Schnelle Hilfe aus dem hohen Norden

Marcell Sobotta soll das Flügelspiel des OFC beleben – „Aufstieg wäre etwas Besonderes“

„Fans und Umfeld sind in Offenbach hervorragend“, schwärmt OFC-Zugang Marcell Sobotta. Auch ein, zwei Ligen weiter oben müsste man sich nicht verstecken. Foto: Hübner
+
„Fans und Umfeld sind in Offenbach hervorragend“, schwärmt OFC-Zugang Marcell Sobotta. Auch ein, zwei Ligen weiter oben müsste man sich nicht verstecken. 

Marcell Sobotta kommt zum OFC - und soll eine Problemposition beleben. Der Kicker aus dem Norden freut sich auf Fans und Umfeld in Offenbach. 

  • OFC-Neuzugang Marcell Sobotta soll bei den Kickers eine Problemposition beleben: die des Außenangreifers.
  • Sobotta freut sich auf die Kickers-Fans am Bieberer Berg: „Für diese Liga außergewöhnlich“.
  • Für den Kicker aus dem Norden ist das Kapitel beim OFC eine Entwicklung: Er hat große sportliche Ziele

Offenbach – Die Corona-Pause hat Marcell Sobotta genutzt, um einen Eingriff an der Hüfte vornehmen zu lassen. Daher muss es der Neuzugang der Offenbacher Kickers derzeit noch etwas locker angehen lassen. Spätestens zum zweiten Teil der Saisonvorbereitung soll der 23-Jährige aber topfit sein und dann eine bisherige Problemposition beleben: die des Außenangreifers. „Mit seiner Explosivität, Torgefahr und Kreativität entspricht Marcell unserem Profil eines offensiven Flügelspielers, der neben eigenen Toraktionen vor allem auch unsere Stürmer füttern soll“, erklärt Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer des OFC.

„Ich fühle mich auf den Flügeln wohl“ - Sobotta soll eine Problemposition beim OFC besetzen

„Ich kann diese Worte gut einordnen“, sagt OFC-Neuzugang Sobotta. Sie seien weniger ein Lob, sondern eher eine Beschreibung seiner Spielweise. „Ich bin relativ schnell und flink, fühle mich auf den Flügeln wohl und mag es, dort zu wirbeln“, berichtet er. Zudem zeichne ihn aus, dass er „sehr ehrgeizig“, aber dennoch ein Teamplayer sei: „Ich will der Mannschaft mit Toren und Vorlagen helfen.“

Bei den Sportfreunden Lotte, vergangene Saison Zehnter in der Regionalliga West, war er zuletzt mit sechs Toren und sieben Vorlagen in 22 Spielen bester Scorer. Kein Wunder, dass in der Winterpause Drittligisten anfragten. Der OFC hat mit dem Top-Scorer erstmal einen guten Fang gemacht. „Ich wollte aber nichts übers Knie brechen. Das kam alles sehr kurzfristig, wäre Hals über Kopf gewesen. Ich entscheide gerne in Ruhe.“

OFC-Neuzugang: Kickers ziehen Top-Scorer der Sportfreunde Lotte an Land

Nun also doch der Wechsel. Sein Vertrag lief aus, der Flügelflitzer wollte den nächsten Schritt machen. „Ich hätte auf Angebote aus der 3. Liga spekulieren können. Aber den Wechsel nach Offenbach zum OFC sehe ich auch als Weiterentwicklung“, meint Sobotta. „Das ist ein Klub mit Potenzial und sehr ehrgeizigen Verantwortlichen, die mir aufgezeigt haben, wie ich mich bei den Kickers entwickeln kann. Meine Ansichten decken sich mit denen des Vereins.“ Die Ziele sind ebenfalls identisch: Es soll in die 3. Liga gehen. Die Voraussetzung dafür sieht er in Offenbach gegeben: „Die Weichen sind gestellt, um erfolgreich zu sein. Fans und Stadion sind super, die Stadt steht hinter dem Verein.“

Kickers Offenbach ist für Sobotta die vierte Station in der Regionalliga, aber die erste in der Südwest-Staffel. Zuvor spielte er bereits im Norden (FC St. Pauli II), Nordosten (Wacker Nordhausen) sowie Westen (Lotte). „Es gibt durchaus Unterschiede“, hat er festgestellt.

„Für diese Liga außergewöhnlich“ - Sobotta freut sich auf die Kickers-Fans in Offenbach

Im Nordosten sei der Fußball körperlicher als im Westen, der dafür mit dem Südwesten in der Breite am besten aufgestellt sei. Im Norden sei die Fanszene weniger stark ausgeprägt, dort gebe es nicht so viele Traditionsvereine, sagt Sobotta, der nun bei einem solchen gelandet ist. „Die Fans und das Umfeld sind in Offenbach hervorragend und für diese Liga außergewöhnlich. Da müsste man sich auch nicht verstecken, wenn es eine oder zwei Ligen nach oben geht“, lobt der gebürtige Eutiner. Ohnehin komme den Anhängern eine wichtige Bedeutung zu: „Sie können in jedem Spiel und auf die Saison bezogen immer ein paar Prozent aus den Spielern rausholen.“

Marcell Sobotta beim OFC: „Aufstieg wäre etwas Besonderes“

Wohin die Reise in sportlicher Hinsicht gehen soll, ist derweil klar. „Der Aufstieg in die 3. Liga wäre für mich etwas Besonderes und stünde auf der Liste ganz oben“, sagt Sobotta. Angeführt wird die Erfolgsliste bislang vom Gewinn des Thüringen-Pokals 2019 mit Nordhausen. Aber auch auf den anderen Stationen habe er „schöne Erfahrungen“ gemacht, die erste USA-Tour des FC St. Pauli im Jahr 2018 zählt dazu. Der Offensivmann begleitete damals die Profis, kam an der Seite von erstliga-erprobten Akteuren wie Philipp Heerwagen, Lasse Sobiech und Sami Allagui in zwei Testspielen zum Einsatz. „Das war eine coole Reise“, schwärmt Sobotta, der jedoch kein besonders großer Fan der amerikanischen Sportarten ist. „Fußball ist meine Nummer eins, aber ich schaue mir auch gerne Tennis an - und Handball. Da führt gerade bei uns im Norden kein Weg vorbei.“

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

New Chapter ⚽️ #ofc

Ein Beitrag geteilt von Marcell Sobotta (@marcellsobotta) am

Im Norden fühlt sich Sobotta zu Hause, genauer gesagt in Schönwalde am Bundesberg, einer kleinen Gemeinde in Ostholstein. Dort steht das Haus seiner Eltern. Und von denen habe er vieles vorgelebt bekommen. Zum Beispiel Bodenständigkeit. „Das ist mein Naturell, so wurde ich erzogen. Darauf bin ich stolz“, sagt er und verspricht: „Ich hebe als Fußballer nicht ab.“ Sportliche Höhenflüge sind davon ausgenommen. (VON CHRISTIAN DÜNCHER)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare