zwei Siege, 4:1 Tore. „Wir sind optimal gestartet“, befindet Pezzoni. Gegen Ulm (2:0) sei die Leistung „sehr gut“ gewesen, in Freiburg habe man sich hingegen schwer getan und sei der „glückliche Sieger“ gewesen. Aber ein spätes Siegtor wie das von Marco Schikora, der in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einer als Flanke gedachten Hereingabe ins lange Eck traf, gelingt eben nur, wenn vieles passt. Bei den Kickers ist das derzeit der Fall.

Partie in Freiburg war "wie ein Heimspiel" – OFC will eine Heimmacht werden

„Die Mannschaft hat eine sehr starke Mentalität.Jeder will und hat den Glauben gehabt, dass uns noch der Lucky Punch gelingt“, sagt Pezzoni. Zudem sei die Partie in Freiburg „wie ein Heimspiel“ gewesen. „Von der Haupttribüne und der Gegengeraden haben uns die Fans 90 Minuten brutal unterstützt.“ Das soll nun freilich auch gegen den ebenfalls noch unbesiegten Drittliga-Absteiger Aalen (vier Punkte, 6:5 Tore) der Fall sein.

„Wir wollen eine Heimmacht werden“, kündigt der Kickers-Abwehrchef an. Auf die Unterstützung durch die Fans können sich die Offenbacher dabei verlassen. Zur Auftaktpartie waren 7 041 Zuschauer gekommen – trotz Live-Übertragung im TV, Montagabend-Termin, Ferienzeit und der Tatsache, dass Ulm fast keine Fans dabei hatte. Spieltagsbestwert. Fürs zweite Heimspiel haben die Fans das Motto „8 000 gegen Aalen“ ausgegeben. Ein Ziel, das keineswegs unrealistisch zu sein scheint. Angesichts der Vorverkaufszahlen wird mit vielen Zuschauern gerechnet und daher empfohlen, Karten vorab (online oder im Fanshop) zu kaufen und frühzeitig anzureisen.

Sportlich soll gegen Aalen der dritte Sieg in Folge eingefahren werden, was keine einfache Aufgabe ist. „Die haben sich quasi runderneuert und eine sehr interessante Mannschaft mit einem guten Tempo“, sagt OFC-Trainer Daniel Steuernagel und nennt als Beispiel Dijon Ramaj (zuvor VfB Stuttgart II), der im Winter bei den Kickers vorgespielt hatte und für Aalen beide Treffer beim 2:1-Auftakterfolg in Hoffenheim erzielte. Beim jüngsten 4:4 gegen Bahlingen traf in Niko Dobros ein Ex-Offenbacher doppelt.

Defensive steht recht sicher – Ballbesitzphasen verlängern, Passquote verbessern

Steuernagel sieht die Kickers aber gut gerüstet. „Wir haben zwei sehr schwierige Spiele gewonnen“, betont er. Freilich gab es auch Mängel. Man müsse unter anderem die „Ballbesitzphasen verlängern und die Passquote verbessern“, fordert er. Die Defensive steht hingegen bisher recht sicher, auch dank Pezzoni, dessen Zweikampfquote in den ersten beiden Begegnungen überragend war. „Die Viererkette macht das wirklich gut“, lobt er. „Wir haben einen klaren Plan, wie wir gegen den Ball agieren wollen. Verteidigen ist allerdings immer etwas einfacher als Angreifen. Wir stehen aber insgesamt gut, rennen nicht wie eine Kindermannschaft nach vorne, sondern wollen alle, dass hinten die Null steht.“

Steuernagel hatte mit Blick auf das anspruchsvolle August-Programm Wechsel angekündigt, hat sich für Freitag aber noch nicht festgelegt. Er müssen abwägen, so der Trainer – zwischen „Frische“ sowie „runden Abläufen“. Zuletzt hatte sich im Training unter anderem Mittelstürmer Jake Hirst (stand in den ersten beiden Partien nicht im Kader) aufgedrängt: „Er ist hochmotiviert und man darf als Trainer nicht vergessen, was er vergangene Saison für uns geleistet hat“, so Steuernagel. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Hirst seine Chance erhält.

Von Christian Düncher

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