Kickers Offenbach

Pechvogel verlässt OFC im Sommer – seine Gründe sind nachvollziehbar

Maurice Pluntke bestritt verletzungsbedingt seit Februar 2020 nur einige Freundschaftsspiele für den OFC.
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Maurice Pluntke bestritt verletzungsbedingt seit Februar 2020 nur einige Freundschaftsspiele für den OFC.

Ein lange verletzter Innenverteidiger verlässt Kickers Offenbach nach der Saison und verabschiedet sich vom Profifußball.

  • Ein Innenverteidiger verlässt Kickers Offenbach nach der aktuellen Saison.
  • Pluntke war beim OFC vom Pech verfolgt und geht zurück in die Heimat.
  • Der Verteidiger verabschiedet sich mit dem Wechsel vom Profifußball.

Offenbach – Maurice Pluntke redet gar nicht lange drumherum. „Leider ist das Kapitel Kickers Offenbach nicht von Erfolg geprägt“, sagt der Innenverteidiger, der im Winter 2020 mit großen Hoffnungen zum Fußball-Regionalligisten kam - und seither verletzungsbedingt kein einziges Pflichtspiel bestritten hat. Im schlimmsten Fall könnte Pluntke unfreiwillig Geschichte schreiben, wenn er bis Juni keinen Pflichtspieleinsatz absolvieren sollte.

OFC: Abgang bei Kickers Offenbach im Sommer

Denn der frühere deutsche Juniorennationalspieler wird im Sommer zurück in die Heimat Mönchengladbach ziehen. Er hat beim Tabellenführer der Oberliga Niederrhein, dem 1. FC Bocholt, einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben. Es ist ziemlich sicher eine Entscheidung gegen höherklassigen Fußball und eine für die Zeit danach.

Pluntke wird in diesem Jahr sein Bachelor-Studium in Betriebswirtschaftslehre beenden und erhält von seinem neuen Klub Unterstützung bei der Suche nach einem Job. „Nebenbei kann ich hoffentlich trotzdem Regionalliga spielen und ansonsten eben Oberliga“, erklärt der 27-Jährige seine Motive für den Klub- und Perspektivwechsel: „Es war der richtige Zeitpunkt, einen Weg einzuschlagen mit Weitblick, in meinem Alter macht das Sinn.“ Bis Sommer allerdings wird Pluntke alles daran setzen, doch noch das eine oder andere Pflichtspiel für den OFC zu absolvieren.

OFC: Pluntke bei Kickers Offenbach vom Pech verfolgt

Nach zwei Knieoperationen, die ihn nach seinem Wechsel im Februar 2020 ausbremsten, ist er seit Januar regelmäßig im Training. „Wir präparieren ihn so, dass er wieder Vertrauen in seinen Körper bekommt“, sagt Trainer Sreto Ristic: „Und es ist keine Floskel, wenn ich sage: Er kann noch wichtig für uns werden.“ Zwar sind Sebastian Zieleniecki und Malte Karbstein in der Innenverteidigung gesetzt und Lucas Albrecht ihr erster Vertreter. Doch Ristic will nichts ausschließen - und schon gar keine Option ungenutzt lassen. „Er bereitet sich für den Tag x vor“, sagt der OFC-Coach: „Ob der kommt, kann man nicht sagen.“

Ähnlich äußert sich Thomas Sobotzik, der Pluntke vor einem Jahr als einen der ersten Winterzugänge vom insolventen Nordost-Regionalligisten Wacker Nordhausen losgeeist hatte. „Wer weiß, vielleicht wird er ja noch für uns zum Helden“, sagt der OFC-Geschäftsführer: „Aber ich kann seine Gedanken nachvollziehen. Entweder hat man die Perspektive, höher zu kommen, oder man baut sich ein zweites Standbein auf.“

OFC: Pluntke verlässt Kickers Offenbach Richtung Bocholt

Diese Entscheidung hat Pluntke nun für sich getroffen - und verarbeitet damit auch ein äußerst schwer zu verdauendes Jahr 2020. „Unglücklicher kann es kaum laufen mit meiner Verletzung und Corona“, räumt er ein. In der Vorbereitung auf die vergangene Rückrunde verletzte er sich im Januar 2020 schwer am Knie, profitierte dann noch vom corona-bedingten Abbruch der Saison. Doch in der Sommervorbereitung gab es wieder Probleme mit dem Knie - und die zweite Operation. Was zu eben jener besonderen Situation führte, dass Pluntke bis heute kein Pflichtspiel bestritten hat - und wenn es ganz blöd läuft, auch keines mehr bestreiten wird.

Unterdessen trifft Kickers Offenbach am kommenden Spieltag in der Regionalliga Südwest auf die TSG Hoffenheim II. Ein Leistungsträger wird dem OFC aber fehlen. (Von Jörg Moll)

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