Mehic freut Breite im Kader

Offenbacher Bank erwirtschaftet hohe Rendite

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„Jeder funktioniert sofort“: Luka Garic (links) ersetzte in Hoffenheim Richard Weil gekonnt. Manolo Rodas (Zweiter von rechts) stand erstmals in der Startelf.

Bei den Offenbacher Kickers erwirtschaftet die Bank gerade mächtig Rendite. Alleine in den letzten drei Spielen in der Regionalliga Südwest brachten Spieler, die von der (Ersatz-)Bank kamen, entscheidende Impulse.

Offenbach – Wer in Zeiten von Null-Zins-Politik zu seiner Hausbank geht, wird schon seit Jahren enttäuscht. Bei den Offenbacher Kickers erwirtschaftet die Bank gerade mächtig Rendite. Alleine in den letzten drei Spielen in der Regionalliga Südwest brachten Spieler, die von der (Ersatz-)Bank kamen, entscheidende Impulse - oder halfen mit, Spiele zu Gunsten des neuen Tabellenführers zu entscheiden.

In den fünf Punktspielen ohne Niederlage kamen 18 der 25 Kadermitglieder zum Einsatz. Neben den Ersatztorhütern Mario Seidel und Luka Losic sowie dem verletzten Leonidas Tiliudis sind Julian Scheffler, Niklas Hecht-Zirpel, Bastian Kurz und Jake Hirst noch ohne Einsatz.

Bank tut dem OFC gut

Auffällig war, gerade in der Englischen Woche, wie gut die Bank dem Spiel des OFC tat. Beim 1:1 gegen den VfR Aalen kam Francesco Lovric, zuvor zweimal nicht im Kader, in die Partie. Der Innenverteidiger erzielte das zwischenzeitliche 1:0 - und traf beim 2:1 in Hoffenheim erneut. Enorme Impulse gaben beim 2:1 in Bahlingen die Einwechslungen von Nejmeddin Daghfous (ein Tor), Jakob Lemmer (eine Torvorlage) und Manolo Rodas.

Auch in Hoffenheim konnte sich Steuernagel auf seine Bank verlassen. In der 21. Minute musste der OFC-Coach erstmals nach der Verletzung von Richard Weil wechseln. Luka Garic fügte sich nahtlos ein, mit einem Lattenschuss hatte er sogar die große Ausgleichschance.

Wechsel Nummer zwei bei den Kickers war noch wichtiger

Noch wichtiger war Wechsel Nummer zwei, weil er nach der Roten Karte für Kevin Pezzoni kurzfristig erfolgte. In Kevin Ikpide rückte ein Akteur ins Team, der bislang gar keine Rolle gespielt hatte. Umso erstaunlicher, wie der 22-Jährige gegen seinen Ex-Klub agierte. Resolut im Zweikampf räumte er als Pezzoni-Ersatz alles ab, gefiel auch im Spielaufbau. Ikpide, gelernter Mittelfeldspieler, hatte in der Vorbereitung einige Male Innenverteidiger gespielt - das zahlte sich nun erstmals aus.

„Wir haben in dieser Saison eine richtig gute Breite im Kader“, freut sich Sportdirektor Sead Mehic. Allerdings sind die Alternativen endlich. In Gerrit Gohlke (noch ein Spiel Sperre), Kevin Pezzoni (Sperrenlänge offen) fallen zwei Verteidiger für das Topspiel gegen die SV Elversberg am Samstag sicher aus. Um die Schwere der Verletzung von Kapitän Richard Weil zu ermitteln, sind weitere Untersuchungen nötig. Der wegen Achillessehnenreizung zuletzt pausierende Lucas Albrecht soll nach dem freien Tag am Mittwoch ins Training einsteigen.

Muss Steuernagel gegen die SV Elversberg improvisieren?

Sollte auch der Routinier fehlen, wird Steuernagel gegen die SV Elversberg improvisieren müssen. Zumal auch Angreifer Andis Shala (Rückenprobleme) kürzer tritt. Umso wichtiger wird die Bank des OFC. „Alle ordnen sich unter und jeder funktioniert sofort, wenn er reinkommt“, bleibt Mehic optimistisch.

VON JÖRG MOLL

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Kevin Pezzoni gehört nicht unbedingt zu den emotionalen Typen bei den Offenbacher Kickers. Der Ex-Bundesligaspieler ist normalerweise schwer aus der Ruhe zu bringen. Doch über die Szene in der 61. Minute regte sich der 30-Jährige auch nach dem 2:1 bei 1899 Hoffenheim II noch auf.

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