Viel Brisanz vor gegen Waldhof Mannheim

Letzte Chance für den OFC: Zweiter Heimsieg gegen Waldhof Mannheim soll her

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Das Tor zum einzigen OFC-Heimsieg gegen Mannheim in der 4. Liga: Giuliano Modica köpft am 19. Oktober 2014 in der fünften Minute zum entscheidenden 1:0 ein. Links: Markus Müller, hinten mit Maske: Klaus Gjasula.

Bei kaum einem anderen Gegner der Offenbacher Kickers in der Fußball-Regionalliga Südwest knistert es so in der Luft wie in Partien gegen Waldhof Mannheim. Am Samstag (14 Uhr) steht das vorerst letzte Duell zwischen den Erzrivalen an.

Offenbach – Mannheim strebt als souveräner Tabellenführer den Aufstieg im vierten Anlauf an, der OFC ist klar dahinter Vierter.

Elfmal trafen beide seit 2013 aufeinander. Für Offenbach ist es die vorerst letzte Chance auf den zweiten Sieg am Bieberer Berg. Krawalle, anfangs hässliche Begleiterscheinungen, sind zuletzt ausgeblieben.

Saison 2013/14

Das erste Duell nach 16 Jahren verlor der OFC nach der Insolvenz unter Trainer Rico Schmitt mit einer „Casting-Mannschaft 0:1. Ajdin Zeric traf für den SV Waldhof vor 9764 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion. Nach dem Abpfiff kam es zu massiven Ausschreitungen. Mannheimer Fans hatten versucht, Absperrungen zu stürmen, um die 1000 Kickers-Fans am Fußmarsch zum Hauptbahnhof zu hindern. Auch das Rückspiel verlor der OFC vor 10162 Zuschauern 0:1 (Tor: Gallego). Die einzigen beiden Akteure, die auch heute noch bei den Kickers unter Vertrag stehen: Torwart Daniel Endres und Verteidiger Dennis Schulte. Am Saisonende landete Mannheim (5./53 Punkte) drei Zähler und drei Plätze vor Offenbach.

Saison 2014/15

Ein frühes Kopfballtor von Giuliano Modica brachte dem OFC vor 9529 Zuschauern den einzigen Sieg in fünf Regionalliga-Heimspielen gegen Mannheim. Endres und Schulte standen in der Startelf, der neu verpflichtete Maik Vetter (verlängerte gerade seinen Vertrag bis 2021) kam kurz vor Schluss für Matthias Schwarz. Der OFC holte mit dem 0:0 im erneut von massivem Polizeiaufgebot, dieses Mal aber ohne nennenswerte Krawalle und von 2100 Fans begleiteten Rückspiel Punkt Nummer 70. Am Ende hatten die Offenbacher unter Meistertrainer Rico Schmitt 79 Punkte geholt, ehe sie in den Aufstiegsspielen am 1. FC Magdeburg (0:1/1:3) scheiterten. Waldhof wurde abgeschlagen 13..

Saison 2015/16

Im Hinspiel gelang dem OFC einer von zwei Auswärtssiegen in der Regionalliga in Mannheim. Alexandros Theodosiadis (Foulelfmeter) und Niko Dobros trafen vor 11575 Zuschauern. Im Winter musste Rico Schmitt gehen, Nachfolger Oliver Reck stand mit dem OFC vor einem wegweisenden Duell um den Anschluss an die ersten beiden Plätze. Nach dem ernüchternden 0:4 (0:1) vor 11400 Zuschauern am Bieberer Berg, bei dem Jan-Hendrik Marx eine umstrittene Ampelkarte sah (52.), waren die Offenbacher Hoffnungen dahin. Mannheim wurde Meister, scheiterte in den Aufstiegsspielen gegen die Sportfreunde Lotte (0:0/0:2).

Saison 2016/17

Die Kickers, von der Neun-Punkte-Strafe infolge der zu spät angemeldeten Insolvenz gehandicapt, holten zuhause vor 6630 Zuschauern ein 1:1 (Tor: Konstantinos Neofytos), im Rückspiel vor 10 038 Zuschauern unterlagen sie 1:2 (Neofytos traf). Der OFC schaffte als 12. den Ligaerhalt, Mannheim wurde Zweiter, scheiterte in der Relegation an Meppen (0:0/3:4 i.E.).

Saison 2017/18

Nicht nur die Resultate gegen Mannheim waren ernüchternd. Dem 0:2 in der Quadratstadt folgte ein 0:1 vor 13231 Zuschauern im Rückspiel, als der gebürtige Offenbacher Daniel di Gregorio (88.) den OFC-Anhang schockte. Dabei hatte lange einiges dafür gesprochen, dass Offenbach endlich wieder um den Aufstieg zur 3. Liga mitspielen könnte. Nach zwischenzeitlich neun Punkten Vorsprung rutschte der OFC aber noch aus den Top zwei. Mannheim, nach der Hinrunde noch Vierter, überholte die Kickers - und scheiterte wieder in der Relegation am KFC Uerdingen. Nach dem 0:1 im Hinspiel wurde das Rückspiel nach Pyro-Attacken abgebrochen.

Saison 2018/19

Der dritte Sieg in der 4. Liga für den OFC, erstmals unter dem neuen Coach Daniel Steuernagel. Nach dem 0:1 durch den Ex-Offenbacher Jannik Sommer (48.) kamen die Kickers in den letzten 18 Minuten phänomenal zurück: Vetter, Serkan Firat und ein Eigentor von Marco Schuster bedeuteten vor 9017 Zuschauern die bislang letzte Niederlage für Waldhof.

Von Jörg Moll

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