„Mentalitätsspieler“

Neuzugang Maurice Pluntke hat große Ziele mit dem OFC 

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„Feuer und Flamme für den OFC“: Maurice Pluntke (links), hier im Duell in der Regionalliga Nordost gegen den Chemnitzer Dennis Grote, will mit den Kickers „eine positive Rückrunde spielen“ und sich dann den Traum von der 3. Liga erfüllen.  

Neuzugang Maurice Pluntke kann die Rückrunde kaum erwarten und hat große Ziele mit Kickers Offenbach (OFC): „Ich bin Feuer und Flamme.“

Offenbach - Lange überlegen musste Maurice Pluntke nicht, als er vom Interesse der Offenbacher Kickers hörte. Der 25-Jährige setzte sich umgehend ins Auto, tauschte sich mit Geschäftsführer Thomas Sobotzik und Trainer Angelo Barletta aus - danach stand sein Entschluss fest. 

„Ich bin Feuer und Flamme. Die Ziele des Vereins sind 100 Prozent deckungsgleich mit meinen: Ich habe noch nicht 3. Liga gespielt, will dort unbedingt hin“, sagt der Innenverteidiger, der bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet wurde und anschließend einen ungewöhnlichen Karriereweg einschlug.

Kickers Offenbach (OFC): Maurice Pluntke musste nicht lange überlegen 

Bei Fortuna Düsseldorf durfte er kurz von der Bundesligakarriere träumen. Taskin Aksoy, sein Coach bei der U23 der Fortuna, hatte ihn als Interimstrainer (Nachfolger von Oliver Reck) zu den Profis hochgezogen. Am 8. Mai 2015 gab er beim 0:2 gegen den VfR Aalen sein Debüt in der 2. Liga. Der Durchbruch blieb ihm verwehrt, auch weil sich die Fortuna neu aufstellte. Nach einem weiteren halben Jahr in der Regionalliga West hatte er genug. „Ich hatte das Gefühl, dass ich feststecke“, erinnert sich der neunmalige Juniorennationalspieler - und entschied sich für eine ungewöhnliche Herausforderung. 

Über einen Berater intensivierte er die Kontakte zum US-Fußball und wechselte zum Orange County Blues SC in die 2. Liga USL. „Ich wollte raus aus der Komfortzone, war erstmals auf mich alleine gestellt“, erklärt Pluntke: „Für meine Persönlichkeitsentwicklung war das super.“ Zudem lebte es sich gut an der Westküste unweit von Los Angeles. Sportlich blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. „Es ist nicht vergleichbar mit unserem Fußball“, betont er. Zwar gebe es einige Topteams, aber auch Klubs, die Mühe hätten, in Oberligen mitzuhalten, „selbst innerhalb der Mannschaften gab es große Unterschiede“.

Kickers Offenbach (OFC): Pluntke träumt von der 3. Liga 

Pluntke war Stammspieler, scheiterte in der ersten Saison mit dem Klub erst im Halbfinale der Play-offs. Im zweiten Jahr wechselte der Verein den Besitzer. Pluntke geriet ins Grübeln und orientierte sich zurück nach Deutschland. In je eineinhalb Jahren bei Alemannia Aachen (Regionalliga West) und Wacker Nordhausen (Regionalliga Nordost) war er Leistungsträger bei ambitionierten Klubs, die das Ziel 3. Liga aber jeweils verpassten und danach Probleme bekamen. Die Folgen waren gravierend: Die Alemannia und Wacker meldeten Insolvenz an. „Das wünscht man keinem“, sagt er über diese Erfahrungen.

Die Zahlungsunfähigkeit der Thüringer eröffnete den Kickers aber erst die Chance, Pluntke, den Barletta als spielstarken Verteidiger und „Mentalitätsspieler“ bezeichnet, ablösefrei zu holen.

Beim Trainingsauftakt saß Pluntke in der Kabine zufällig neben seinem potenziellen Nebenmann in der Innenverteidigung. Im Gespräch mit dem Polen Sebastian Zieleniecki fand er schnell einen Anknüpfungspunkt. Bei Zielenieckis Ex-Klub Widzew Lodz spielt Pluntkes früherer Gladbacher Weggefährte Christopher Mandiangu.

Kickers Offenbach (OFC): Pliuntke will „über Disziplin und Willen kommen“ 

Die kommenden Tage inklusive Trainingslager will Pluntke nutzen, um sich ins neue Team zu integrieren. Auf dem Platz will er dokumentieren, wofür er steht. „Ich komme über Disziplin und Willen und gehe gerne dahin, wo es wehtut.“ Die Kontrahenten in der Regionalliga Südwest erwartet ein unangenehmer Gegenspieler. „Ich habe kein Problem damit, die Rolle als Arschloch einzunehmen“, sagt Pluntke. Ganz im Gegensatz zur Rolle im eigenen Team: „Da bin ich ein ganz harmonischer Typ.“

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