Viele Ausfälle

OFC: Niederlage gegen Elversberg - kommt ein neuer Spieler?

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Viel Kampf, wenig Struktur. Die Kickers-Spieler, hier Nejmeddin Daghfous (hinten) und Manolo Rodas, hatten zu oft das Nachsehen.

Die Offenbacher Kickers lecken nach der ersten Niederlage gegen Elversberg ihre Wunden - und überlegen, nochmal auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. 

Offenbach – Joachim Wagner ging langsam, nachdenklich und schweigend vom Spielfeld. Der Präsident der Offenbacher Kickers hatte gerade die erste Niederlage seiner erst knapp zweimonatigen Amtszeit miterlebt. Nach dem euphorisierenden Start mit 13 Punkten aus fünf Spielen war die Freude über die Tabellenführung nur von kurzer Dauer. 

Umso schwerer war die 0:3-Heimniederlage gegen die SV Elversberg für Mannschaft, Trainer, Zuschauer und Verantwortliche zu verdauen. „So viele Emotionen, direkt nach dem Spiel, da möchte ich noch nichts sagen“, hielt sich der Präsident erst einmal zurück.

Erste Niederlage für OFC 

Die Kickers wollen in dieser Saison mit ihrer neuformierten Mannschaft in der Spitzengruppe mitmischen. Was auch nach dem 0:3 gegen Elversberg (14 Punkte) mit Platz 4 (13 Punkte) noch der Fall ist. Aber die deutliche Heimniederlage machte auch deutlich, dass den Kickers im Vergleich mit dem selbsternannten Aufstiegskandidaten Elversberg doch noch einiges fehlt. 

Die Saarländer waren im Topspiel in mehreren Bereichen cleverer und besser. Mit einer sehr konzentrierten Defensivarbeit ermöglichten sie den Kickers erst in der letzten Minute der Nachspielzeit die erste klare Möglichkeit. Da stand es schon 0:3, weil die Gäste im Spiel nach vorne wesentlich mehr Struktur, Kreativität und Durchschlagskraft an den Tag legten als die ungemein willigen, aber in vielen Situationen limitierten Offenbacher. 

Dazu kam eine geschlossene Mannschaftsleistung auf hohem Niveau, während der OFC die Ausfälle vor dem und im Spiel nicht kompensieren konnten.

Elversberg mit mehr Kreativität und Struktur 

Natürlich war den Offenbachern anzumerken, dass mit Gerrit Gohlke und Kevin Pezzoni die beiden etatmäßigen Innenverteidiger gesperrt fehlten, dazu mit dem verletzten Kapitän Richard Weil auch noch der große Stabilisator im defensiven Mittelfeld. 

Da konnte das defensive Zentrum gar nicht so gut funktionieren wie in den vorherigen Spielen. Und dann passieren individuelle Fehler, wenn Mittelfeldspieler wie Kevin Ikpide (vor dem 0:2) und Maik Vetter (vor dem 0:3) auf ungewohnten Positionen in der Viererkette spielen müssen.

Aber es sind auch diese Spiele gegen Topteams, die manchmal deutlich aufzeigen, wo man sich noch verbessern kann und muss, wenn man hohe Ziele erreichen will. Die zuvor zu Recht hochgelobte Bank der Kickers konnte diesmal die Stammspieler nicht ersetzen. Dazu war Elversberg auch zu gut. Diese Mannschaft ist länger zusammengewachsen als die im Sommer komplette neu aufgestellte OFC-Crew. Saisonübergreifend hat die Mannschaft von Trainer Horst Steffen nur eines von zwölf Spielen verloren - 0:1 gegen den Aufsteiger Waldhof Mannheim. 

Elversberg war also der Gradmesser für die Kickers. „Wenn man ganz nach oben will, muss man Elversberg schlagen“, sagte Trainer Daniel Steuernagel. „Aber wir dürfen jetzt nach dem 0:3 auch nicht alles verteufeln.“

Schlägt Offenbach nochmal auf dem Transfermarkt zu? 

Sicher nicht, man muss der neuformierten und dann noch dezimierten Mannschaft auch solche Spiele zugestehen. Aber die Frage, die sich die Verantwortlichen jetzt stellen, ist, ob man bis zum Ende der Transferperiode am nächsten Montag vielleicht noch einmal für einen Qualitätsschub sorgt. „Ein Transfer müsste Sinn machen, und vor allem wirtschaftlich machbar sein“, hofft der Trainer natürlich auf eine Neuverpflichtung. 

Auf eine Position haben sich Steuernagel und Sportdirektor Sead Mehic schon festgelegt. Es sollte ein Spielertyp wie der nach Japan verkaufte Ko Sawada sein, eine spielerisch starke Offensivkraft, die den gegen Elversberg besten Offenbacher, Nejmeddin Daghfous, wirkungsvoll unterstützen und entlasten könnte.

Während die Mannschaft nach den anstrengenden Wochen bis Dienstag frei bekommen hat, werden Mehic und das Präsidium heute zusammenkommen, und besprechen, ob noch ein Spieler verpflichtet werden kann. 

Wenn ja, soll es ein Qualitätsspieler aus der 3. oder sogar 2. Liga werden. Es wäre das Zeichen nach Elversberg und Saarbrücken, dass die Meisterschaft nicht nur im Saarland entschieden wird.

Von Jochen Koch

Hier gibt es das Video mit den Höhepunkten, Toren und Stimmen zum Spiel. Auch interessant: Der OFC hat Einspruch gegen die zwei-Spiele-Sperre von Pezzoni eingelegt. So stehen die Chancen. 


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