Kaderplanung

OFC plant ohne Richard Weil - Mindestens acht Spieler sollen den Verein verlassen

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Werden nicht mehr gemeinsam im OFC-Trikot jubeln: Moritz Hartmann (recht) erhält keinen neuen Vertrag. Richard Weil (links) besitzt zwar noch ein bis 2021 gültiges Arbeitspapier, spielt in den Planungen für kommende Saison aber keine Rolle mehr. Foto: hübner

Die Kaderplanung bei Kickers Offenbach läuft auf Hochtouren. Mindestens acht Spieler sollen den OFC verlassen.

Offenbach – Noch ist die Saison der Fußball-Regionalliga Südwest nicht offiziell für beendet erklärt worden. Manolo Rodas hat sich aber bereits verabschiedet. „Danke OFC für ein aufregendes Kapitel mit vielen Höhen und Tiefen“, teilte der Außenangreifer via Instagram mit und machte damit als erster Spieler der Offenbacher Kickers publik, was in den vergangenen Tagen entschieden worden war. Mindestens acht Akteure werden beziehungsweise sollen den OFC nach dieser Saison verlassen. Darunter ist auch einer, dessen Arbeitspapier noch über das Ende der Spielzeit hinaus gültig ist und der vor der Runde als großer Hoffnungsträger verpflichtet worden war.

„Wir planen sportlich nicht mehr mit Richard Weil, aber er hat noch einen Vertrag“, stellte Geschäftsführer Thomas Sobotzik mit Blick auf den Routinier (22 Zweit-, 207 Drittligaspiele) klar. Der 32-Jährige war geholt worden, weil er als Führungsspieler und Aufstiegs-Experte gilt. Den Beweis blieb er in Offenbach aber schuldig. Weil fing gut an, kam jedoch nach längerer Verletzungspause nicht mehr in Tritt und verlor das Kapitänsamt. Im Endeffekt wurde der gebürtige Frankfurter den hohen Erwartungen nicht gerecht.

Kickers Offenbach: Moritz Hartmann wird Erwartungen beim OFC nicht gerecht

Das gilt ebenso für Moritz Hartmann. Der Angreifer erzielte für den FC Ingolstadt zwischen 2015 und 2017 in 44 Erstliga-Spielen 13 Tore, in Offenbach tat sich der inzwischen 33-Jährige aber schwer. Vier Tore und zwei Vorlagen in 14 Pflichtspielen waren zu wenig. „Wir planen auf dieser Position anderweitig“, erklärte Sobotzik.

Keinen neuen Vertrag erhalten zudem erwartungsgemäß Linksverteidiger Julian Scheffler und Offensivspieler Matias Pyysalo, denen schon im Winter mitgeteilt worden war, dass sie sich einen neuen Klub suchen können. Das galt einst auch für Luigi Campagna. Der Mittelfeld-Abräumer (Vertrag bis 2021) soll jedoch bleiben

Kickers Offenbach: OFC-Verantwortlichen fällt Entscheidung im Fall Francesco Lovric schwer

Den OFC verlassen werden zudem Ersatztorhüter Mario Seidel sowie Offensivspieler Niklas Hecht-Zirpel. „Das war jeweils ein eher beiderseitiger Entschluss“, betonte der Geschäftsführer. „Wir wollen uns in der Offensive verstärken. Niklas wurde jetzt schon wenig eingesetzt, es wäre für ihn kommende Saison nicht besser geworden. Mario kam, um zu spielen. Dominik Draband ist in der Hierarchie jedoch die Nummer eins.“

Besonders schwer gefallen ist den Verantwortlichen die Entscheidung im Fall Francesco Lovric. „Er ist ein guter Spieler und ein super Typ. Es geht jedoch auch um die Ausgewogenheit des Kaders“, so Sobotzik. Die Entscheidung, künftig nicht mehr auf den vielseitigen Defensivmann zu setzen, könne man dann besser verstehen, wenn bekannt sei, wer alles komme, sagte der Chef der Profi GmbH.

Kickers Offenbach: OFC informiert nicht vor 25. Mai über Zugänge

Über interne und externe Zugänge will Sobotzik erst nach dem DFB-Bundestag am 25. Mai reden, wenn klar ist, wie es weitergeht. Kandidaten für einen Profi-Vertrag sind unter anderem die eigenen U19-Spieler Marco Boras und Denis Huseinbasic. „Beide sind interessante Talente. Wir geben gerne jungen Leuten eine Chance, wenn die Qualität stimmt“, sagte der Geschäftsführer. Das Duo verfügt aber offenbar nicht - wie einst verkündet - über einen Anschlussvertrag.

Weiter an sich binden will der OFC gerne Lucas Albrecht, Jakob Lemmer sowie Moritz Reinhardt. Bei Marco Schikora ist noch alles offen.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Valentin Herr, ehemaliger Trainer bei Kickers Offenbach, arbeitet mittlerweile als Scout für den momentanen Zweitligisten Hannover 96.

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