Kein Anlass für Zweifel

OFC-Linksverteidiger Ronny Marcos lebt Selbstvertrauen vor - Kommt ein Spieler aus Uerdingen?

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„Platz da“: Ronny Marcos (rechts), in dieser Szene gegen den Elversberger Del-Angelo Williams, will am Samstag in Homburg mit dem OFC zeigen, „dass wir es besser können“.

Gibt es noch einen weiteren Neuzugang für Kickers Offenbach? Der OFC ist wohl an einem Spieler des KFC Uerdingen dran.

Offenbach – Das erste Negativerlebnis der Saison hat er schnell abgehakt. „Aus Niederlagen kann man sehr viel mitnehmen“, sagt Ronny Marcos nach dem 0:3 gegen die SV Elversberg. Der Linksverteidiger des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hat den Blick längst wieder nach vorne gerichtet. Auf Samstag, wenn der OFC um 14 Uhr beim ebenso ambitionierten wie mäßig gestarteten FC Homburg antritt, will der 25-Jährige mit dem OFC zeigen, „dass man uns die Niederlage vergeben darf“.

So schnell bringt Ronny Marcos nichts aus der Fassung. Die ersten kritischen Stimmen im zuvor so euphorischen Offenbacher Umfeld hat er registriert. „Aber wenn wir nach einer Niederlage ein Problem mit dem Selbstvertrauen hätten, wäre das fatal.“ Der 25-Jährige hat schon ganz andere Situationen erlebt. In Hamburg etwa, wo er 2013 bis 2016 für den vom ewig grundnervösen Umfeld gestressten HSV am Ball war. „Da hat schon mal nach zehn Minuten der Baum gebrannt“, sagt Marcos lächelnd.

Wechselt Ali Ibrahimaj zum OFC?

Dass bei Kickers Offenbach eine derartige Emotionalität herrsche, zeige vielmehr, wie groß die Kultur rund um den Klub sei, welche Wertschätzung der Verein genieße und welche Aufmerksamkeit. Sein Rezept nach dem ersten Rückschlag („Elversberg hat es sehr gut gemacht, wir hatten nicht unseren besten Tag“) für das runderneuerte Team ist entsprechend unaufgeregt: „Weitermachen, bloß nicht stagnieren oder zweifeln“, betont der Linksverteidiger, der neben Torwart Dominik Draband als einziger alle sechs Punktspiele über die komplette Distanz bestritt.

Der vor der Saison vom Nord-Regionalligisten Eintracht Norderstedt gekommene Fehmarner ist die Konstante auf der linken Offenbacher Seite. Ganz im Gegensatz zum offensiven Part auf seiner Seite. Dreimal begann Nejmeddin Daghfous links, zweimal Manolo Rodas, einmal Matias Pyysalo. Beim 0:3 gegen Elversberg spielte in Bastian Kurz in der zweiten Hälfte schon die vierte Alternative im sechsten Spiel vor ihm. Sollte der OFC tatsächlich eine weitere Alternative für die Offensive verpflichten, könnte ein fünfter Kandidat hinzukommen. Der frühere Mannheimer Ali Ibrahimaj (28), aktuell beim Drittligisten KFC Uerdingen unter Vertrag, wird als letzter Zugang in diesem Sommer gehandelt. Namen kommentieren die OFC-Verantwortlichen naturgemäß nicht. „Wir beobachten den Markt“, sagt Geschäftsführer Andreas Herzog lediglich: „Wenn sich etwas ergibt, werden wir das bewerten.“

Kickers Offenbach: Marcos lobt Qualität im Kader 

Ronny Marcos konzentriert sich derweil auf den Alltag als Profi. „Wir trainieren jeden Tag zusammen, wissen, was der andere macht. Jeder kennt die Stärken und Schwächen des anderen“, sagt er. Selbstvertrauen vorleben, den Mitspielern helfen und es am Samstag in Homburg wieder besser machen - das ist das Selbstverständnis, mit dem Marcos in diesen Tagen ans Werk geht. „Das Gute am Fußball ist doch, dass du schon im nächsten Spiel wieder die Chance hast, zu zeigen, dass wir es besser können.“

Und davon ist Offenbachs Linksverteidiger nach wie vor überzeugt. „Man sieht in jedem Training, welche Qualität wir im Kader haben“, betont er. Daran haben auch die zweifellos schmerzlichen Ausfälle von Richard Weil (Sehnenriss im Oberschenkel)und Kevin Pezzoni (noch ein Spiel Sperre) nichts geändert. „Wir sind in der Lage, das zu kompensieren“, ist Marcos überzeugt. Dafür müsse jeder ein Stück mehr Verantwortung übernehmen. „Jeder muss sich selbst am Schlips packen“, fordert er. Gelingt das, und davon ist er natürlich überzeugt, liefert der OFC wieder die Ergebnisse ab, die in den ersten sechs Partien für so große Euphorie gesorgt haben. Am besten schon in Homburg.

VON JÖRG MOLL

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