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Michael Kutzop: Ein alter Freund erzählt von Rudi Völler

Michael Kutzop
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Michael Kutzop ist bis heute ein guter Freund von Rudi Völler und erzählt wie es zu dieser Freundschaft kam.

  • Rudi Völler wird 60
  • Michael Kutzop erzählt über alte Zeiten
  • So vermasselte Kutzop Völler die Meisterschaft

Offenbach - Rudi Völler ist Weltmeister, Champions-League-Sieger, Bundesliga-Torschützenkönig. Aber einen Titel hat er nie gewonnen: die deutsche Meisterschaft. 1986 hatte Völler mit Werder Bremen eine Hand an der Schale. Ein verschossener Elfmeter verhinderte den Titelgewinn. Tragische Figur: Michael Kutzop - bis heute einer der besten Freunde von Rudi Völler.

Rudi Völler: Kutzop vermasselte ihm die Meisterschaft

Natürlich wird Michael Kutzop immer auf diese eine Situation angesprochen. Am 22. April 1986, vorletzter Spieltag, Werder hat zwei Punkte Vorsprung auf Bayern München. Ein Sieg - und Werder wäre deutscher Meister gewesen. In der 85. Minute bekommt Bremen beim Stand von 0:0 einen Handelfmeter. Michael Kutzop verlädt Bayerns Torhüter Jean-Marie Pfaff, der Ball geht aber an den rechten Pfosten. Rudi Völler sagte noch 30 Jahre später: „Ich höre den Ball heute noch an den Pfosten klatschen!“ Am letzten Spieltag verlor Werder in Stuttgart, Bayern schlug Mönchengladbach und war Meister.

Michael Kutzop ist inzwischen 65 Jahre alt, lebt in Großwallstadt und erzählt über seinen Freund Rudi. „Wenn er gut drauf ist, sagt er mit einem Augenzwinkern: ‘Alles habe ich gewonnen, bloß die deutsche Meisterschaft nicht. Und das nur wegen dir. Weil du Bratwurst den Elfer verschossen hast.“ Michael Kutzop hat im Verlauf seiner Karriere mehr als 40 Elfmeter in der 1. und 2. Liga geschossen. Nur dieses eine Mal traf er nicht. „Ich war down“, erinnert sich Michael Kutzop 34 Jahre später. „Sie haben mir eine Mütze aufgesetzt und mich aus dem Stadion geschafft. Wir sind dann zu Rudi nach Hause. Seine Frau Angela hat uns was gekocht“, und es gab das eine oder andere Frust-Bier.

Völler war 1982 vom TSV 1860 München in den Norden gewechselt, Kutzop folgte ihm zwei Jahre später. Auch weil sein Kumpel Rudi bei Trainer Otto Rehhagel damals ein gutes Wort für ihn eingelegt hatte. „Ich konnte ihn nur empfehlen“, weiß Rudi Völler noch genau. Die beiden lernten sich 1978 bei den Offenbacher Kickers kennen. „Wir waren gleich auf einer Wellenlänge und wurden schnell dicke Freunde“, erzählt Michael Kutzop. „Er hat bei Gemaa Tempelsee gespielt und ein Probetraining bei unserem damaligen Trainer Horst Heese gemacht. Michael war gut und hat direkt einen Vertrag bekommen“, erinnert sich Rudi Völler an die gemeinsame Zeit zu Offenbacher Zweitliga-Zeiten.

Rudi Völler und Michael Kutzop sind gut befreundet

Auch privat wurde die Verbundenheit immer enger. So ist Kutzop Patenonkel von Völlers Sohn Kevin und Völler Pate von Kutzops Sohn Nicolay. Völler vertraute seinem langjährigen Freund ab 1997 auch die Leitung seiner Fußballschule auf Mallorca an. „Da hatte ich dann das engste Verhältnis zu Michael Kutzop. Ich war nur manchmal vor Ort, er war meine rechte Hand, hat da alles organisiert und abgewickelt“, erzählt Rudi Völler über die Zeit bis zur Schließung der Fußballschule im Jahr 2012.

Kutzop sagt einen Satz über Völler, den viele seiner Weggefährten unterschreiben würden: „Rudi hat nie vergessen, wo er herkommt. Er ist immer stehen geblieben, bis der Letzte ein Autogramm hatte.“

Seinem Kumpel wünscht er zum 60. Geburtstag endlich einen Titel mit Bayer Leverkusen. „Er hat dort so tolle und erfolgreiche Arbeit geleistet. Ich wünsche ihm den DFB-Pokalsieg. Da habe ich ein gutes Gefühl“, sagte Kutzop.

„Dann kann er das in Leverkusen langsam locker ausklingen lassen und Präsident von Kickers Offenbach werden“, meint er lachend.

Übrigens unterstützte Rudi Völler die Geisterspielticket-Aktion des OFC und hat mal schnell 100 Geistertickets gekauft.

Von Thorsten Jung

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