Kickers Offenbach

Nur logisch - oder nicht machbar?

Moritz Reinhard (links) und die Offenbacher Kickers können sich mit der Terminhatz in der Regionalliga anfreunden. Nestor Djengoue (rechts) und der FSV Frankfurt haben auch noch das Hessenpokalfinale vor der Brust.
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Moritz Reinhard (links) und die Offenbacher Kickers können sich mit der Terminhatz in der Regionalliga anfreunden. Nestor Djengoue (rechts) und der FSV Frankfurt haben auch noch das Hessenpokalfinale vor der Brust. 

42 Spieltage in der Regionalliga. Ungewissheit nach Großveranstaltungs-Verbot bis Oktober.

  • Die Regionalliga Südwest hat den voraussichtlich 22 Klubs in der Liga den Plan für die kommende Saison mitgeteilt. 
  • Demnach sind 42 Spieltage geplant - Eine Mammut-Saison.
  • Auch Thomas Sobotzik, Geschäftsführer der Offenbacher Kickers, hatte sich klar für die 42 Spieltage positioniert

Offenbach – Das ging dann doch schnell: Die Geschäftsführung der Fußball-Regionalliga Südwest hat gestern in einem Schreiben an die voraussichtlich 22 Klubs den vom Spielausschuss erarbeiteten Modus für die neue Saison mitgeteilt. Demnach planen die Verantwortlichen zwischen Anfang September und Juni 2021 nun doch mit einer Mammut-Saison. Nach 42 Spieltagen sollen der Meister in die 3. Liga und die noch zu definierende Zahl an Absteigern in die Oberligen Hessen, Rheinland-Pfalz/Saar und Baden-Württemberg ermittelt sein. Sollte neben der SG Sonnenhof Großaspach auch der 1. FC Kaiserslautern aus der 3. Liga absteigen, gäbe es sogar 44 Punktspiele.

Regionalliga Südwest: Den Offenbacher Kickers stehen wohl 42 Spieltage bevor

Nach Auswertung der Umfrage fand die von der Regionalliga Südwest GbR vorgeschlagene Zweiteilung in eine Vorrunde und Meister-/Abstiegsrunde nur knapp keine Mehrheit. Zehn von 22 Klubs sollen sich für diese - aufgrund von maximal 30 Spieltagen - weniger stressige Lösung ausgesprochen haben, 12 für die Mega-Lösung.

Auch Thomas Sobotzik, Geschäftsführer der Offenbacher Kickers, hatte sich klar für die 42 Spieltage positioniert. Entsprechend erleichtert zeigte sich der Ex-Profi: „Das ist die einzig logische Konsequenz“, betonte der 45-Jährige, der sich von vier Heimspielen mehr eine Kompensation für sieben ausgefallene Partien am Bieberer Berg in der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Spielzeit 2019/20 erhofft.

Die geteilte Variante sah Sobotzik nicht nur wegen der geringeren Anzahl an Heimspielen kritisch. Er hatte zu viele offene Fragen befürchtet, etwa jene nach dem besten Termin für ein Ende der Vorrunde und ob vor einer Meister- oder Abstiegsrunde ein zweites Transferfenster geöffnet würde.

Mammut-Saison ist auch der OFC-Geschäftsführung lieber

„Um zu Saisonbeginn eine alternative Wettkampfform mit gravierenden Auswirkungen für Vereine und Verband einführen zu können, hätte es nach Ansicht der Spielkommission einer klaren Mehrheit der Vereine bedurft“, teilte die Regionalliga in ihrem Schreiben an die Klubs mit. Gleichwohl weist die Spielkommission darauf hin, dass die Abwicklung der Saison eine große Herausforderung darstelle und mit Risiken behaftet sei. Im Falle einer Veränderung der Covid19-Lage behält sie sich alternative Wettkampfformen offen.

Um die Chance der Durchführung der „normalen Saison“ mit Hin- und Rückspiel zu erhöhen, müssen die Vereine daher eine Ausweichspielstätte nachweisen, sollte das angestammte Stadion nicht bespielbar sein oder nicht über eine Rasenheizung verfügen. Dafür komme bei Nicht-Risiko-Spielen auch ein Kunstrasenplatz in Frage. Zudem ist ein Heimrechttausch möglich.

Insgesamt acht englische Wochen sieht der Rahmenterminkalender vor. Alleine im September müssen sich die Klubs auf sieben Partien einstellen. Erster Spieltag wäre demnach am 1. September, der 20. und letzte vor Weihnachten soll am 20. Dezember ausgetragen werden. Bereits am 5. Februar 2021 soll die Restrunde eingeläutet werden. „Ob wirklich alle Spiele zu dem terminierten Zeitpunkt stattfinden können, wird sicherlich eine Herausforderung für den ein oder anderen Standort“, zeigt sich Patrick Spengler, Geschäftsführer des FSV Frankfurt, skeptisch.

OFC: Die Entwicklung der Corona-Krise sorgt für Ungewissheit in der Regionalliga

Deutlicher äußert sich Markus Haupt, Amtskollege des FC Gießen. „Das ist für uns schlichtweg nicht machbar, wir haben schließlich weder Flutlicht noch Rasenheizung.“ Ein Nachteil, den eine ganze Reihe von Klubs mit Gießen teilt.

Die Bornheimer beschäftigt auch noch die Frage, ob und wenn ja wann der Hessische Fußball-Verband (HFV) die beiden letzten Partien im Hessenpokal der Saison 2019/20 ansetzt. Der FSV steht bereits im Finale, trifft dort auf den Sieger des Duells FC Gießen - TSV Steinbach Haiger. Der Sieger des Hessenpokals qualifiziert sich für die erste Runde des DFB-Pokals - und hätte noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Auch der neue Landespokalwettbewerb steht noch aus. „Feierabendprofis“ kämen so binnen zehn Monaten auf bis zu 46 Pflichtspiele.

Seit gestern kommt noch eine weitere Ungewissheit hinzu. Die Bundesregierung erließ eine Verordnung, nach der Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten sein sollen, allerdings seien Ausnahmen möglich. Welche Auswirkungen das auf Fußballspiele haben wird, ist offen. Die Regionalliga-Geschäftsführung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Wenn wir keine Zuschauer ins Stadion lassen dürfen, können wir alle das Buch zumachen“, warnt OFC-Geschäftsführer Sobotzik.

Von Jörg Moll

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