Nach Vollbremsung langsam bergauf

Talent Leonidas Tiliudis (19) hat Schambeinentzündung auskuriert

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„Er gibt mir Ratschläge“, sagt OFC-Talent Leonidas Tiliudis (19, rechts) über Kevin Pezzoni (30, links). Auch andere Routiniers wie Nejmeddin Daghfous und Maik Vetter könne er immer fragen. „Die Teamchemie stimmt“, meint er.

Seine erste Saison nach dem Wechsel von der Jugend zu den Profis hatte sich Leonidas Tiliudis anders vorgestellt. „Ich wollte Vollgas geben, wurde jedoch ausgebremst“, sagt der Defensivspieler des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach.

Offenbach – Er musste sogar eine Vollbremsung hinlegen und lange auf der Stelle verharren. Erst seit kurzer Zeit geht es für ihn wieder vorwärts, wenn auch nur langsam. Dass er wieder gemeinsam mit den Kollegen auf dem Übungsplatz stehen kann, ist für ihn schon ein großer Fortschritt. „Ich freue mich darüber so sehr wie jeder Fußballer, der lange verletzt war“, so der 19-Jährige.

Schon gegen Ende seiner letzten Saison als A-Jugendlicher wurde eine Schambeinentzündung bei ihm diagnostiziert. „Das wird eigentlich nur durch Warten besser. Es kann zwei Wochen oder zwei Jahre dauern. Ich war optimistisch“, sagt Tiliudis. Doch immer, wenn er etwas Hoffnung schöpfte, gab es einen Rückschlag. „Die Schmerzen gingen weg, dann gab es wieder Probleme“, erinnert sich das Defensivtalent, das in der Abwehr sowie im Mittelfeld spielen kann. „Vor allem als Kapitän ist das hart.“

Im Topspiel der U19-Hessenliga gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:0) führte er das Team letztmals auf den Platz. Das Hessenpokalfinale (2:0 gegen Eintracht Frankfurt) und die Aufstiegsspiele zur Bundesliga gegen die SV Elversberg (2:1, 3:0) erlebte er nur als Zuschauer.

OFC: Tiliudis bekommt einen Profivertrag angeboten

Trotz Verletzung bekam Tiliudis einen Profivertrag angeboten. Der OFC wollte ihn für zwei Jahre binden, er unterschrieb aber nur für eine Saison und steht jetzt vor einer ungewissen Zukunft. Eine Möglichkeit, sein Können zu zeigen und sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen, hatte er bisher nämlich noch nicht. Immerhin: Seit einer doppelten Leisten-Operation Anfang September geht’s für den Mann mit der Nummer drei auf dem Trikot „immer mehr bergauf“. Seit zwei Wochen steht Tiliudis („Ich bin beschwerdefrei“) wieder mit den Mitspielern auf dem Trainingsplatz, dosiert das Pensum jedoch in Absprache mit Physio Jörn Klümper.

Ein Kurzeinsatz noch dieses Jahr sei „nicht realistisch, auch wenn ich mir das wünsche. Ich habe jedoch noch nicht das nötige Fitnessniveau“, sagt Tiliudis, der 2017 von Rot-Weiß Frankfurt zur OFC-U19 kam („Wenn die Kickers einen wollen, sagt man nicht nein“). In der Wintervorbereitung will er sich nun aufdrängen: „Wenn ich Gas gebe, wird das der Trainer sicher bemerken. Und wie man sieht, fällt ja auch immer mal jemand aus.“

Tiliudis von Kickers Offenbach: „Unsere Fans sind die größte Stärke“

Auch wenn er aufgrund der Reha zwischenzeitlich „nicht so nah an der Mannschaft“ war, hat er natürlich mitbekommen, dass die Stimmung im Umfeld aufgrund der unerfreulichen sportlichen Entwicklung gekippt ist. „Das ist aber normal im Fußball, vor allem beim OFC. Unsere Fans sind die größte Stärke, aber auch die größten Kritiker“, so Tiliudis. Er selbst will gerne dazu beitragen, dass es wieder aufwärts geht. „Zu meinen Stärken zählen die Defensivarbeit, meine robuste Spielweise und die Mentalität. Man muss immer versuchen, etwas mehr zu machen als die anderen.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Die Erinnerung an den 4. August weckt bei Andis Shala schöne Gefühle. „Das waren sehr viele Emotionen“, sagt der Mittelstürmer der Offenbacher Kickers übers Hinspiel beim SC Freiburg II, das die Gäste durch einen Treffer von Marko Schikora in der Nachspielzeit 2:1 gewonnen hatten.

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